Warum? Darum!

Eine technisch-taktische Frage, immer wieder mal diskutiert, diesmal aufgeworfen von Herrn H. aus Trier: Warum stellt der Volksfreund nicht alle Leserbriefe ungekürzt ins Netz, am besten im Original, also unbearbeitet? Ihm sei klar, dass in die Zeitung nicht alles reinpasst und dass die Zuschriften nicht megalang sein dürfen (stimmt!) – aber im Internet …

Guter Gedanke, Herr H., und in einer perfekten Welt mit perfekten Menschen, die perfekte Leserbriefe schreiben, sicher leicht zu machen – alle Meinungsbeiträge ohne Filter direkt ins Netz, das klingt verlockend.

Die Wirklichkeit: Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Zuschriften ist inhaltlich fragwürdig (Stichwort: Fake) oder presserechtlich heikel (Stichwort: Beleidigung). Die Redaktion prüft  und entscheidet von Fall zu Fall über die Veröffentlichung. Es handelt sich, im Fachsprech, um eine kuratierte Auswahl (vom lateinischen Wort „curare“ = „Sorge tragen“, „sorgen um“).

Was meinen Sie, wäre wohl los, wenn niemand „Sorge tragen“ und all die Gemeinheiten, die manche Leute auskübeln, all den Hass, all die Hetze verhindern, eindämmen, eliminieren würde?!

Ein Beispiel nur: Fridays for Future. Klimastreik. Demo in Trier. Unsere Reporter berichten (auch) im Netz auf volksfreund.de, auf Facebook – und sofort tobt der Mob, via Kommentar-Funktion: „Da müsste man mit dem SUV reinfahren“ … „Hat jemand eine Handgranate dabei?“ … „Laufen die Patienten aus der Psych jetzt frei rum?“

Die Redaktion hat alle Hände voll zu tun, solchen Dreck wegzufegen. Das, lieber Herr H., ist die traurige Wahrheit.

Herzliche Grüße

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

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