Rums!! – Da geht die Pfeife los

Spaß mit Sprache. Es kracht und zischt und knallt, dass du denkst, du bist mittendrin im Tohuwabohu …

Papperlapapp! Frau M. sagt, es sei jetzt mal genug mit dem ewigen Meinungstheater in dieser Kolumne und Zeit für einen Themenwechsel. Sie selbst verspüre kein Verlangen, sich ständig mit gesellschaftspolitischen Verwerfungen zu befassen, mit Trump und Klima-Greta und Gedöns. Alles so sorgengram. Sie wolle zur Abwechslung lieber … ein bisschen Spaß.

Deshalb werfe sie nur ein Wort in den Ring und sei gespannt, was der Autor der Kolumne (also ich), dem auf jede Frage eine Antwort einfalle, damit anfängt. Ihr erstbestes Wort: Papperlapapp!

Seufz. Schluck. Schluchz. Vielen Dank für die Blumen, Frau M., auf jede Frage eine Antwort, das wäre wirklich wunderbar; ich habe ja den Verdacht, dass mir auf jede Antwort eine Frage einfällt, aber das ist schon wieder zu philosophisch.

Also: Papperlapapp! Gefällt mir. In den Wörterbüchern steht: frecher Ausruf als Entgegnung auf törichtes, dummes Geschwätz im Sinne von: Unsinn! Sei still! Nichts da!

Eine lautmalerische Interjektion, ein Einwurf, ein Ausrufewort. Wie: Mensch! Gute Güte! Sappradi! Herkunft: angeblich von „nicht mehr papp sagen können“ im Sinne von „sehr satt sein“. Das wäre geklärt.

Mit Wörtern malen, Geräusche nachahmen, Töne imitieren – miau, wauwau, kikeriki! Ich mag diese onomatopoetischen Spielereien. Witzig, dass die Leute in anderen Ländern andere Wörter erfinden, um dieselben Laute zu beschreiben. Oder krähen die Hähne in Frankreich (cocorico), England (cock-a-doodle-doo) und der Türkei (ü-ürü-üüü) anders?!

Zur Meisterschaft im Lautmalen hat es Wilhelm Busch (1832-1908) gebracht, ich verehre ihn. In den Bildergeschichten des Dichters und Zeichners kracht und zischt und knallt es, dass du denkst, du bist mittendrin im Tohuwabohu.

Etwa so: „Rums!! – Da geht die Pfeife los / Mit Getöse, schrecklich groß! / Kaffeetopf und Wasserglas, / Tabaksdose, Tintenfass, / Ofen, Tisch und Sorgensitz / Alles fliegt im Pulverblitz.“ Das sind einige Verse aus Max und Moritz, vierter Streich: das traurige Los des armen Lehrers Lämpel, der von den bösen Buben in die Luft gesprengt wird.

Herrlich – nicht das schändliche Attentat auf Lämpel, sondern die Sprache! Schnupdiwup. Rawau, rawau. Meck, meck, meck. Und geschwinde, stopf, stopf, stopf. Ratsch! Puff! Knacks! Rickeracke! Ricke­racke! … Papperlapapp! Für diesmal ist’s vorbei mit der Übeltäterei. Demnächst: neue Streiche!

Herzliche Grüße

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

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