Bin tot, ihr Pfeifen!

Diesmal andersherum: Die Fragen stellt die Chefredaktion – die Antworten geben die Leser. Ein Perspektiven-Wechsel.

Warum, so fragen wir uns, flattern reihenweise anonyme Zuschriften ins Haus? (Die drucken wir eh nicht, wissen Sie doch!).

Warum, so fragen wir uns, geifern, zetern und fluchen manche Schreiber los, als ob es kein Morgen gäbe. (Tss tss tss, das Gesetz, Sie wissen schon, beleidigende Texte bringen wir nicht!)

Warum, so fragen wir uns, liefern einige Autoren unabhlässig, naja, wunderliche Traktate und bestehen auf „unverzüglichem Abdruck“ (Sie wissen doch: keine Wahl-Parolen, keine Gebete, keine Denunziationen!).

Okay, es ist nicht die Mehrzahl der Zuschriften, aber ein erklecklicher Teil. Sie gehören, nach der festen Überzeugung ihrer Urheber, unbedingt in die Zeitung. Hunderte Exemplare dieser irrlichternden Spezies habe ich gesammelt. Und es hat nichts mit „Unterdrückung der Pressefreiheit“ zu tun oder mit „Manipulation“, wenn derlei NICHT veröffentlicht wird. Damit Sie eine Vorstellung davon bekommen, was ich meine, stelle ich – ausnahmsweise – einige Passagen aus „Leserbriefen“ im Original-Wortlaut mit allen Fehlern vor (die gröbsten Schweinigeleien sind mit Pünktchen markiert):

Beispiel eins: Bundestagswahl. Sch… Merkel (Kriegs-Tussi). Sie wollen bitte bekanntmachen, dass dieses WEIP nicht kath. ist. Wer die wählt, kommt nicht in den Himmel.

Beispiel zwei: Frau K… sorgt dafür das ihr Name in vieler Munde ist. Sie hat das krankhafte Verlangen immer und immer wieder in der Öffentlichkeit stehen zu müssen. […]

Beispiel drei: Im Angesicht des letzten Moments ist der Dr. Ackermann eine d… schw… H…s…

Beispiel vier: Lesen Sie die Bibel – das Wort Gottes! Jesus Christus möchte Ihr Retter sein! Gottesleugner sind geistig unterernährt. Das gilt auch für Atheisten.

Beispiel fünf: […] in Deudschland wird es nie ein Rauchfreies Land geben. […] Aufhalten kann keine Rhegierung der welt, weil die Menschheit das größte Raubtier auf Erden ist, und sich selbst zerstöhrt. […] Da müßte die Gesundheitsmienisterrin schwerste geschütze auf fahren wo diese niemals erreichen kann. Weil die welt unfähieg ist und bleiben wird. […] Bürger Meihnung.

Beispiel sechs: Einige Pastöre, sie haben seit vielen Jahren schädliche Mittel in Essen und Trinken gemischt, das brachte dann Schwindel, Kopfschmerz, Bauch-, Rückenschmerzen und noch vieles. Dazu schädliche Hypnose […] immer wieder Mordanschläge. Tag und Nacht Hypnose. […]

Beispiel sieben: Liebe Volksfreundredaktion, ich möchte mein Herz freimachen vor der Welt. Ich bin als A… M… geboren und bin doch Jesus Christus. […] Fragen dürft ihr, ich würde gerne in Trier bleiben, nur wenn ihr unverständig seid, trotzig und borniert, werde ich nach Kanada gehen – alleine. […]

Beispiel acht: Wir wissen vieleicht noch wie es wahr als die Maul und Klauen Seuche bekannt wurde oder die Vogel Krippe; die Wieldweinpest. Das wurden masnahmen erkriffen. Keulen der Tiere , Transporter verbot, und.un . Unsere Gesundheitsmrniester haben sich stark gemacht. […] Wurde deshalb ein Ausreise verbot erhengt. Und Heute weiß keiner wehr die kosten der Impfung übernhemen soll und muß. Und wehr überhaupt geimpft werden soll. Schulklassen werden geschlossen obwohl solche Riesigen vorausschaubar wahren Komliemet an unsere Gesundheits-Minister.

Beispiel neun: Ich bin seit 1988 verstorben, ihr Pfeifen! Mein lebender Vertreter.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Herzliche Grüße!

Peter Reinhart

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