Kunstdünger und Fistelstimmchen

Horst Schmidt aus Trier schreibt: Als Moderator und überregional bekannter Sänger und Entertainer hat der TV mich im Artikel über das Olewiger Weinfest nicht einmal in einem Nebensatz erwähnt. Darum geht es mir aber nicht, sondern um allgemeine Unzulänglichkeiten. Ich weiß von vielen Vereinen, dass einzelne Beiträge durch Kürzungen der Redaktion inhaltlich total verfälscht worden sind.
Festredner der Kommunalpolitik, die ihre Sprüche klopfen, werden mit mehreren Zeilen bedacht. Künstler und Organisatoren, die ein Konzert oder Fest bestreiten, kommen dagegen selten vor, und wenn, werden die Namen verkehrt geschrieben.
Bei der Hip-Hop-Pop-Kunstdünger-Szenerie kommen die Fistelstimmchen der Front-Akrobaten wesentlich besser weg und werden den entrückt zugedröhnten Fans noch Tage später in lobenden Kritiken und vielen Bildern vorgeführt! Wenn man glaubt, auf diese Art ein paar junge Leute zum TV-Lesen zu bewegen, dann haben die Lokal-Reporter an der demographischen Entwicklung vorbeigeknipst!

Lieber Herr Schmidt,
vielen Dank für Ihre Hinweise. Die lokale Berichterstattung gilt als große Stärke des TV: Feste und Feiern, Vereine und Verbände, Empfänge und Ehrungen. Tausende und Abertausende Artikel und Fotos, Jahr für Jahr. Tausende und Abertausende Namen und Nachrichten, Jahr für Jahr.
Es kommt vor, dass jemand vergessen wird. Es kommt vor, dass ein Name falsch geschrieben wird. Es kommt vor, dass beim Bearbeiten von eingereichten Texten ein Fehler „hineinredigiert“ wird. Das ist sehr ärgerlich. Wenn es passiert und wir davon erfahren, drucken wir eine Korrektur und entschuldigen uns für den Fauxpas.
Dass grundsätzlich, wie Sie mutmaßen, die Berichterstattung über Vereine miserabel sei, bestreite ich allerdings – und die Rückmeldungen bestätigen das. So haben wir kürzlich in sechs Veranstaltungen mit insgesamt 200 Verantwortlichen von Trierer Vereinen gesprochen. Es gab Lob, es gab Kritik. Viele Anregungen fließen in die Arbeit der Redaktion ein – wir nehmen die Vereine und ihre Anliegen ernst. Und wir suchen weiter den Dialog, demnächst in der Eifel und an der Mosel. Ihre Meinung ist uns wichtig. Deshalb fragen wir nach – um zu lernen und (noch) besser zu werden.
Viele Grüße!
Peter Reinhart

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