Das Geheimnis der Witwe Klicko

Schade, sehr schade. – Ich bin schockiert! – Och nö, das gibt’s doch nicht. – Horror vacui! – Wie traurig ist das denn?! – Ich habe die Kolumne geliebt und werde sie vermissen. Et cetera. Perge perge.

Danke, liebe Leserinnen, liebe Leser, für die Mails, Briefe, Posts, Telefonate, für die klugen, für die witzigen, für die rührenden Worte.

Ich bin nur ein einfacher Mann, der versucht, seinen Weg im Universum zu gehen. Diese sechshundertsiebenundsechzigste Folge der Kolumne ist nun wirklich die letzte. Tempus fugit. Die Zeit flieht. Wir drehen noch eine Ehrenrunde, Sie lesen in diesem Augenblick den Epilog und – ich mach mal Ferngruß, weil ich es nicht schaffe, allen persönlich zu antworten, die sich gemeldet haben.

Was ich nie gedacht hätte: Das Rätsel war schneller geknackt, der Champagner schneller weg, als ein Lämmchen mit dem Schwanz wackelt. Na ja, fast. Wir haben: eine Gewinnerin. Niemand hat die Flasche Veuve Clicquot so verdient wie sie, wage ich zu behaupten. Schneller als ein Lämmchen … sagenhaft, unglaublich!

Die Preisfrage war: Lüften Sie das Geheimnis dieser Kolumne, enthüllen Sie die versteckten Botschaften, die ich über die Jahre eingeschmuggelt habe (als Akrostichon, die ersten Buchstaben der Texte zusammengesetzt bilden Sentenzen, Sinnsprüche – ein altmodischer Scherz).

Als da wären Klassiker, in Auswahl: Errare humanum est. Irren ist menschlich. Carpe diem. Nutze den Tag. Per aspera ad astra. Über raue Pfade gelangt man zu den Sternen.

Und natürlich einige meiner Lieblings-Weisheiten:

Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Immanuel Kants Mantra der Aufklärung)

De omnibus dubitandum est. An allem ist zu zweifeln. (Leitmotiv von Karl Marx)

Etiam si omnes, ego non. Auch wenn alle mitmachen, ich nicht. (Wahlspruch von Widerstandskämpfern in der Hitler-Diktatur)

Veuve Clicquot also für die Gewinnerin. „Wie lieb und luftig perlt die Blase / der Witwe Klicko in dem Glase“, reimte der Humorist Wilhelm Busch über das Kult-Getränk, benannt nach Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin, die 1805 nach dem Tod ihres Mannes dessen Firma in Reims übernahm und das Geschäft mit dem Champagner ans Laufen brachte – die Marke Veuve Clicquot ist Legende. Salute!

Das war’s. Acta est fabula, plaudite! Habe ich meine Rolle gut gespielt? Nun, so klatscht Beifall! Im übertragenen Sinn: Vorbei ist vorbei.

Bleiben Sie munter!

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur