Viele Kanäle, endlose Schleifen

Dieter Hassenbach aus Wasserliesch fragt: Warum werden denn die Programme der regionalen Fernsehsender „Offener Kanal“ und „Antenne West“ nicht im Trierischen Volksfreund abgedruckt?

Lieber Herr Hassenbach,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Die Fernseh-Landschaft verändert sich im digitalen Zeitalter rasant. Derzeit sind in Deutschland mehr als 420 öffentlich-rechtliche und private Programme zu empfangen – so viele wie nie zuvor, oft mit kaum messbaren Quoten.

Im Durchschnitt verbringt jeder Deutsche täglich knapp dreieinhalb Stunden vor dem Fernseher. Und wir „Viele Kanäle, endlose Schleifen“ weiterlesen

Die Meinung ist frei

Klaus Lorscheider aus Rascheid schreibt: Die Auswahl der Leserbriefe provoziert mich seit längerer Zeit, weil sie an Sensibilität zu wünschen übrig lässt. Nun ist wieder mal der Herr Berens aus Rommersheim abgedruckt worden. Nicht nur die Vielzahl seiner Schmähschriften, sondern deren einseitige Inhalte gehen oft am Sinn dieser Rubrik vorbei. Sie bieten ihm eine Plattform, die Sie bei politischen Beiträgen wesentlich besser sortieren. Nicht nur mir ist klar, dass dieser Schreiber sich als Besserwisser und Superreformer selbst klassifiziert. Bitte eifern Sie in punkto Einseitigkeit nicht Ihren Kollegen auf den politischen Seiten nach, die uns mit rot gefärbten Artikeln überschütten, denn ich will die SPD auch nicht durch „Passiv-Teilnahme“ unterstützen.

Lieber Herr Lorscheider,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Weit mehr als tausend Leserbriefe werden pro Jahr im TV veröffentlicht – Tendenz steigend. Alle eingesandten Beiträge abzudrucken, ist leider nicht möglich. Rund 75 Prozent „Die Meinung ist frei“ weiterlesen

Geist(er) der Revolution

Hin und wieder melden sich Leser mit dem Hinweis, dass „Trierischer Volksfreund“ ein recht merkwürdiger Titel für eine Zeitung sei. Einige mutmaßen provinziellen Mief, andere wittern politisch rechtslastige Tendenzen. Cornelia Söllner aus Trier meint: Sie hätten bestimmt 30 Prozent mehr Abonnenten, wenn Sie sich für einen anderen Namen entscheiden würden!

Liebe Frau Söllner,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Die Idee, den historischen Zeitungs-Titel zu ändern, kommt immer wieder mal auf – und wird meist schnell verworfen. Der Trierische Volksfreund ist seit 130 Jahren am Markt „Geist(er) der Revolution“ weiterlesen

Muss, kann, darf

Waltraud Rexroth aus Daun schreibt: Kürzlich erschien im Lokalteil unter der Überschrift „Tastatur eines Geldautomaten verklebt“ eine genaue Anweisung, wie man solche Taten effektiv ausführt. Man braucht nur ein Ei darüber zu schlagen. Dann lässt sich das Ding nicht mehr reparieren. Ist es die Absicht des TV, möglichen Vandalen effektive Rezepte zu liefern? Der Bildungsauftrag der Medien ist ja schön und gut. Aber „Muss, kann, darf“ weiterlesen

Mehr oder weniger

Die Berichterstattung über Bischof Reinhard Marx, der von Trier nach München gewechselt ist, hat viele TV-Leser interessiert. Die Reaktionen reichen von „zu viel“ bis „zu wenig“, von „zu kritisch“ bis zum Vorwurf der „Hofberichterstattung“. Einige Beispiele:

Franziska Meyer-Heck aus Gerolstein schreibt: Der TV bietet dem Laien sehr aufschlussreiches Hintergrundwissen. Ist bekannt, wie die Ernennung von Bischof Marx erfolgte? War es eine Berufung oder hat er sich beworben? Dürfen Sie darüber berichten?

Liebe Frau Meyer-Heck,
spannende Fragen! Anders als bei der Wahl des Bischofs von Trier trifft in München-Freising der Papst allein die Entscheidung. Mein Kollege Rolf Seydewitz, Spezialist für Kirchenthemen, fand heraus: Alle bayerischen Bistümer haben Vorschläge gemacht. Diese Listen gingen an Papst Benedikt XVI., der den Kandidaten auswählte und ernannte. Auszuschließen ist, dass Reinhard Marx sich selbst vorgeschlagen hat. Grundsätzlich gilt: Wenn die katholische Kirche ihre Spitzenämter neu besetzt, bleibt vieles geheimnisumwittert. Wir versuchen, die Hintergründe zu erhellen und so viel Information wie möglich zu liefern – natürlich unzensiert.

Barbara Gemmeke aus Trier beklagt, dass kritische Meinungen zu Bischof Marx auf der Leserbrief-Seite zu prominent platziert worden sind. Sie fragt: Macht der TV sich nicht zum Komplizen von Menschen, die sich in ausgesprochen aggressiver Weise gegen den Bischof äußern? Kann man etwas Gutes erreichen, indem man öffentlich-brieflich Ohrfeigen austeilt?

Liebe Frau Gemmeke,
besten Dank für Ihre Fragen. Leserbriefe sind Meinungsbeiträge. Mal wohlwollend, mal kritisch. Manche Themen bewegen viele Menschen (erkennbar an der hohen Zahl der Zuschriften), andere sind eher speziell. Für die Sortierung auf der Seite spielt es keine Rolle, ob die Beiträge Kritik oder Zustimmung enthalten. Wie in der Auslage eines Schaufensters werden die spannendsten Leserbriefe an der „schönsten“ Stelle präsentiert. Dies ist die Aufgabe der Redaktion. Themen und Tendenzen bestimmen die Leser hingegen selbst.

Anne G. aus Gerolstein kritisiert die „penetrante Hofberichterstattung in Sachen Marx. Es gibt auch noch andere und wichtigere Themen, über zu schreiben sich lohnt.“

Liebe Frau G.,
wir achten streng darauf, dass es nicht zu einer „Hofberichterstattung“ kommt. Das hieße nämlich, nur offizielle Verlautbarungen „vom Hofe“ zu drucken oder lobhudelnde Meldungen, die „dem Hofe“ genehm sind. Genau so aber ist es nicht: Wir bringen Nachrichten, Hintergründe und Kommentare, wenn es journalistisch geboten erscheint, und nicht, wenn der Bischof (oder wer auch immer) das wünscht. Aufgrund des Neuigkeitswertes und des allgemein großen Interesses war das Thema „Marx“ zuletzt oft im Blatt. Das mag „gefühlt“ übermächtig wirken, macht aber nur einen kleinen Teil der Berichterstattung aus. Andere Themen sind nicht zu kurz gekommen.

Herzliche Grüße!

Peter Reinhart

Der Er-bonkel aus Pie-sport

Hartmut Beth aus Kröv schreibt: Die Rechtschreibreform finde ich zum Teil gut. Stängel oder Gämse und meinetwegen auch Schifffahrt mit drei f. Aber was soll die Trennung he-raus und hi-naus, oder aber hi-nzu oder he-rbei? Heißt es jetzt hi und he oder hin und her? Da sage ich nur: Ballhorn lässt grüßen!

Lieber Herr Beth,

vielen Dank für Ihren Brief. Ich habe ihn mit Interesse gelesen und kann Ihren Eindruck nur bestätigen: Die mehrmals überarbeitete Rechtschreibreform hat nicht nur viel Verwirrung gestiftet, sondern auch „Der Er-bonkel aus Pie-sport“ weiterlesen

Auf einer Glatze Locken drehen

Egon Kappes aus Zeltingen-Rachtig schreibt zur Ausgabe vom 16. Januar: Die „Kultur“ sollte heute besser den Titel „deutsche Unkultur“ tragen. Wollten Sie mit dieser Seite, die ich sonst sehr schätze, provozieren und Auswüchse deutscher Unkultur hoffähig machen? Es ist schon schlimm genug, dass das chaotische RTL-Camp immer noch seine Quoten bringt. Warum helfen Sie dabei mit?

Aber auch die Fällung der Buche in Dresden ist ja mal wieder typisch. Da wird ein Jahrhundert-Baum bei der „Auf einer Glatze Locken drehen“ weiterlesen

Kein Bakschisch

Herr M. aus Irsch (Kreis Trier-Saarburg) schreibt zur Titelseite vom 4. Januar: Gezeigt wird ein Foto mit der Überschrift „Kenia – Ein Land in Aufruhr“. Der Text zum Foto suggeriert, dass ein Mann sich durch einen Sprung vor dem Feuer rettet. Meiner Meinung nach ist offensichtlich, dass es sich hier um ein gestelltes Foto oder, noch schlimmer, um eine Foto-Montage handelt. Es hat nichts mit verantwortlichem Journalismus zu tun, wenn man in Krisengebieten durch Zahlung von Bakschisch reißerische Aufnahmen stellt. Noch schlimmer ist es, dies mit Foto-Montagen zu tun und den Leser zu betrügen.

Lieber Herr M.,

wir haben Ihren Hinweis intensiv geprüft und mit den Kollegen der deutschen Presse-Agentur (dpa) erörtert, vor allem Ihren Eindruck, das von dpa aus Nairobi gelieferte Bild sei montiert oder gestellt. Alexander „Kein Bakschisch“ weiterlesen

In der Region, für die Region

Albert Borrelbach aus Koxhausen fragt: Warum wird der TV nicht in Nachrichten oder im Pressespiegel zitiert und erhält somit eine überörtliche Visitenkarte?

Lieber Herr Borrelbach,

vielen Dank für Ihre Frage. Es gibt in Deutschland mehr als 300 Tageszeitungen, dazu hunderte Zeitschriften, Magazine, Fernseh- und Radiosender sowie immer mehr Online-Anbieter. Sie werden unterschiedlich wahrgenommen. Auf der Bundes-Bühne dominieren überregionale Medien, auf den lokalen Schauplätzen die regionalen „Platzhirsche“. Der Trierische Volksfreund setzt zwischen Eifel und Hunsrück, „In der Region, für die Region“ weiterlesen

Konfuzius sagt

Herr K. aus Trier ärgert sich über englische Wörter in Zeitungsartikeln, etwa den Begriff „Indoor“ im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Kartbahn in Bitburg. Zumindest sollten Fremdwörter übersetzt und erklärt werden!
Lieber Herr K.,
die ganze Kunst der Sprache besteht darin, verstanden zu werden. Das hat der chinesische Meisterdenker Konfuzius vor rund zweieinhalb Jahrtausenden gesagt. Weise Worte, zeitlos gültig. Und für Journalisten im Zeitalter der Massenmedien ja wohl eine Selbstverständlichkeit. Von wegen!
„Mein Leben ist eine Giving-Story. Ich habe verstanden, dass man contemporary sein muss, das Future- „Konfuzius sagt“ weiterlesen