Anstand und Moral

Günter Schmitt aus Trier knüpft an die Kolumne vom vergangenen Wochenende an: Ich verstehe nicht, warum sich Friedel Thierry aus Detzem über die Umgangssprache in TV-Artikeln aufregt. Diese Ausdrücke stehen im Duden. Wenn er die vulgären Sex-Anzeigen in der Zeitung angesprochen hätte, könnte ich ihm folgen. Der ehemalige Verleger Nikolaus Koch würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er „seine“ Zeitung mit diesen Anzeigen sähe! Ich bin nicht prüde, doch hier sollte man, da die Zeitung auch von Kindern gelesen wird, Grenzen setzen.

Lieber Herr Schmitt,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Ich verstehe Ihre Bedenken. Solche Anzeigen mag niemand. Keiner liest sie, keiner kennt sie – zumindest gibt es kaum jemand zu. Aber offenbar werden die angepriesenen „Anstand und Moral“ weiterlesen

Vulgäre Vokabeln

Friedel Thierry aus Detzem schreibt: Eine Tageszeitung hat Vorbildcharakter für die Leserschaft allgemein und ganz besonders für Kinder. Wenn es in der Ausgabe vom 30. Mai auf Seite 31 unter „Nachrichten für Kinder“ heißt „Wie gehen Astronauten aufs Klo?“ (statt: auf die Toilette), ist das schon bedauerlich. Übertroffen wird dieser Missgriff jedoch noch durch den Ausdruck „H…“ anstelle „Gesäß“ (im Artikel: „muss er seinen H… festsaugen“). Im familiären Milieu durchaus akzeptabel, ist diese Ausdrucksweise gedruckt ein Ärgernis. Welch ein Armutszeugnis für die Redaktion – und wie traurig!

Lieber Herr Thierry,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Die Umgangssprache sollte in seriösen Medien wie dem TV tabu sein, völlig richtig. Das ist die Theorie. Die tägliche Praxis lehrt: Die Hüter der Hochkultur haben einen „Vulgäre Vokabeln“ weiterlesen

Im Namen des Volkes

Bernhard R. aus Trier stellt eine Frage zum Medienrecht: Wie ist das eigentlich mit Straftätern, die rechtskräftig verurteilt worden sind und ihre Strafe verbüßt haben – darf die Zeitung in Berichten über solche Personen deren „dunkle Vergangenheit“ erwähnen?

Lieber Bernhard R.,

das ist eine spannende Frage, die uns oft beschäftigt – und unsere Anwälte. Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Journalisten und ihre juristischen Berater müssen stets sorgfältig abwägen, ob sie in der Berichterstattung das Vorstrafen-Register aufgreifen oder nicht. Denn: Straftäter haben ein Recht auf „Im Namen des Volkes“ weiterlesen

Schönen Gruß an alle

Fritz-Ulrich Hein schreibt aus Natters in Österreich über Kängurus, Wollschweine und ein Rehkitz. Heiner Korsten meldet sich aus Phuket in Thailand mit Hinweisen zu falschen Abrechnungen eines deutschen Telekommunikations-Anbieters. Ruth Rüegg aus Otjiwarongo in Namibia erläutert das Konzept des Daktari-Camps für straffällige Jugendliche. Und Alice Boahemaah aus Ghana sucht nicht mehr und nicht weniger als ihren Traummann. Vier Beispiele für E-Mails und Briefe aus aller Welt, wie sie die TV-Redaktion fast täglich erreichen.

Liebe TV-Leser,

vielen Dank für Ihre zahlreichen Zuschriften. Menschen aus der Region Trier-Eifel-Mosel-Hunsrück, die ausgewandert sind oder im Ausland arbeiten, halten über den Trierischen Volksfreund den Kontakt in die (alte) „Schönen Gruß an alle“ weiterlesen

Ein Eifeler? Nie!

Peter Meier aus Bitburg schreibt zur Berichterstattung über den Prozess wegen Kindesmissbrauchs in Trier: Den Angeklagten als „Eifeler“ zu bezeichnen, stellt für jeden echten Eifeler eine Beleidigung dar. Durch die Tatsache, dass der 1991 aus der Russischen Föderation eingewanderte Mann in einem 350-Seelen-Dorf im Altkreis Prüm wohnt, wird er noch lange nicht zum „Eifeler“. Es ist absolut unwahrscheinlich, dass seine möglicherweise vorhandenen deutschstämmigen Wurzeln ausgerechnet in der Eifel liegen.

Lieber Herr Meier,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Einige Leserinnen und Leser haben sich ähnlich geäußert: Sergej N. – nein, das ist keiner von uns. Ein solcher „Beutel-Russe“, schimpfte ein Anrufer, dürfe keinesfalls als Eifeler bezeichnet werden. Gute Frage also: Wann gilt ein Zugereister als Einheimischer? Manche sagen: nach zwei „Ein Eifeler? Nie!“ weiterlesen

Birma, Burma, Myanmar

Beate Schuster aus Gutweiler fragt: Ist zu Ihnen noch nicht vorgedrungen, dass das Land Birma schon seit geraumer Zeit Myanmar heißt? Weshalb schreiben Sie immer noch Birma?

Liebe Frau Schuster,

vielen Dank für Ihre Frage. Ein verheerender Zyklon in Hinterindien. Zehntausende Tote. Ein verwüstetes Land. Welches Land!? Die FAZ schreibt: Burma. Beim ZDF heißt es: Myanmar. Der Trierische Volksfreund verortet die Katastrophe in Birma. Ja, was denn nun? Man kann als Leser und Zuschauer verschiedener „Birma, Burma, Myanmar“ weiterlesen

Sorgfältig, seriös, sachlich

Stefan Kresen aus Trier schreibt zum „Fall Zemmer“: Bei der infotainmentartigen Berichterstattung des TV kann man den Teil „info-“ bald bedenkenlos durch „enter-“ ersetzen. Dass dieser Vorfall einen Bericht wert ist, steht außer Frage – doch diese Art befindet sich auf Kaffeekränzchen-Niveau. Hätten Sie diesen Bericht auch so formuliert, lieber Redakteur, wenn es sich um Ihren Sohn gehandelt hätte? Falls ja, dann würde mir das zu denken geben, denn diese Aufmachung schadet Opfer, Täter und deren Angehörigen nur. Des Weiteren folgt der TV nicht nur dem Niveau, sondern auch den Recherchemethoden der „Bild“-Zeitung, indem er die von einem noch nicht Erwachsenen in einer Internet-Community leichtsinnig „Sorgfältig, seriös, sachlich“ weiterlesen

Heimatgefühle

Friedhelm Bier aus Zeltingen-Rachtig schreibt zu verschiedenen Artikeln, die sich mit der Region beschäftigen: Mich wundert schon lange, dass man solche Anstrengungen unternimmt, um den Stellenwert der Mosel nach oben zu päppeln. Dabei genügt doch ein Blick auf die Landkarte, um zu beweisen, dass die Mosel von Anfang an zur Perle der deutschen Landschaften bestimmt war. Denn warum wohl mäandert die Mosel so sehr? Weshalb folgt eine Moselschleife der anderen? Es ist doch die einzige Möglichkeit, so viel Schönheit auf begrenztem Raum unterzubringen. Das hat der liebe Gott echt gut gemacht!

Lieber Herr Bier,

vielen Dank für Ihr Schreiben. Ja, die Region ist schön! Die Mosel, die Saar und die Kyll, die Eifel und der Hunsrück, die Städte und Dörfer – es ist ein gutes Gefühl, hier zu leben. Ein Gefühl von Heimat, das viele „Heimatgefühle“ weiterlesen

König Fußball

Rainer C. aus Trier schreibt: Mir fällt auf, dass der „große“ Sport im TV recht stiefmütterlich behandelt wird. Hingegen wird der einheimische Sport bis hin zur letzten Bezirks- und Jugendklasse, auch in exotischen Sportarten wie Kegeln, seitenlang mit Berichten und Tabellen dargestellt. Gut, wo soll das auch sonst stehen als im Regionalblatt? Ich glaube jedoch, dass zum Beispiel die erste und zweite Fußball-Bundesliga wesentlich mehr Menschen interessieren als irgendeine Bezirksliga.
Nun ist mir aufgefallen, dass die Ankündigung zum 29. Bundesliga-Spieltag (15./16. April) nur in einem
„König Fußball“ weiterlesen

Gedankenfreiheit

Dieter Neyses schreibt per E-Mail: Bezüglich des Tibet-Leserbriefs mit der Überschrift „Inakzeptabel“ von Li Zhu aus Trier möchte ich neben meinem Entsetzen zum haarsträubenden Inhalt vor allem mein Erstaunen zum Ausdruck bringen, dass der TV einer solchen Zuschrift ein Forum bietet. In dieser Machart wird zur Zeit hundertfach und bundesweit (und vermutlich weltweit) als Leserbrief getarnte, vom chinesischen Staat gelenkte Desinformation betrieben. Ist das jetzt einfach nur provinziell oder auch im wirtschaftlichen Interesse des TV begründet?

Lieber Herr Neyses,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Sie werfen einige interessante Fragen auf. „Serienbriefe“, „Rundschreiben“ oder „offene Briefe“, die an dutzende Adressaten verschickt werden, veröffentlichen wir nicht im TV. Ich schließe „Gedankenfreiheit“ weiterlesen