Mal kurz die Welt retten? Hmm.

Die Deutschen und das Klima: gute Vorsätze, immerhin …

Pssst, schon gehört? Die fetten Jahre sind vorbei. Alle reden neuerdings davon. Die Vordenker, die Meinungsmacher und diejenigen, die sich für die Erziehungsberechtigten der Nation halten. Schluss mit der Völlerei, der Verschwendung. Askese ist angesagt. Nachhaltig leben. Einschränken. Achtsam sein. Die Welt retten. Gut so. Bloß wie?!

Irgendwo habe ich dieser Tage gelesen: Sind wir nicht alle Fridays for Future? Und, denglisch vermurkst: Make Germany Greta again. Na, dann fangen wir mal an. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) fasst den Stand der Dinge zusammen:

Was sagen die Umfragen? Drei von vier Erwachsenen sind bereit, auf Kurzstreckenflüge zu verzichten. Fast zwei Drittel würden deutlich weniger Fleisch essen. Mehr als die Hälfte kann sich vorstellen, das Auto in Innenstädten stehen zu lassen (Quelle: Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov). Wow!

Und die Fakten? 23,5 Millionen Flugpassagiere im Inland 2018 sind nur ein mikroskopisches Minus (Quelle: Statistikamt). 60 Kilo Fleisch im Jahr pro Kopf – das ist üppig, Tendenz leicht steigend (Quelle: Agrarministerium). Und der Autoverkehr hat zwischen 1995 und 2017 um knapp 18 Prozent zugenommen (Quelle: Umweltbundesamt).

Mal kurz die Welt retten? Hmm.

Selbst wenn Millionen Deutsche sich von morgen an vegetarisch ernähren, mit dem Rad zur Arbeit fahren und nicht mehr fliegen, bringt das fürs Klima: leider wenig.

Wichtig jedoch: das Signal, die Botschaft an die Entscheider in Politik und Wirtschaft. Wir wollen so nicht weitermachen. Tut etwas! Wir tun auch etwas (haben zumindest vor, etwas zu tun)! Nicht jammern! Nicht verkriechen! Sondern: neu denken, groß denken – und handeln!

Unsere Erfahrung sagt: Wir schaffen das. Wir finden auf (fast alle) Fragen eine Antwort, wir finden für (fast alle) Probleme eine Lösung. Dafür gibt es Tausende und Abertausende Beispiele, seit unsere Ahnen von den Bäumen herabgestiegen sind.

Wann immer gewaltige Naturereignisse, unvorstellbare Kriege, fürchterliche Seuchen die Menschheit durchrütteln und in existenzielle Krisen stürzen, rappelt sich die bedrohte Spezies auf und reagiert: mit revolutionären Ideen, mit großartigen Entdeckungen, mit wissenschaftlich-technischem Fortschritt. Freilich nicht, indem irgendwer einen Schalter umlegt und damit die Geschicke des Planeten korrigiert, und ganz bestimmt nicht ohne langwierige Auseinandersetzungen.

Zuallererst: Aufwachen! Raus aus der Komfortzone! Pack ma’s!

Herzliche Grüße!

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

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