Keine Tabu-Themen

Peter Paulus aus Thalfang schreibt: Ich habe eine Anfrage betreffend eines Leserbriefs mit dem Thema „Killerspiele“ in Verbindung mit Jugendkultur, Politik und Öffentlichkeit. Ist so etwas überhaupt gewünscht, oder ist von vornherein klar, dass ein solches Thema nicht von Jugendlichen in Ihrer Zeitung beleuchtet werden soll?
Lieber Herr Paulus,
vielen Dank für Ihre E-Mail. Wir haben über die sogenannten „Killerspiele“ in den vergangenen Wochen mehrmals ausführlich berichtet und einige Leserbriefe veröffentlicht. Wenn Sie die Diskussion bereichern und neue Aspekte beisteuern wollen, sind Sie herzlich dazu eingeladen, sehr gern auch aus der Perspektive von Jugendlichen – denn an der Meinung von jungen Leuten sind wir ganz besonders interessiert.
So schreiben Schüler, die am Medienprojekt „KLASSE!“ teilnehmen, seit Jahren regelmäßig im Volksfreund. Die Artikel werden auf Sonderseiten veröffentlicht. Aber auch ganz normale Leserbriefe von Kindern und Jugendlichen werden gedruckt, vor einigen Tagen zum Beispiel die Zuschrift von Grundschülern aus Lissendorf.
Also: Jeder Beitrag ist willkommen! Eine Zensur findet nicht statt. Die Meinungsvielfalt wird nicht unterdrückt, sondern gefördert. Grundsätzlich gibt es keine Tabu-Themen. Allerdings sind bei Leserbriefen einige Dinge zu beachten. Die wichtigsten Voraussetzungen in Stichworten:

  • inhaltlich: zu aktuellen Themen, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, nicht beleidigend, nicht zu Straftaten aufrufend, keine unhaltbaren Tatsachenbehauptungen enthaltend.
  • formal: nicht mehr als 60 Druckzeilen, in Ausnahmefällen bis zu 80 Druckzeilen. Damit möglichst viele Leserinnen und Leser zu Wort kommen, bitten wir, kurz und prägnant zu formulieren. Die Zahl der Einsendungen ist höher als die Kapazität an Leserbriefseiten, so dass wir eine Auswahl treffen müssen. Daher setzen wir Grenzen, nicht nur bei den Umfängen, sondern auch bei der Frequenz: Zuschriften vom selben Autor werden höchstens alle sechs bis acht Wochen veröffentlicht. Anonyme und offene Briefe werden nicht gedruckt.

Herzliche Grüße!
Peter Reinhart

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2 Kommentare

  1. Beim Thema „Computerspiele“ muss man dem Volksfreund ja eigentlich mal ein Kompliment aussprechen: Während die meisten anderen Mainstream-Medien hier nur mit einer meist fast schon bösartigen Ahnungslosigkeit ausgestattet sind, sitzen hier nämlich einige offensichtlich junggebliebene in der Redaktion, die selbst begeisterte Spieler sind.
    Selbst in der Hysterie nach „Amokläufen“, die zwar selten Schützenvereinen und Waffenlobbys zusetzt, dafür aber gerne Paintball- und Computerspielern, liest man hier viele ausgewogene und sachkundige Analysen und Berichte.

  2. Exakt – deshalb auch ein personalisiertes Extralob an Jörg Pistorius.

    Ich jedenfalls habe keine Lust, zwangsweise in die Sesamstraße umgesiedelt zu werden.

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