Hoppla!

Die einen beklagen, dass rechtspopulistische Leserbriefe veröffentlicht werden. Die anderen beklagen, dass linkspopulistische Leserbriefe veröffentlicht werden. Die einen fordern, rechtspopulistische Meinungen zu zensieren. Die anderen fordern, linkspopulistische Meinungen zu zensieren. Bloß die jeweils eigenen nicht …

Liebe Leute,

wir sind unter uns, deshalb verrate ich ein Geheimnis: Wir tun das längst, und wenn Sie Weiterlesen

Versuch und Irrtum reloaded

Wilfried Schnatmeyer, Schatzmeister der Deutschen Gesellschaft für Baukybernetik aus Graach an der Mosel, meint:

Sehr geehrter Herr Reinhart,

Ihre Antwort bei „Versuch und Irrtum“ im Leserforum macht mich stutzig. Sie wollen also dem Leser Ihrer Zeitung vorschreiben, wie er Ungereimtheiten im TV zu verstehen hat! Bilder sind zwar ganz schön, sie erinnern mich aber an eine große Groschen-Zeitung. Es ist auch anzumerken, wenn Sie Text aus der Rhein-Zeitung übernehmen, den ganzen Text zu übernehmen und nicht Absätze wegzulassen, weil wegen der Bildchen kein Platz mehr ist!

Weiter muss ich bemängeln, dass kritische Leserbriefe, die Ihnen nicht gefallen, nicht gebracht werden. Anstatt die Reklamationen zu akzeptieren, müssen Sie Ihren Leser Walter Ferner auch noch kritisieren und ihn als flüchtigen Leser hinstellen. Glauben Sie, Herr Reinhart, Sie hätten damit was Gutes getan?

Lieber Herr Schnatmeyer,

vielen Dank. Als ich Ihre Zuschrift las, dachte ich spontan, dass mein Versuch über „Versuch und Irrtum“ ein Irrtum war. Der Irrtum, dass es möglich sei, anhand einfacher Beispiele zu erklären, dass jeder Versuch, das Beste aus einer Geschichte Weiterlesen

Nr. 42 oder: Vom Glück des Schreibens

Zensur! Manipulation! Unterdrückung!

Hin und wieder ereilt uns der Vorwurf, dass es mit der Pressefreiheit beim Volksfreund ja wohl nicht weit her sei. Beweis: Der überaus wichtige Leserbrief von Herrn ABC zum Thema XYZ ist nicht veröffentlicht worden. Sagt Herr ABC.

Ich antworte dann stets nach bestem Wissen und Gewissen: In dieser Zeitung darf jeder seine Meinung sagen; keine Zuschrift wird aus ideologischen oder weltanschaulichen Gründen aussortiert.

Das heißt nicht, dass alle eingereichten Beiträge automatisch Weiterlesen

Wie Fußball ohne Schiedsrichter

Zwei Zuschriften zu einem Dauerbrenner: Hilfe, mein Leserbrief wird nicht gedruckt – das ist Zensur!

Hans Tintes aus Mürlenbach: Als Anlage beigefügt ein kritischer Blick auf das derzeit bedeutendste politische Thema in Europa. Ich bitte Sie, diese Zusammenstellung brennender Fragen zu veröffentlichen, aber nur dann, wenn das ohne Kürzung erfolgt. Dieses an die Substanz Deutschlands gehende Thema kann man nicht mit wenigen Sätzen darstellen, wenn man die wesentlichen Punkte dieser „dunklen Materie“ beleuchten will. […] Nun bin ich gespannt auf Ihre Entscheidung, nachdem Sie bereits zwei Beiträge von mir mit dem Vermerk „zu umfangreich“ (oder politisch nicht korrekt?) abgelehnt haben. Vom Platzbedarf dürfte mein Leserbrief in etwa dem entsprechen, den Sie am 27. Juli unter dem Titel „Verdammt viel Wut im Bauch“ gebracht haben. Viel Text und Bild um was?

Lieber Herr Tintes,

vielen Dank für Ihren Aufsatz zur Euro-Krise, den ich mit Interesse gelesen habe – aber leider nicht ins Blatt heben kann. Ihre Betrachtung würde vier Spalten der Zeitung von oben bis unten füllen, ohne Foto. Das wäre sechsmal so viel wie die als Beispiel angeführte „Wut im Bauch“, eine Schmonzette, die sich um die kulturelle Leistung der Rolling Stones für die Entwicklung des Menschengeschlechts drehte.

Sie sind mit Kürzungen nicht einverstanden; diese Ansage respektieren wir natürlich. Heißt aber auch: Angesichts der Überlänge bleibt Ihr Beitrag außen vor. Ist das nun Zensur? Ich meine: nein. Sie können kundtun, was Sie wollen. Es gibt keine Tabu-Themen, keine politische Rücksichtnahme, keine Vorlieben der Redaktion – bloß einige Spielregeln, die für alle gleich sind. Die wichtigsten in Stichworten:

• inhaltlich: zu Berichten oder Kommentaren, die im Volksfreund publiziert worden sind; im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, nicht beleidigend, nicht zu Straftaten aufrufend; die Meinung ist frei, doch falsche Tatsachenbehauptungen oder unbewiesene Vermutungen dürfen nicht verbreitet werden.

• formal: je kürzer, desto besser. Maximal 60 bis 80 Druckzeilen. Die Zahl der Einsendungen ist hoch, der Platz limitiert; wir müssen eine Auswahl treffen. Damit möglichst viele Leser zu Wort kommen, darf jeder im Schnitt etwa alle vier Wochen ran – und hat dazwischen Pause.

Ha! So viele Einschränkungen, so viele Ausschlusskriterien. Also doch Zensur! Gäbe es keine Regeln, würde die Anarchie ausbrechen, in der Zeitung wie im richtigen Leben. Wäre vielleicht lustig, aber willkürlich, chaotisch, unfair. Wie ein Fußballspiel ohne Schiedsrichter. Och, dann kicken wir heute mal 95 gegen 17 mit 28 Bällen auf sieben Tore. Aber ohne Abseits. Und morgen, im Rückspiel, einer gegen 50, ohne Ball. Nee, funktioniert nicht.

Genauso ist es bei Leserbriefen. Heute 400 Zeilen von einem Autor, und (fast) alle anderen haben das Nachsehen? Morgen nur Meinungen von Frauen unter dreißig? Und übermorgen … lassen wir das. Mein Tipp: Fassen Sie sich kurz, dann klappt’s auch mit der Veröffentlichung.

Eugen Ludwig aus Reinsfeld: Herr Reinhart hebt oder senkt den Daumen. Damit er (wieder) was zum Zensieren und Totschweigen meiner (bisher meisten) Zuschriften hat. Verleugnen lasse ich mich trotzdem nicht. Und verleugne mich auch nicht selbst. Wenn ich es dürfte, würde ich ihn daher einen Spießer und Ignoranten nennen. Da ich das aber nicht darf, tue ich das nicht. Denn beleidigen möchte ich ihn trotzdem nicht. Aber mich selbst totschweigen tue ich auch nicht. Das wäre wie geistiger Selbstmord. Alles richtig verstanden? Sehr gut!

Lieber Herr Ludwig,

besten Dank, netter Versuch. Es ist nicht möglich, jeden Leserbrief abzudrucken. Warum? Siehe oben. Sie reichen drei oder mehr Texte pro Woche ein, die wenigsten gelangen ins Blatt. Warum? Siehe oben. Ihre Traktate sind fast immer zu lang (vor allem die bunt angemalten) und sprengen die Normen. Warum? Siehe oben. Alles richtig verstanden? Sehr gut!

Herzliche Grüße!

Peter Reinhart

Hinterm Horizont geht’s weiter

Zwei Zuschriften zur Berichterstattung über die Protestbewegung „Occupy Wall Street“:

Erich Groß aus Trier meint: Bei der täglichen Lektüre des Volksfreunds gibt mir sehr zu denken, dass über die Unruhen in Amerika kein Wort berichtet wird. Dort werden friedliche Demonstranten seit Wochen von den Polizeikräften mit Gasgranaten attackiert und gezielt beschossen. Friedliche Menschen, die nichts weiter tun als für ihr Recht auf ein freies, menschenwürdiges Dasein zu demonstrieren. Und die ganze Welt schaut weg. Es ist schade, dass der Volksfreund sich in diesem Zusammenhang eindeutig auf dem Niveau der Bild-Zeitung bewegt, denn selbst dort schweigt man die Weiterlesen

Die Freiheit der Andersdenkenden

Karl-Heinz Hoffmann aus Strohn in der Eifel schreibt: Sehr geehrter Herr Reinhart, der nach den Todesanzeigen ehrlichste Zeitungsteil „Leserbriefe“ (wenn sie nicht von Journalisten getürkt werden) wird immer kleiner. Der Grund ist Ihr Unterlaufen der TV-Prinzipien (keine Veröffentlichung von anonymen Zuschriften). Sie nehmen sich das Recht heraus, diese Leserbriefe in Ihrem Kommentar ausschweifend zu besprechen (große Bilder nehmen außerdem den Briefen den Platz weg). Mit der lächerlich machenden Verteidigung der Redaktion sorgen Sie dafür, dass irgendwann niemand mehr kritische Briefe schreibt. Natürlich kann man verstehen, dass der TV auf Abonnenten, Religiöse, Parteien und die bei Ihnen Weiterlesen

Nicht so viele Bratwürste, bitte!

Alfons Meyers aus Konz schreibt: Ich habe (mit Interesse) am vergangenen Dienstag auf Seite drei des Trierischen Volksfreunds den Artikel „Grenzenloser Protest gegen Cattenom“ gelesen. Nach dem Lesen habe ich gedacht: Moment, da fehlt doch etwas.

Ich habe den Artikel noch einmal und sorgfältig gelesen. Und tatsächlich, jeder einzelne Redner ist namentlich genannt, nur die Anwesenheit und die Rede des Trierer Oberbürgermeisters Klaus Jensen wurde mit keinem einzigen Wort erwähnt.

Niemand, der nicht dort war, erfährt, dass er und seine Frau Malu Dreyer dort waren und sie sich damit, allein schon durch ihre Anwesenheit, gegen das Risiko engagiert haben, das dieses Kraftwerk für jeden in Weiterlesen

Pöbelnde Übelkrähen

Michael Hülpes aus Hermeskeil meint zum Thema „Anonyme Kommentare (Spontanäußerungen) zu Berichten auf volksfreund.de“: Ohne sich durch Angabe des Namens und des Wohnorts authentisieren zu müssen, also unter dem Schutz der Anonymität und ohne das Risiko, sich für das Geäußerte rechtfertigen zu müssen, ermöglichen Sie Ihren Internetlesern nicht nur, ihre Meinung zu publizieren, sondern häufig genug aus persönlicher Verärgerung heraus Institutionen, Verwaltungen oder Personen zu verunglimpfen – ohne dass diese sich mit juristischen Mitteln zur Wehr setzen können. Ich bin selbst auch schon Opfer solcher Rufschädigungen gewesen.
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Der nackte Wahnsinn

Eduard Pelzer aus Irrel schreibt zur Karnevals-Berichterstattung im Trierischen Volksfreund: Die Auswahl der Fotos für den Bericht „Schmuddelwetter und nackte Tatsachen“ beweist ein weiteres Mal in erschreckendem Maß, dass sich Ihre „Zeitung“ auf einem permanenten Weg redaktioneller Dekadenz befindet. Was Sie da präsentiert haben, ist thematisch in Text und Foto ein Gipfel von Geschmack- und Niveaulosigkeit. Sie haben mit dieser Darstellung das sittliche Empfinden vieler Menschen erheblich verletzt und eine große Zahl von Noch-TV-Lesern rücksichtslos beleidigt. Sie hätten allen Grund, sich dafür bei Ihrer Leserschaft zu entschuldigen.
Lieber Herr Pelzer,
vielen Dank für Ihren Brief. Ich bedaure, dass Ihr sittliches Empfinden verletzt worden ist, und erkläre gerne, warum die Redaktion entschieden hat, die „nackten Tatsachen“ in der Zeitung zu veröffentlichen.
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