Klasse und Masse

Jobst Meyer aus Pluwig schreibt: Bei der Lektüre des TV vom 9. Dezember war ich erstaunt. Ankündigungen von Veranstaltungen in der Trierer Tufa („La Signora“), im Theaterfoyer („Poetry Slam“) und in Luxemburg („Altre Stelle“) mit Berichten und Bildern! Etwas, was meist nur den vom TV in seiner Eigenschaft als „Event-Agentur“ organisierten Veranstaltungen vorbehalten bleibt.

Wie oft schon habe ich vom jeweils abkommandierten Volontär lesen müssen, diese oder jene – nicht vom TV organisierte – Veranstaltung sei trotz ihrer Qualität leider nur mäßig besucht gewesen. Nun, mit Vorberichterstattung, vielleicht auch Interviews mit den Künstlern im Vorfeld und so weiter könnte sich so etwas ändern, dann kommen auch die Besucher. Vielleicht nehmen Sie sich ein Beispiel am „Schwäbischen Tagblatt“: Im kleinen Tübingen schafft es diese Zeitung, zwei Programmkinos und diverse Kleinspielhäuser „vollzuschreiben“ – ohne Angst vor möglicher Konkurrenz.

Lieber Herr Meyer,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Der Begriff „Event-Agentur“ ist hübsch, trifft aber nicht zu. Die Redaktion ist unabhängig, tritt nicht als Veranstalter auf, organisiert nicht – sondern berichtet. Vorher, nachher. Über Konzerte, Theater, Sport, Weihnachtsmärkte, Vorträge.

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a2 + b2 = c2

Zu den Leserbriefen „Nein“ und „Ja“, die kürzlich veröffentlicht worden sind, schreibt Stefan Mayer aus Trier: Auf welches Niveau hat sich der TV inzwischen herabgelassen, dass er eine Veröffentlichung von den angeblich kürzesten Leserbriefen ohne Bezug nehmenden Inhalt mit den Worten „Ja“ und „Nein“ preisgibt? Viele wirklich interessante Zuschriften werden nur zum Teil veröffentlicht, da sie schon im Vorfeld redaktionell selektiert werden. Da es sich hierbei noch nicht mal um Briefe handelt, erscheint mir dies unverständlich und primitiv zugleich. Davon abgesehen haben sich die Zusender auf ein ebenso niedriges Niveau herabgelassen. Wenn man wenigstens einen Ansatz von Humor erkennen würde …

Lieber Herr Mayer,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Die kürzesten Wörter, nämlich „ja“ und „nein“, erfordern das meiste Nachdenken. Dieser Satz wird dem alten Griechen Pythagoras zugeschrieben, ebenso wie der andere Satz, der mit dem rechtwinkligen Dreieck und den Katheten-Quadraten und dem Hypotenusen-Quadrat, Sie wissen schon: a2 + b2 = c2. Das eine ist philosophische Weisheit, das andere exakte Wissenschaft.

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Hildebrand und Hadubrand

Frau F. aus Trier schreibt: Ich finde es sehr schade, dass häufig mehr Wert auf Schlagzeilen gelegt wird als auf Inhalte. Besonders nerven mich die zum Teil reißerischen Überschriften und die konstruiert wirkenden, oft an den Haaren herbeigezogenen Alliterationen. Etwa vor einigen Tagen „Wirbel um den Wechselwilligen“ im Sport-Aufmacher. Tatsächlich behandelte gerade mal ein Viertel des Artikels den Wunsch Lukas Podolskis, den Verein zu wechseln. Warum kein informativer, interessanter Titel? Warum diese überflüssigen, zurechtgebogenen Formulierungen, die doch so oft ins Lächerliche abgleiten? Warum allzu oft diese unsachliche, fast schon primitive Sprache? Mir ist bewusst, dass der TV kein Blatt mit einer intellektuellen Leserschaft ist. Das ist nicht weiter schlimm – aber ist es deshalb nötig, gleich das Sprachniveau auf das Minimale zu senken?

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Marktplatz der Meinungen

Der SPD-Politiker Karl Haehser, ehemaliger Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und langjähriger Bundestags- und Landtagsabgeordneter, schreibt zum Leserbrief „Passend“ (TV vom 15. November): Der sicher ehrenwerte Leser Bernd Lehmann äußert sich über die hessischen Schwierigkeiten, in denen sich die SPD nach seiner Meinung befindet. Er teilt mit, dass er vor Jahren aus der SPD ausgetreten sei. Er rät auch anderen dazu, die Partei zu verlassen. Denn die SPD könne so nicht mit den Bürgern umgehen. Nun hat der TV dem Herrn Lehmann eine Plattform gegeben, von der aus er zu dem Austritt aus der SPD raten kann.

Seit 1950 lesen und bezahlen meine Frau und ich den TV. Dieses Entgegenkommen dem Herrn Lehmann gegenüber hätte ich nicht erwartet und auch nicht für möglich gehalten. Was fällt denn dem TV noch so ein?

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Putzige Pinguine, falsche Fährten

Werner Garthe aus Schönecken schreibt zur Seite „Wir für Sie“ vom vergangenen Samstag: Haben wir schon wieder den 1. April? Oder wieso binden Sie uns Lesern den Bären auf, am Nordpol gäbe es Pinguine? Die gibt es dort so wenig wie Eisbären in der Antarktis!

Lieber Herr Garthe,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Sie haben ein eindrucksvolles Beispiel dafür entdeckt, was passiert, wenn Text und Bild nicht zusammenpassen.

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Lechts und rinks

Ullrich Papschik aus Bitburg schreibt: Das Lesen des Eifel-Lokalteils war kürzlich mal wieder ein Graus. Da prangte auf den Seiten zehn und zwölf dieselbe Überschrift und wie selbstverständlich auch der dazugehörige Artikel im selben Wortlaut. Alles im Doppelpack – das ist im Supermarkt ja auch günstiger. Für die Leser einer Zeitung ist nichts spannender und unterhaltsamer als zu blättern, zu lesen und festzustellen: Schon wieder haben Redakteure gepennt. Ich möchte anregen, dass es künftig Preise zu gewinnen gibt, wenn Leser doppelte Berichte und allgemeine Fehler finden!

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Je später der Abend…

Herbert Daufenbach aus Wittlich schreibt: Ich empfinde es als traurig, wenn eine namhafte Tageszeitung wie der Trierische Volksfreund nicht in der Lage ist, aktuell zu berichten. Warum sind die Ergebnisse und Tabellen von Spielen der Fußball-Bundesliga und der Fußball-Regionalliga nicht auf dem neuesten Stand? Das wiederholt sich ständig. Hat ein Thermometer noch einen Wert, wenn es die falsche Temperatur anzeigt?

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Er gehört zum Leben

Dieter Keerl schreibt: Als Rentner lese ich den TV intensiver als früher, man hat ja mehr Zeit. So einige unwesentliche Nachrichten über den Besuch beim Zahnarzt oder den dicksten Kürbis mit großem Bild vom Verursacher. Das ist aus dem wahren Leben, und der TV gehört eben zum Leben. Andererseits: Da ist an 185 Tagen in Bingen die Landesgartenschau, die größte und erfolgreichste Veranstaltung in Rheinland-Pfalz. Es waren mehr Abonnenten des TV in Bingen als seinerzeit auf dem Petrisberg, doch der TV hat die Veranstaltung totgeschwiegen! Warum?

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Freuden des Alltags

Zur Rubrik „Ich freue mich…“ schreibt Helmut Keilen per E-Mail: Ich kann ja nachvollziehen, dass Sebastian Schmidt sich freut, wenn sein Zahnarzt nichts zu beanstanden hat. Wenn Sie jedoch glauben , dass das mich beziehungsweise Tausende anderer TV-Leser ernsthaft interessiert – Fehlanzeige! Also, was soll das?

Lieber Herr Keilen,

vielen Dank für Ihr Schreiben. „Ich freue mich…“ heißt es seit etwa einem Jahr täglich in den Lokalteilen des Trierischen Volksfreunds. In der Rubrik verraten Leser, was sie positiv berührt: das schöne Wetter, der bevorstehende Besuch der Enkel, der überstandene Termin beim Zahnarzt. Ein Satz, ein Foto, fertig ist die gute Laune.

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Eine Frage des Formats

Sven-Olaf Witt aus Wasserliesch schreibt: Vor kurzem hat der TV einen Preis für den „Amicus Treverensis“ gewonnen. Herzlichen Glückwunsch! Der Bericht hat mich aber unangenehm daran erinnert, dass der TV noch mehr „Format“ beweisen könnte. Ich meine das wörtlich, denn das Innovative an dieser Beilage zur Konstantin-Ausstellung war deren handliches Format: Sie ließ sich wie eine Zeitschrift lesen.

Dank sporadischen Konsums der einen oder anderen Quiz-Sendung im TV (hier: Fernsehen) weiß ich, dass bei Printmedien zwischen „nordischem“ und „halb-nordischem Format“ unterschieden wird. Zeitungen im kleineren Format halte ich für weitaus leserfreundlicher. Insbesondere in öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch zu Hause am Frühstückstisch oder im Café ist das von mir favorisierte Format erheblich Platz sparender sowie geräuschärmer beim Umblättern und damit sozial verträglicher als das derzeit vom TV (hier: Trierischer Volksfreund) gedruckte. Meine Vermutung ist, dass die Leserschaft, vor die Wahl gestellt, die „halb-nordische“ Variante vorziehen würde.

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