In der Region, für die Region

Albert Borrelbach aus Koxhausen fragt: Warum wird der TV nicht in Nachrichten oder im Pressespiegel zitiert und erhält somit eine überörtliche Visitenkarte?

Lieber Herr Borrelbach,

vielen Dank für Ihre Frage. Es gibt in Deutschland mehr als 300 Tageszeitungen, dazu hunderte Zeitschriften, Magazine, Fernseh- und Radiosender sowie immer mehr Online-Anbieter. Sie werden unterschiedlich wahrgenommen. Auf der Bundes-Bühne dominieren überregionale Medien, auf den lokalen Schauplätzen die regionalen „Platzhirsche“. Der Trierische Volksfreund setzt zwischen Eifel und Hunsrück, zwischen Mosel und Saar die Akzente. Exklusiv-Meldungen des TV werden von Sendern wie RPR und SWR (Rundfunk und Fernsehen) häufig in Nachrichtensendungen zitiert, Auszüge aus Kommentaren in Blättern von „FAZ“ bis „Recklinghäuser Zeitung“ gedruckt, bisweilen in der Presseschau des ZDF oder im Deutschlandfunk verlesen.

Einige Beispiele für Geschichten, die unsere Reporter für die TV-Leser recherchiert haben – und die anschließend bundesweit von „stern“ bis „taz“ für Schlagzeilen sorgten: der Fall der vermissten Studentin Tanja Gräff, der notorische Verkehrssünder Peter Rauen, der wegen falscher Angaben zum Verlust seines Führerscheins ins Zwielicht geratene frühere Landtagspräsident Christoph Grimm, der Trierer Bischof Reinhard Marx und sein Verhalten im Fall Hasenhüttl, der Fußballtrainer Klaus Toppmöller und – ganz aktuell – der entlassene Geschäftsführer des Zweitligisten TuS Koblenz, Hermann Gläsner. Ganz zu schweigen vom Doerfert-Skandal und seinen Auswirkungen bis hin zum Rücktritt des früheren Bundesverkehrsministers Reinhard Klimmt.

Der Anspruch des TV ist es, die Menschen in der Region aktuell mit allen wichtigen und interessanten Informationen zu versorgen. Überregional agierende Medien zielen auf bundesweite Aufmerksamkeit. Als meistzitierte Print-Titel in Deutschland gelten „Spiegel“ und „Bild“. Das liegt an der Bedeutsamkeit mancher Nachrichten, aber auch an der Vermarktungsstrategie der Verlage, die Vorabmeldungen gleich im Dutzend verbreiten. Deren Neuigkeitswert ist oft überschaubar, ganz gleich, ob es um die Eskapaden von Prominenten geht oder um vermeintliche Aufreger aus Politik und Wirtschaft. Etwa, wenn Hinterbänkler aus dem Bundestag das nachrichtenarme Wochenende nutzen, um die mediale Meinungsführerschaft an sich zu reißen – meist für kurze Zeit. Das gehört zum Nachrichtengeschäft.

In der vielfältigen deutschen Medienlandschaft erfreut sich der TV wachsender Beachtung. So schrieb „Spiegel Online“ kürzlich in einer Betrachtung über Nachrichten-Portale im Internet: „Zwar gibt es hier und da hoch professionelle regionale Zeitungsauftritte im www [world wide web], doch in der Breite bieten die Lokalen ein trauriges Bild. […] Holger Kansky ist beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger für den Bereich Multimedia zuständig. Wenn man ihn nach gelungenen Auftritten von Regionalzeitungen fragt, vergehen einige Sekunden, bevor eine zögerliche Aufzählung kommt. Mit dabei: der ,Trierische Volksfreund‘ der ,Kölner Stadtanzeiger‘, der ,Tagesspiegel‘ aus Berlin, die ,Saarbrücker Zeitung‘ und der ,Südkurier‘. Es gibt über 300 Zeitungstitel in Deutschland.“

Beste Grüße!
Peter Reinhart

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