Hier pro, dort kontra

Martin Vogt aus Trierweiler schreibt: Ich habe in einem Leserbrief, der am 2. April erschienen ist, das sogenannte „Ferkelbuch“ verteidigt und mich dabei vor allem auf die religiöse Kritik und die verwendete Sprache der bis dato abgedruckten Leserbriefe bezogen. Neben meiner Zuschrift wurde eine andere veröffentlicht, in der das „Ferkelbuch“ als rassistisch und antisemitisch hingestellt wird. Mein Brief bekommt einen Beigeschmack, denn es sieht nun aus, als würde ich ein rechtsradikales Buch, eine angebliche Neuauflage des nationalsozialistischen „Stürmers“, verteidigen. Nichts liegt mir ferner! Bitte drucken Sie eine Richtigstellung.

Lieber Herr Vogt,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Ich habe sie mit Interesse gelesen und beantworte sie an dieser Stelle, weil auch andere Leserbrief-Autoren mitunter ähnliche Bedenken äußern, nämlich: Die Aussage ihrer Zuschriften werde durch das Umfeld oder die Platzierung „umgefärbt“ und das, was sie eigentlich sagen wollten, konterkariert – weil neben dem eigenen Beitrag noch andere zu lesen sind, die womöglich ganz andere Ansätze verfolgen.
Ich teile diese Bedenken nicht, denn: Leserbriefe sind Kommentare, persönliche Meinungsartikel, je eindeutiger formuliert, desto besser. Fast immer gibt es unterschiedliche Sichtweisen und Interpretationen, in diesem Fall zum „Ferkelbuch“. Sie haben klar Position bezogen („Weder verwerflich noch schändlich“), die Autorin des Leserbriefs „Boshafte Hetze“ hat ihre konträre Ansicht nicht minder prägnant dargelegt. Hier pro, dort kontra – Verwechslungsgefahr ausgeschlossen.

Und genau das ist der Sinn von Leserbriefen: Sie beleuchten die Dinge aus verschiedenen Perspektiven und geben Denkanstöße. Die Vielfalt der Beiträge bereichert die Debatten.

Hin und wieder kommt es zu regelrechten Leserbrief-„Duellen“. Das kann recht spannend sein – aber nur, wenn inhaltlich neue Akzente gesetzt werden. Im Stil eines Ping-Pong-Spiels die immer gleichen Argumente der gleichen Autoren auszutauschen und zu wiederholen, wäre langweilig – und zudem nicht mit unserem Ziel vereinbar, möglichst viele Leser zu Wort kommen zu lassen.

Herzliche Grüße!

Peter Reinhart

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