Richtig? Falsch? Bitte prüfen!

Ich weiß, das Thema nervt. Fake-News. Immer wieder Fake-News. Ausblenden? Ignorieren? Ja, denkbar. Besser noch, behaupte ich: aufklären, erklären.

Kein Tag, an dem sich nicht Leser melden, die meinen, sie hätten im Internet hochexplosive Informationen aufgetan, die von den Mainstream-Medien totgeschwiegen oder zensiert werden.

Typische Frage: Warum berichtet der Volksfreund nicht darüber? Antwort: Weil die Informationen nicht stimmen. Nächste Frage: Woher weiß die Redaktion, dass es sich angeblich bloß um Gerüchte, Halbwahrheiten, Mythen, Verschwörungstheorien, Spekulationen, Fälschungen, Lügen handelt? Antwort: Recherche! Frage: Und wie geht das? Antwort: erstens Menschenverstand einschalten, zweitens grundlegende Punkte klären. Probieren Sie es mal. Zum Beispiel mit Hilfe einer Checkliste wie dieser hier, zusammengestellt von dem gemeinnützigen Verein „Deutschland sicher im Netz e.V.“ mit Sitz in Berlin unter der Schirmherrschaft des Bundesinnenministeriums:

Informationen sind vage und unvollständig: Oft fehlen bei Falschmeldungen wichtige Details wie Namen und Orte und es wird auf Formulierungen wie „ein Arzt“, „ein Onkel aus China“ oder „In einem Dorf in Italien“ ausgewichen.

Unklare Autorenschaft: Ist die Neuigkeiten verbreitende Person bekannt oder tatsächlich als Experte zu einem Thema anzusehen? Wenn nicht, könnte es sich um eine absichtliche Falschmeldung handeln.

Unbekannte Quellen: Welche Quellen werden angeführt? Überprüfen Sie, welche Meldungen von dort sonst noch verbreitet werden.

Exklusive Quellen: Wenn Behörden, Ministerien, Institute oder Leitmedien eine sehr brisante Meldung noch nicht aufgegriffen haben, dann könnte es daran liegen, dass sie schlichtweg falsch ist.

Zweifelhafte Echtheit von Zitaten: Würde die zitierte Person solche Sachen wirklich in der Öffentlichkeit sagen? Würde sie es tatsächlich so formulieren? Wenn Ihnen eine Aussage äußerst seltsam vorkommt, dann ist sie womöglich aus dem Zusammenhang gerissen.

Veraltete Meldung: Wenn eine Meldung über kein Datum verfügt oder sogar ein älteres Datum enthält, ist Vorsicht geboten.

Die Meldung ist einfach zu lustig: Wer beim Lesen laut lachen muss, hat es mit großer Wahrscheinlichkeit mit einem satirischen Beitrag zu tun.

Unausgewogene, nicht objektive Meldungen: Wenn ein Beitrag sehr einseitig wirkt und nicht alle Aspekte einer Geschichte beleuchtet, könnte es sich um die tendenziöse Arbeit von Lobbyisten handeln. Fragen Sie sich: Wer könnte von dieser Meldung profitieren?

Reißerische Schlagzeile: Anhand einer Schlagzeile korrekt über eine komplexe Situation zu urteilen, ist bisher noch niemandem gelungen. Oft handelt es sich bei emotionalen und provokanten Überschriften um das sogenannte „Clickbaiting“, bei dem Leser zum Klicken auf einen Link gebracht werden sollen, der dann aber die erwarteten Informationen gar nicht enthält.

(Quelle: sicher-im-netz.de)

Bleiben Sie wachsam!

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur