Ein Glas Sekt per E-Mail

Egon Kappes aus Zeltingen-Rachtig schreibt: Ich möchte Ihnen für die aktuelle Ausgabe nach der Bundestags-Wahl ein großes Lob und die volle Anerkennung aussprechen – der Redaktion insgesamt und allen Redakteuren und Mitarbeitern, die mit ihren Berichten und Kommentaren, dem Erfassen und Zusammentragen der Wahl-Ergebnisse im Detail und der Auswertung im Großen ein übersichtliches Bild über die Wahl – regional und bundesweit – vermittelt haben. Bravo und vielen Dank!
Was von Ihren Leuten in wirklich kurzer Zeit geleistet werden „musste“, ist einfach großartig. Und das Ganze muss ja auch noch stimmen! Wenn man ab und zu mal einen Leserbrief schreibt, wird einem klar, wie schnell man durch seine Meinung im Schussfeld stehen kann. Gern würde ich Ihnen per E-Mail ein Glas Sekt zuschicken, was vielleicht in einigen Jahren möglich ist. Warten wir eine passende Gelegenheit ab. Alles Gute und vielen Dank!
Lieber Herr Kappes,
solches Lob freut uns sehr. Die Redaktion bereitet Ereignisse wie die Bundestags-Wahl in wochenlanger Arbeit vor. Generalstabsmäßig sozusagen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: alle Zahlen, alle Daten, (fast) alle Hintergründe – das haben, so umfassend und so aktuell, am Tag danach nur wenige Zeitungen in Deutschland geschafft. Dank der minutiösen Planung und der akribischen Recherchen in der Wahl-Nacht (bis weit nach Mitternacht) waren die Volksfreund-Leser bestens informiert.
Ganz ohne Nickligkeiten ist die journalistische Aufbereitung einer Wahl – die ja quasi in Echtzeit erfolgt – freilich kaum zu bewältigen. Mal ist es die Auszählung einzelner Stimmbezirke, die sich schier endlos hinzieht, mal ist es die knifflige Frage, ob der eine oder andere Kandidat über die Landesliste in den Bundestag einzieht oder nicht, mal ist es der vergebliche Versuch, einen „abgetauchten“ Politiker ans Telefon zu bekommen. Nervenzerfetzende Petitessen, die dem Endprodukt, der Zeitung, meist nicht anzumerken sind. Eine Ungereimtheit allerdings ist mehreren Lesern aufgefallen.
Stellvertretend für alle, die sich zum Thema „Briefwahl“ gemeldet haben, hier die Zuschrift von Klaus Lexen: Die im TV abgedruckten Ergebnisse in meiner Heimatgemeinde Neidenbach stimmen mit denen der Auszählung ohne Briefwahl überein. Wie es in den anderen Orten war, kann ich nicht beurteilen. Gibt es dafür eine Erklärung?
Lieber Herr Lexen,
am Wahl-Abend zählt jede Sekunde. Meine Kollegen Roland Grün und Ulrike Martin, die den Ergebnis-Dienst in der Redaktion gesteuert haben, wissen davon ein Lied zu singen. Unter höchstem Zeitdruck waren insgesamt 58 Tabellen aus 30 Kommunen zu organisieren, zu bearbeiten und ins Blatt zu heben. „Wir sind hervorragend von den Verwaltungen unterstützt worden“, sagt Grün. „Als Problem erwiesen sich jedoch die Stimmzettel der Briefwähler, die nicht in den Wahllokalen ausgezählt wurden, sondern zentral bei den Kreisverwaltungen.“ Es gelang nicht, sämtliche Briefwahl-Ergebnisse bis Redaktionsschluss zur Verfügung zu stellen. Ein Großteil der Tabellen enthielt zwar diese Stimmen, für einige Ausgaben mussten wir jedoch darauf verzichten. Den entsprechenden Hinweis haben wir in der Hitze der Nacht schlicht vergessen. Eine lässliche Sünde, hoffe ich. Wir lernen daraus fürs nächste Mal, denn: Nach der Wahl ist vor der Wahl.
Herzliche Grüße!
Peter Reinhart

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