Woher wir kommen, wohin wir gehen

Ein neues Zeitalter beginnt, und (fast) keiner merkt‘s. Alles verändert sich, und (fast) keiner will es wahrhaben. Die Welt, wie wir sie kennen, wird bald eine ganz andere sein, und (fast) alle sagen: Was geht mich das an?! Na, dann lesen Sie mal …

Track and Trace. Einer dieser neumodischen Begriffe aus dem Zauberkasten der Seuchenbekämpfer, natürlich englisch, die Krise ist ja eine globale. Die Kanzlerin und ihre Berater sprechen von Track and Trace, wenn sie erklären, warum wir jetzt asap (as soon as possible = so bald wie möglich) ein Programm für unsere Smartphones brauchen, eine App, die unsere Wege aufzeichnet und Menschen, denen wir begegnen, darauf scannt, ob sie mit dem Coronavirus infiziert sind.

Track and Trace bedeutet: verfolgen und rückverfolgen – die Statusmeldung von Lieferdiensten zum Beispiel, bei denen wir abrufen, wo sich unser Paket gerade befindet.

Track and Trace, das erinnert, merkwürdig genug, an eine der uralten philosophischen Rätselfragen: Woher kommen wir, was sind wir, wohin gehen wir?

Tech-Firmen wie Google und ­Apple wissen es längst. Sie zapfen ihren Datenschatz an, gefüttert von Milliarden Erdlingen, und zeigen, auf welchen Pfaden wir wandeln. Fußgänger, Autofahrer … in mehr als sechzig Ländern, erfasst und aufbereitet in Mobility Trends Reports, um Mediziner in aller Welt zu unterstützen. Behaupten die Konzerne, ganz uneigennützig.

Bevor es ein Medikament gibt, bevor es einen Impfstoff gibt, leisten Algorithmen erste Hilfe. Das klingt erstaunlich, ist es aber nicht. Wir sind mittendrin in der digitalen Revolution, die unser Leben umkrempelt, und die Corona-Pandemie wirkt als Beschleuniger. Für die Google-Holding Alphabet, für Apple, Facebook, Amazon, ohnehin die wertvollsten Unternehmen der Welt, ist die Krise keine Krise, sondern ein Aufputschmittel, sagen Börsenanalysten.

Alles dreht sich um künstliche Intelligenz, eine der größten Herausforderungen, mit denen unsere Spezies je konfrontiert war. Im Guten wie im Schlechten. Künstliche Intelligenz, das meint: Maschinen, Programme und Roboter, die selbstständig lernen, urteilen, Probleme lösen, Menschen überwachen. Die Flugzeuge, Autos, Züge, Schiffe lenken, den Verkehr regeln, Häuser planen und bauen. Die Texte übersetzen, an den Börsen handeln, Felder abernten, in Kriege ziehen. Die Krankheiten erkennen, Diagnosen und Therapien übernehmen, Corona-Tests auswerten, Masken produzieren, Kranke pflegen.

Science-Fiction? Nein, Alltag. Und das ist erst der Anfang.

Fortsetzung folgt.

Bleiben Sie munter!

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Verkehrte Welt

Na, schon probiert? Süßes Nichtstun, die Seele baumeln lassen, entschleunigen – herrlich. Nutzt die Zeit, Leute!

In einer Welt, in der man nur noch lebt, damit man täglich roboten geht, ist die größte Aufregung, die es noch gibt, das allabendliche Fernsehbild …

Der Song der Toten Hosen über den Rebellen Alex kommt mir – warum, weiß ich nicht – in den Sinn, als ich dieser Tage eine Traumschleife im Hochwald laufe. Auf dem sonst so stillen Wanderweg ist mehr los als auf dem Times Square in New York, dem Piccadilly Circus in London, dem Markusplatz in Venedig. Der Corona-Stresstest treibt die Leute raus aufs Land.

Verkehrte Welt.

Jeder Mensch lebt wie ein Uhrwerk, wie ein Computer programmiert, singt Campino, es gibt keinen, der sich dagegen wehrt, nur ein paar Jugendliche sind frustriert …

Die mir begegnen auf der Traumschleife, und das sind viele, meist zu zweit unterwegs, machen einen vergnügten Eindruck. Okay, manche japsen ob der ungewohnten Bewegung an der frischen Luft, manche fuchteln verzweifelt mit ihrem Smartphone herum auf der Suche nach einem Netz, das es im Wald nicht gibt. Natürlich nicht.

Alles in allem: eine total entspannte, friedliche Atmosphäre. Kein Lärm, nirgends. Vögel zwitschern. Es beginnt zu dämmern. Dahinten am Feldrain sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht.

Verkehrte Welt.

Die Entschleunigung, die wir so oft herbeisehnen und so selten genießen, ist plötzlich da. Unfreiwillig, eine staatlich angeordnete Verschnaufpause. Das ist es doch, was wir uns wünschen!

Ach, wie schön, mal nichts zu tun, eine Auszeit zu nehmen, das Weite zu suchen, auszusteigen, die Seele baumeln zu lassen, achtsam und empfindsam zu sein, in hyggeligen Glücksgefühlen zu baden, auf den Kieselsteinen am Fluss zu liegen und lässig zu beobachten, wie nichts passiert, Bäume zu umarmen und zu liebkosen oder einem Totholzhabitat beim Verwittern und Verwesen zuzuschauen … die Muße für all so was haben wir vor Corona, wenn überhaupt, mühsam der Hatz des Alltags abgezwackt.

Jetzt, mittendrin in der Virus-Krise, halten wir inne, wie in Zeitlupe, ein eingefrorener Moment für die Ewigkeit – und können es kaum erwarten, dass sich das Leben wieder beschleunigt. Schnell, schnell, schnell zurück in eine Welt, in der man nur noch lebt, damit man täglich roboten geht …

Frohe Ostern, bleiben Sie munter!

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Besten Dank, liebe Gemeinde!

Boah, was soll ich sagen, es ist erstaunlich, es ist fabelhaft, es ist überwältigend … ach, vielleicht einfach so: Besten Dank, liebe Leser!

Ich muss das mal loswerden: Wie die Community der Volksfreunde (Tschuldigung, neudeutsch!) zusammenhält und sich austauscht, ist bemerkenswert. Die Community, die Gemeinde, die Gemeinschaft, das sind Sie und das sind wir.

Sie schreiben, Sie rufen an, Sie posten im Netz. Sie fragen, Sie schlagen vor, Sie loben und Sie kritisieren.

Wir beantworten Ihre Fragen. Wir recherchieren Ihre Vorschläge. Wir freuen uns über Lob und wir lernen aus Kritik.

Eine Dame aus Trier erzählt am Telefon unter Tränen, dass die schönen Bilder im „Leserland“ sie aufmuntern und trösten, wenn sie morgens in die Zeitung schaut – sehr berührend. Wir machen weiter.

Eine junge Frau sendet eine Mail, in der sie schildert, wie es ihrem Großvater im Bitburger Krankenhaus erging. Das ist der Aufhänger für Chefreporter Bernd Wientjes; er dröselt die Hintergründe auf und berichtet über neue Erkenntnisse – interessant für alle. Wir machen weiter.

Fünf, sechs, sieben, acht Leserinnen wünschen sich eine Anleitung, ein Schnittmuster fürs Masken-Basteln – voilà, siehe Ausgabe vom 2. April. Wir machen weiter.

Drei Beispiele von vielen. Nicht jeder Tipp aus der Community entwickelt sich zu einem Thema, zu einer Geschichte – aber es ist reichlich Stoff dabei, besten Dank, liebe Leser, füttern Sie uns mit Ideen!

Weil die Lage sich ständig ändert, ist die eine oder andere Nachricht schnell überholt. Das gilt auch für Leserbriefe. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Zuschriften, deren „Haltbarkeitsdatum“ abgelaufen ist, nicht veröffentlichen.

Unsere Strategie: Fakten berichten, sachlich und konstruktiv, informieren, einordnen, Orientierung geben. Nicht orakeln, nicht spekulieren, wie das manche Panik-Apostel tun („In vier Wochen ist es bei uns so schlimm wie in Italien“), sondern sagen, was ist. Das fängt bei der Tonalität an, bei einzelnen Wörtern. Dieser Tage habe ich in der Schlagzeilenkonferenz am Nachmittag diese Überschrift auf der Mehrwert!-Seite entdeckt: „Angst richtet sich immer auf die Zukunft“, über der Ankündigung einer Telefonaktion mit Psychologen. Hmm. Am nächsten Tag haben Sie in der Zeitung gelesen: „Was tun, wenn wir die Welt nicht mehr verstehen?“ Hört sich gleich ganz anders an. Wir haben keine Angst. Wir machen weiter.

Bleiben Sie munter – und mutig!

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Lächeln, einfach nur lächeln

Halte Abstand! Huste in die Armbeuge! Gib mir bloß nicht die Hand! In kürzester Zeit schütteln wir unsere jahrhundertelang gepflegte kulturelle Codierung ab – und entwickeln eine neue.

Uuuuuuaaaaaatttschiiiiiii!!!!!!!

Es war der längste und lauteste Nieser, den ich je erlebt habe. Vor etwa zehn Jahren, auf dem Markt in Alt-Delhi, dem Zentrum der indischen Megametropole. Was für ein Gewusel. Stimmengewirr, Musikfetzen, Hupkonzerte. Rikschas, Tuktuks, heilige Kühe. Und Menschen, Menschen, Menschen. Dichtgedrängt. Der Stand eines Gewürzhändlers. Pfeffer, Kardamom, Nüsse, Kräuter, Trockenfrüchte … in Säcken, Schüsseln, Schalen. Herrlich bunte Pracht. Mitten drin in der Menge ein Sikh, zwei Meter groß, mit Turban, er feilscht mit dem Gewürzhändler. Plötzlich niest er. Gewaltig. Hand vorm Gesicht? Nö. Der Urknall aller Tröpfcheninfektionen.

Uuuuuuaaaaaatttschiiiiiii!!!!!!!

Eine unvergessliche Szene. Sie fällt mir ein, während ich darüber nachdenke, wie die Corona-Pandemie den Alltag verändert. Lieber Mr. Singh, wir niesen, husten, schniefen jetzt bitte schön in die Armbeuge!

Eine neue Kulturtechnik. Eine alte, in westlichen Ländern verbreitete, scheint dagegen abgeschafft. Das Händeschütteln, seit der Römerzeit üblich. Zur Begrüßung, zum Besiegeln von Verträgen („Hand drauf!“), um zu erkunden, ob das Gegenüber ein selbstbewusster Typ ist (fester, zupackender Händedruck) oder ein Schluffi (weiches, zartes Tätscheln). Ursprünglich war’s offenbar eine Geste, die signalisieren sollte: Ich habe keine Waffe, du kannst mir vertrauen. Nun ja, Viren sind Waffen, besonders gefährliche sogar. Beim Händeschütteln werden Erreger weitergegeben. Schon immer. Deshalb ist es gut, dass wir es in Europa neuerdings so machen wie die Menschen anderswo auf der Welt: Wir verzichten auf den Handschlag und schenken uns zur Begrüßung ein Lächeln. (Dass sich das mancherorts beobachtete Füßeln durchsetzen wird, bezweifle ich, und das Anstupsen mit den Ellbogen, hoffentlich ohne vorher in die Armbeuge geschnäuzt zu haben, hat wohl auch keine Zukunft).

Andere Länder, andere Sitten. Mir gefällt seit jeher der traditionelle indische Gruß: Handflächen vor der Brust aneinanderlegen, den Kopf leicht nach vorne neigen und „Namaste!“ sagen, „Guten Tag!“. Das passt immer, sogar nachts.

Zum Abschied heißt es bei uns nicht mehr „Auf Wiedersehen!“, „Ciao Ciao!“ oder „Tschö!“, die Leute rufen sich, aus sicherem Abstand, ein „Bleib(t) gesund!“ zu, längst ist die Formel in Briefen und E-Mails zu finden. Wie war das damals noch, vor dem Corona-Stresstest? „Mit freundlichen Grüßen!“, „Herzlichst!“ oder „Hochachtungsvoll!“ Vorbei.

Und wieder einmal lernen wir: Wenn es nottut, schaffen wir es schwuppdiwupp, die teils jahrhundertelang gepflegte kulturelle Codierung abzuschütteln. Bemerkenswert.

Namaste, bleiben Sie munter!

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Wir lernen und lernen und lernen

Die Zeiten sind aufregend. Ja, wir sitzen in der Grütze, aber da werden wir uns herausarbeiten. Ganz sicher. Nerven behalten.

Wenn wir uns aus der Grütze herausgearbeitet haben, wird die Welt eine andere sein. Wieder einmal. Wie nach der Pest, der Cholera, den Pocken. Wie nach Kriegen, wie nach Hungersnöten, wie nach Atomunfällen. Krisen verändern die Welt. Meist zum Positiven. Ich bin zuversichtlich.

Gab es das jemals, dass Milliarden Erdlinge kollektiv solche Einschränkungen erduldet haben, um uns alle und besonders eine Risikogruppe – die Alten und Geschwächten – vor einer Virusinfektion zu schützen? Nein, das gab es noch nie. Ein gewaltiger zivilisatorischer Fortschritt. Großartig.

Also. Jetzt gerade, tief in der Grütze, lernen wir. Manches verstehen wir, anderes nicht, wir sammeln Erfahrungen. Und bald, wenn das Schlimmste überstanden ist, werden wir die Lernchancen, unser frisch erworbenes Wissen, nutzen.

Erst einmal lernen wir ganz praktisch, was soziale Distanz ist. Zwei Meter Abstand voneinander halten, keine Kontakte. Wir lernen, was ein Lockdown oder Shutdown ist. Alles stilllegen, alles schließen, bis auf das unerlässlich Notwendige. Wir lernen, was Virologie ist, was eine Epidemie von einer Pandemie unterscheidet, was die Exponentialkurve verrät.

Wir lernen einiges über das globale Dorf, in dem wir leben, besser: Wir erinnern uns. Wir erinnern uns, dass Not erfinderisch macht. Wir erinnern uns, dass wir extrem gut darin sind, uns an schwierige Bedingungen anzupassen. Wir erinnern uns, dass wir soziale Wesen sind, die sich helfen, zusammenhalten, unterstützen. (Die meisten. Manche leider nicht, die bringen andere in Gefahr, feiern Corona-Partys, saugen reihum an der Shisha, hamstern Regale leer. Ignoranten, Egoisten, Dumpfbacken – die üblichen Verdächtigen seit je.)

Wir lernen, wie sehr es auf Kommunikation ankommt, auf die Tonalität, auf einzelne Wörter. Die Angst vor der Angst ist ansteckender als jedes Virus. Ich habe neulich und vorneulich und vorvorneulich darüber geschrieben. Bringt nix. Ist irrational. Deshalb umso wichtiger, für Politiker, für Wissenschaftler, für Journalisten: nicht von Krieg und Untergang und Panik faseln, sondern konstruktiv argumentieren, aufklären, erklären; nicht pausenlos Alarm schlagen, sondern Mut zusprechen; nicht nur sagen, was (momentan) nicht geht, sondern was geht.

Was geht, sehen wir. Zum Beispiel, was die Digitalisierung bewirkt. Was wir erreichen und bewegen dank der Vernetzung über das Internet. Der Transfer von Wissen: läuft. Wir arbeiten von zu Hause aus: läuft. Wir kaufen online ein: läuft. Schüler und Studenten lernen online: läuft. Alles anders als gewohnt, aber es läuft. Diese Erfahrungen werden unsere Lebensweise verwandeln.

Ach ja, dass Wichtigtuer und Durchgeknallte das Netz mit Falschmeldungen und Unfug zukleistern, war zu erwarten. Mein Tipp: ignorieren, distanzieren. Fake-News und Viren lassen sich nur stoppen, wenn man sie nicht weiterverbreitet.

Alles wird gut. Wir lernen und lernen und lernen. Manches verstehen wir, anderes nicht. Das Rätsel der Klopapier-Hysterie wird womöglich nie gelöst.

Bleiben Sie munter!

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Beweise? Kein Problem!

Sagen Sie mal, fragt ein Leser, statistisch betrachtet sterben doch viel mehr Deutsche an den Folgen des Rauchens und des Saufens als am Coronavirus. Warum redet keiner über so etwas?

Hmm. Mit Statistik lässt sich alles beweisen. Und das Gegenteil. Politiker, Lobbyisten, Wissenschaftler dröhnen uns Tag für Tag zu mit Zahlen und Daten und Studien und Prognosen, samt Risiken und Nebenwirkungen. Sie interpretieren und instrumentalisieren und gründeln aus dem Material heraus, was ihnen nützt und ihre Interessen befördert. Würde natürlich keiner zugeben …

Ginge es nach der Statistik, hätte ich jetzt, am Donnerstagabend, genug Zeit, darüber zu schreiben. Hätte ich, habe ich aber nicht, weil das Nachrichtenmonster kaum zu bändigen ist und Corona-News im Minutentakt ausspuckt. Keine Zeit für sonst was … außer … ha, das wollte ich sowieso mal erzählen:

Der US-Schriftsteller Don Winslow, dafür bekannt, dass er den Stoff für seine Romane bestens recherchiert, hat 2017 einen Polizei-Thriller mit dem Titel Corruption veröffentlicht. Darin eine Passage, an die ich immer wieder denke, wenn irgendwer mit irgendeiner Statistik um die Ecke kommt. Die Szene mit dem idealistischen New Yorker Cop Malone und seinem korrupten Chef Sykes ist Fiktion, und doch … so könnte es im richtigen Leben auch sein:

„Ich möchte, dass Sie rausgehen und Verhaftungen vornehmen“, sagte Sykes. „Unsere Zahlen im Bereich Crack sind zufriedenstellend, aber die Zahlen im Bereich Heroin sind suboptimal.“

Die sind verliebt in ihre Zahlen, diese Schreibtischstrategen, sagte sich Malone. Sie glauben, mit Zahlen kann man alles beweisen. Und wenn die Zahlen nicht passen, werden sie passend gemacht.

Ihr braucht Erfolgsmeldungen? Die Zahl der Gewaltverbrechen ist gesunken.

Die Mittel reichen nicht? Es gibt bald mehr Geld.

Ihr braucht Festnahmen? Dann nehmt alles fest, was euch über den Weg läuft, auch wenn es nie zum Verfahren kommt. Hauptsache, die Zahl der Festnahmen steigt.

Ihr braucht Beweise für den sinkenden Drogenkonsum? Kein Problem. Lasst eure Leute Drogen suchen, wo keine sind.

Die andere Methode, Zahlen zu schönen, besteht darin, Straftaten zu Ordnungswidrigkeiten runterzustufen. Aus „schwerem Raub“ wird „einfacher Diebstahl“, aus „Einbruchsdiebstahl“ wird „Hausfriedensbruch“, aus „Vergewaltigung“ wird „sexuelle Belästigung“.

Und siehe da – die Kriminalität sinkt.

Bleiben Sie munter!

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Denken Sie jetzt bitte bitte bitte nicht an einen rosa Elefanten!

Und wenn uns der Himmel auf den Kopf fällt?

Ja, wenn! Dann könnte … dann hätte … dann wäre …

Es ist zum Verzweifeln. Auf einmal haben alle Angst, heißt es. Noch mehr Angst als ohnehin. Panische Angst. Hysterische Angst. Es ist der Horror, dröhnt es irgendwo. Alarm, Alarm! Die Virus-Krise! Schrecklich!

Hallo?! Was macht das mit Ihnen, wenn Sie in diesen Tagen die Nachrichten lesen, sehen, hören?

Ich sage Ihnen, was es mit mir macht: nix. Außer: Es nervt. Weil: Es ist immer dasselbe.

Da taucht aus dem Nichts ein Riesending auf, fremd und bedrohlich, das Hechel-hechel-Live-Eilmeldungs-Extrasendungs-Breaking-News-hechel-hechel-Fieber steigt, es löst einen kollektiven Angstschrei aus, nach einiger Zeit beginnt die Verdrängung, die Gewöhnung, aus den Augen, aus dem Sinn, aus dem Bewusstsein, und aus dem Nichts taucht das nächste Riesending auf. Tausendmal erlebt.

Klar: Wir wollen Information. Wir wollen so viel wie möglich in Erfahrung bringen (um uns wappnen zu können); je mehr wir wissen, desto mehr gruseln wir uns: Kann es mich treffen? Ja. Kann passieren. Kann. Aber es ist nicht die Apokalypse. Die Welt dreht sich weiter. Alles schlimmer als je zuvor? Natürlich nicht. Leben ist immer lebensgefährlich (Erich Kästner).

Das Verrückte: Egal, ob wir in der Zeitung schreiben, dass jemand Angst vor dem Coronavirus hat, oder ob wir in der Zeitung schreiben, dass niemand Angst vor Coronavirus hat – nur ein Wort bleibt hängen: Angst.

Wenn wir schreiben: Es gibt ­KEINEN Grund zur Sorge, bleibt hängen: Sorge. Wenn wir schreiben: Es gibt KEINEN Grund zur Panik, bleibt hängen: Panik. Wenn wir schreiben: Es gibt KEINEN Grund für Hamsterkäufe, flitzen die Leute in die Geschäfte und räumen die Regale leer.

Eine List der Psyche. Probieren Sie mal aus, ob Sie dieses kleine Experiment meistern: Denken Sie jetzt bitte NICHT an einen rosa Elefanten. Noch einmal: NICHT an einen rosa Elefanten denken. Wetten, dass Sie es doch tun?!

„Welches ist der widerstandsfähigste Parasit? Ein Bakterium? Ein Virus? Ein Darmwurm? – Ein Gedanke! Resistent, hochansteckend. Wenn ein Gedanke einen Verstand erst mal infiziert hat, ist es fast unmöglich, ihn wieder zu entfernen.“ (Leonardo DiCaprio als Dominick „Dom“ Cobb im Science-Fiction-Film „Inception“)

Danke, Hollywood, danke, Wissenschaft, für diese Erkenntnis: Infektiöser als jede Krankheit ist der bloße Gedanke daran. Angst erzeugt Angst, erklärt der Neurobiologe und Autor Henning Beck. Geteilte Angst ist doppelte Angst. Ein uraltes Verhaltensmuster.

Auf Schritt und Tritt waren die Jäger und Sammler der Vorzeit tödlichen Gefahren ausgesetzt. Sie überlebten, weil sie Nachrichten austauschten und lernten, sich vor Ungemach zu schützen. Wie entzünde ich ein Feuer? Wo ist die nächste Quelle? Warum sollte ich davonlaufen, wenn eine hungrige Raubkatze naht?

Alles, was anders ist als der Alltag, signalisiert: Gefahr! Es ist wichtig, die Dinge zu bewerten und zu sortieren und zu ordnen, damit die chaotische Welt ein bisschen übersichtlicher wird. Für die Altvorderen, die durch die Savanne wetzten, zum Beispiel: Ein wütendes Nashorn ist gefährlicher als ein vollgefressener Löwe ist gefährlicher als eine träge Schlange ist gefährlicher als ein lahmer Affe ist gefährlicher als eine freche Biene ist gefährlicher als ein Marienkäfer. Manchmal ändert sich die Reihenfolge, dann ist eine freche Biene, die sich direkt vor meiner Nase beim Pollensammeln gestört fühlt, gefährlicher als ein vollgefressener Löwe, der weit entfernt unter einem Baum in der Mittagssonne döst. Wer solch eine Liste der gefährlichen Tiere kennt, hat es im Leben leichter als jemand, der ahnungslos ist.

An der Wissbegier des Homo sapiens hat sich nichts geändert. Heute verbreiten Milliarden Erdlinge Milliarden Informationen. Gerüchte rasen in Echtzeit durch die sozialen Netzwerke. Jeder weiß sofort alles. Oder nichts. Um zu sortieren und einzuordnen, braucht‘s emotionale Distanz und kühle Analyse. Also: entschleunigen; nicht in Hektik verfallen, wenn die Lage verzwickt ist; berichten, was ist, nicht was sein könnte; das nervöse Gezappel aus dem Netz nicht ungeprüft zur Nachricht aufblasen. Ganz altmodisch: erst denken, dann reden.

Logisch, oder? Vernünftig, oder? Und doch: Wenn es brenzlig wird, ist’s vorbei mit der Logik und der Vernunft. Ob sich die Menschen vor Atomkriegen oder Spinnen oder Terroristen oder Viren ängstigen, ganz gleich, in welcher Kultur, in welchem Winkel der Welt – der unmittelbare Reflex ist gleich und in unseren Steinzeit-Gehirnen programmiert: Der Körper setzt Stresshormone frei, beschleunigt den Herzschlag, wir reißen die Augen auf, ergreifen die Flucht. Was uns ängstigt, hängt auch davon ab, wie die anderen sich verhalten. Wir lassen uns emotional anstecken. Der Herdentrieb!

Wir ticken so, weil sich das in der Evolution als Überlebensstrategie erwiesen hat, sagt der Philosoph Rolf Dobelli: „Angenommen, Sie sind vor 50 000 Jahren mit Ihren Jäger-und-Sammler-Freunden in der Serengeti unterwegs, und plötzlich rennen Ihre Kumpels davon. Was tun Sie? Bleiben Sie stehen, kratzen sich die Stirn und überlegen, ob das, was Sie sehen, nun wirklich ein Löwe ist oder nicht vielmehr ein harmloses Tier, das wie ein Löwe aussieht? Nein, Sie spurten Ihren Freunden hinterher, so schnell wie möglich. […] Wer anders gehandelt hat, ist aus dem Genpool verschwunden.“

Ach du meine Güte. Was könnte … was hätte … was wäre … aus uns geworden, gäbe es die Angst und die Angst vor der Angst nicht.

Hurra, wir leben noch! Und jetzt vergessen Sie bitte bitte bitte diesen komischen rosa Elefanten …

Bleiben Sie munter!

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Gefangen in der Matrix

Bar jeder Vernunft: Irgendwo passiert unsagbar Trauriges, unfassbar Entsetzliches, unheimlich Gefährliches. Alle stürzen sich darauf, jeder will wissen, was los ist, blitzartig verbreiten sich Meldungen – und Falschmeldungen. Je unübersichtlicher die Lage, desto irrer und wirrer die Spekulationen, die Gerüchte, die Verschwörungsfantasien.

Im Internet steht‘s, hundertfach, tausendfach verlinkt und geteilt. Stimmt also, sagen manche. Muss stimmen. Die Fotos und Videos beweisen es. Brisante Infos. Und in den Systemmedien, im Volksfreund, kein Wort davon. Zensur! Leute, Leute …

Gerade ist es mal wieder sehr unübersichtlich.

Der Anschlag in Hanau: eine Geheimdienstaktion, um der AfD zu schaden, raunt das Netz, vielleicht auch ausländische Clans, ein Bandenkrieg.

Die Auto-Attacke auf den Rosenmontagszug in Volkmarsen: islamistischer Terror, raunt das Netz.

Das Coronavirus: eine Bio-Waffe aus chinesischen Hochsicherheitslaboren, raunt das Netz, oder von Pharmafirmen freigesetzt, um das Geschäft mit Medikamenten anzukurbeln.

Ja, ja, das Netz … es ist voll von Fake-News. Mal als Satire inszeniert, mal in der Absicht, Stimmung zu machen, Hass zu säen, die öffentliche Meinung zu manipulieren, mal einfach nur, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Masche zieht: Viele Nutzer fallen darauf herein, sie werden ängstlich, hysterisch, wütend. 

Schreiben Sie endlich, was dahintersteckt, verlangt ein Volksfreund-Leser, er habe die Tatsachen selbst im Internet recherchiert. Ein anderer meint, er sei gezwungen, sich im Ausland zu informieren, um die Wahrheit zu erfahren, die deutschen Medien dürften ja nicht berichten, was Sache ist – danke, Merkel! Und so weiter.

Das Netz ist eine Lügenmaschine: fingierte Nachrichten, wabernde Gerüchte, verkürzte Zitate, aus dem Zusammenhang gerissene Videos und Fotos – fertig ist die Verschwörungsfantasie. Manche Menschen fühlen sich von Fake-News bestätigt, weil die in ihr Weltbild passen. Etwa so: Die Regierung betuppt uns, große Konzerne unterjochen uns, die Medienfuzzis in Deutschland sind eh „von oben“ gesteuert und vertuschen, was wirklich geschieht. Siehste!

Die Fake-News-Fans vertrauen anonymen Webseiten, die keine Quellen nennen und wild spekulieren, mehr als Reportern und Polizisten, die vor Ort arbeiten. Und basteln sich, gefangen in der Matrix, eine alternative Version der Realität.

Beste Grüße

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Boah ey! Sagen, was Sache ist, oder: Von der Ehre, ein Ehren-Ruhri zu sein …

Ich bin gerührt. Ehrlich. Ich bin jetzt nämlich ein Ehren-Ruhri. Ein Ehren-Ruhri?! Wasndasn? Augenblick, gleich mehr dazu.

Das Schöne am Journalismus ist ja, dass nie Langeweile aufkommt. Jeder Tag bringt unglaubliche Überraschungen, jeder Tag bringt verrückte Nachrichten, jeder Tag bringt erstaunliche Erkenntnisse. Und es gibt nichts, was es nicht gibt.

Einfach spektakulös. Das, was passiert, und das, was passiert, wenn über das, was passiert, berichtet wird, wenn davon erzählt wird, wenn darüber diskutiert wird – mit anderen Worten: was selbst klitzekleine Kolumnen wie diese beim hochverehrten Publikum (also Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser) auszulösen vermögen.

Die einen lachen, die anderen weinen. Manche schimpfen wie die Rohrspatzen, manche machen einen Heiratsantrag …

Genug der Vorrede. Winfrid Heinen aus Leiwen, 79 Jahre jung, Journalist, Autor, Unternehmer, Erfinder, Traubenkern-Guru, Weinkenner, Weltverbesserer und treuer Volksfreund-Leser, geboren und aufgewachsen in Essen, vor Jahrzehnten an die Mosel gezogen, hat mich zum Ehren-Ruhri gekürt.

Ich bin baff.

In der Urkunde, die er mir überreicht hat, findet sich die Erklärung: „Ruhrgebietsmenschen, die sich selbst gern Ruhris nennen, sind stolz darauf, die Dinge des Lebens ohne Umschweife, Schönreden, Verdrängen und Auf-die-lange-Bank-Schieben nach klassischer Ruhri-Devise ,Sagen, was Sache ist’ direkt und geradlinig anzupacken. Peter Reinhart ist in mehr als 600 Folgen seiner Kolumne Forum auch bei kritischen Themen […] seinem Schreibstil klarer Aussagen und deutlich definierter, journalistischer Ethik treu geblieben. Offensichtliche Leitlinie des Autors sind Wahrheit […] und Klarheit. […] Da er sich – mit hoher sprachlicher Qualität, gelegentlich wortschöpferisch, aber immer treffend auf den Punkt gebracht – sowohl durch Geradlinigkeit als auch durch Herz und Verstand auszeichnet, wird Peter Reinhart hiermit zum Ehren-Ruhri ernannt.“

Hmm. Ich schweige ergriffen und überlasse Winfrid Heinen das Terrain. Auszüge aus seiner Laudatio:

„Die Faszination des Gedruckten ist das, was Peter Reinhart und mich verbindet – und offensichtlich allen Menschen nutzt: Europäische Leseforscher haben Studien mit 170 000 Teilnehmern in 30 Ländern ausgewertet – mit einem eindeutigen Ergebnis: Gedruckte Information wird wesentlich besser aufgenommen, verarbeitet und verinnerlicht, als Display- oder Bildschirmtext. Der für seine Weisheit geachtete 83 Jahre alte Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa, der auch mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, hat die positive Wirkung des Gedruckten aus eigener Autoren-Erfahrung in einem Kernsatz auf den Punkt gebracht: ,Lesen ist ein Motor des Fortschritts.’

Gedrucktes von Peter Reinhart begeistert Leserinnen und Leser durch den großen Wortschatz, der von Wörtern gehobener Sprache bis zu umgangssprachlichen Formulierungen reicht, sowie durch originelle Wortschöpfungen wie in der Forum-Folge 609 mit dem Titel ,Sozialer Klebstoff’. Da geht es um Pressetexte zum Klatsch über Promi-Lieben und -Dramen: ,Herzschmerzschluchz’ ist das Kennwort, mit dem Peter Reinhart Reaktionen bei der Lektüre definiert.

Ob Klatsch oder ernsthaft-strittige Themen wie Klimawandel oder wachsende Hass- und Gewaltbereitschaft – Geradlinigkeit ist publizistische Leitlinie aller Reinhart-Foren.

,Sagen, was Sache ist’ gilt im Ruhrgebiet als wichtige Grundlage menschlichen Miteinanders. Eine Anekdote zu diesem Leitsatz: Als junger Journalist habe ich mich mit Elke Heidenreich in Essen über die Besonderheiten der Menschen aus dem Revier unterhalten. Jahre später, als ich an der Mosel wohnte und Elke Heidenreich in Baden, inzwischen unter anderem als Komödiantin (Else Stratmann) und Autorin berühmt geworden, hörte ich in einem Radio-Interview mit ihr die Frage, ob sie nach ihrem Umzug an den Rhein etwas vermisse. Ihre Antwort: ,die Direktheit der Ruhrgebietsmenschen’.

Mit dieser Geradlinigkeit formuliert: Ich freue mich Woche für Woche auf die Lektüre des Forums, das informativ, verständlich und impulsgebend ist. Mein Kommentar nach Ruhri-Art: Boah ey!

Und so überreiche ich – vor ernstem Hintergrund, aber mit ein wenig Spaß – meine Ruhri-Ehrenurkunde, die schon Politikerinnen und Politiker erhalten haben, mit herzlichem Glückauf zum ersten Mal an einen Publizisten: an Peter Reinhart.“

Ich danke, lieber Herr Heinen, zu viel der Ehre, zu viel – ausnahmsweise bin ich sprachlos …

Beste Grüße

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Schiefe Bilder, schräge Vergleiche

Eine glücklose Politikerin kündigt ihren Rücktritt an – und löst eine mediale Mobilmachung aus. Was ist da los?

Nicht zufällig, diese Metaphorik: Machtkämpfe. Himmelfahrtskommando. Scheingefechte. An vorderster Front. Grabenkämpfe. Systematisch sturmreif geschossen. Dem Feuer zu lange ausgesetzt. Selbstzerstörungsmodus. Sekundärexplosion. Quälender Rück­zug. Todesstoß versetzt.

Bilder aus dem Krieg. Sprachbilder, die signalisieren: Es geht um Sein oder Nichtsein, um existenzielle Fragen, um eine schreckliche Tragödie. Oder etwa nicht?

Ich habe die martialischen Metaphern dieser Tage in Berichten und Kommentaren, in Analysen und Statements gelesen, gehört. Und einfach aneinandergereiht. Fertig ist die Mini-Biografie der glücklosen Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer, kurz AKK. Von ihr und ihrem angekündigten Rücktritt als Parteivorsitzende der Christlich Demokratischen Union Deutschlands ist die Rede in den Berichten und Kommentaren, in den Analysen und Statements: Verloren. Gestürzt. Zu Fall gebracht. Demontiert. Aufgerieben. Zerrieben. Versenkt.

Sprache ist Macht. Sprache beeinflusst unser Denken, ganz subtil. Menschen manipulieren Menschen – mit Wörtern, mit Metaphern, die uns helfen, komplizierte Vorgänge und komplexe Sachverhalte zu verstehen und Unverständliches in Verständliches zu übersetzen, die zugleich einen Rahmen für die Deutung von Ereignissen vorgeben: wie wir sie bewerten, wie wir die Welt wahrnehmen, wie wir uns darin bewegen.

Bewusst oder unbewusst: Je dramatischer die Entwicklung, desto drastischer die Sprache, die Metaphorik, die wir verwenden, um die Lage zu beschreiben, einzuordnen. Der Abgang von AKK – für manche Beobachter anscheinend so schlimm wie Krieg.

Echt jetzt?! Lausche ich anderen Interpreten, handelt es sich bloß um ein Beben, das die Demokratie erschüttert; bloß um eine Partei in schwerer See, der Kurs unklar, weil ein Fels in der Brandung fehlt; bloß um die übliche Salamistrategie im Pokerspiel. Ziemlich schräg …

Immerhin, es klingt für das Publikum nicht so furchterregend wie die Wortwahl der, ähm, Kriegstagebuchschreiber. Was noch? Ach ja: Polit-Analysten, die sportliche Vergleiche heranziehen: Für AKK ist das Rennen gelaufen, AKK geht k.o., AKK wirft das Handtuch – halt, stopp! Eine schiefe Metapher! Nicht der angeschlagene Boxer wirft das Handtuch, sein Betreuer tut das; es ist das Zeichen für den Ringrichter: Brich ab, mein Kämpfer ist am Ende, wir wollen den Knockout verhindern!

Herzliche Grüße

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur