Links? Rechts? Vorne!

Rückblende. 8. Juli 1949, ein besonderes Datum in der Geschichte dieser Zeitung: Der Trierische Volksfreund ist wieder der Trierische Volksfreund.

Von 1938 bis 1945 von den Nazis verboten, weil der Verleger Nikolaus Koch sich gegen die Gleichschaltung gewehrt hatte, nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst mit französischer Lizenz als Trierische Volkszeitung neu gegründet, prangt an jenem 8. Juli 1949, einem Freitag (und seitdem an jedem Erscheinungstag), der Traditionsname auf Weiterlesen

Edel, hilfreich und gut

Andrea Gierenz aus Irrhausen meint zu verschiedenen Veröffentlichungen über den Vermisstenfall Tanja Gräff:

Herrn Deschunty gebührt für seinen mutigen Leserbrief (TV vom 28. Januar) Dank, Respekt und Hochachtung. Er wird sich der dienstrechtlichen Folgen seines Briefes durchaus bewusst gewesen sein, und er wird diese in Kauf genommen haben. Wenn jedoch derart beleidigende Ansichten zur Person von Herrn Deschunty auf der Titelseite veröffentlicht werden (TV vom 2. Februar), dann zweifle ich stark an der Unabhängigkeit der Zeitung. Sie haben das Niveau des Volksfreunds in meinen Augen erheblich sinken lassen. Weiterlesen

Roter Ritter, schwarzer Ritter

Unabhängig? Überparteilich? Pah! Von wegen! Immer wieder bezweifeln Leser, dass der Volksfreund hält, was er verspricht: nämlich keiner politischen Gesinnung verpflichtet zu sein, keiner wirtschaftlichen Macht, keiner Religion. Die Bewertung wechselt, ganz offenkundig, mit der Perspektive des Kritikers. So kommt es vor, dass ein und derselbe Beitrag als Beweis dafür angeführt wird, die Zeitung sei rot oder schwarz.

Wir haben dieses Thema (ein Lieblingsthema unserer Leser!*) schon des Öfteren diskutiert; ich will Sie nicht mit Wiederholungen langweilen. Daher für diesmal ein Beispiel: Zwei Leser, zwei Meinungen zu einem Weiterlesen

Frisch, frech, fröhlich, frei

„Die ganze Welt ist eine Bühne, und alle Frauen und Männer bloße Spieler“ (Shakespeare, Wie es euch gefällt). Drei Leser, drei Anliegen, drei Antworten:

Anni Zenner aus Eschfeld schickt einen Brief und fünfzig Euro in bar: Ich möchte Ihnen einen Bericht zukommen lassen, der sich von anderen unterscheidet. Gerade deshalb finde ich ihn wichtig.

Unterwegs im südbelgischen Grenzgebiet blieb unser Auto mit einer Weiterlesen

Liebe Wutbürger …

Herr J. schreibt: Der TV ist zu feige, über politische Missstände, die allgemein bekannt sind, zu berichten. Er ist zahnlos und träge, er legt sich mit der örtlichen Prominenz ins Bett. […]

Ein Leser wettert anonym: Seit Jahrzehnten lese ich Ihre Zeitung. Leider bin ich dazu gezwungen, da es keine Alternative in unserer Region gibt. Der politische Teil Ihrer Ausgaben spielt für mich kaum noch eine Weiterlesen

Werch ein illtum!

Ernst Jandl hat geschrieben:
manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern.
werch ein illtum!

Lieber Herr Jandl*,
auch wenn diese Zeilen Sie nicht mehr zu Lebzeiten erreichen: Ich möchte Ihnen danken – für das großartige Gedicht mit dem Titel „lichtung“, veröffentlicht 1966 in dem Lyrikband „laut und luise“. Ihr wunderbares Wortspiel kommt mir manchmal in den Sinn, wenn ich von Lesern des Trierischen Volksfreunds höre oder lese, die Zeitung sei ja wohl alles andere als überparteilich und unabhängig, sondern politisch totaaaaal Weiterlesen

Lob und Tadel

Alfred Saxler aus Daun schreibt zu den Kommentaren auf Seite zwei: Der Trierische Volksfreund nimmt für sich in Anspruch, „unabhängig“ und „überparteilich“ zu sein. Ihre Kommentatoren entsprechen – in den politischen Stellungnahmen – diesem Grundsatz vielfach nicht. Die Arbeit der Bundesregierung zum Beispiel wird regelmäßig nicht regierungskritisch, sondern regierungsfeindlich beurteilt.
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Schneisen im Dschungel

Franziska Meyer-Heck aus Gerolstein schreibt: Das Leser-Forum gefällt mir sehr gut. Ich genieße es mit großem Interesse. Nun meine Frage: In der Mitarbeiterzeitung des „Verkehrsverbundes Region Trier“ ist mir folgender Satz aufgefallen: „… wenn dann jetzt der TV wieder zu einer objektiven Berichterstattung zurückfände…“. Berichten Sie etwa nicht immer objektiv? Ich lese seit Jahrzehnten den Volksfreund im Glauben der Objektivität. Sollte ich etwa jetzt nicht mehr so vorurteilsfrei lesen können?
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Das Grundgesetz

Ingrid Gouin aus Trier schreibt: Redakteure sollen berichten, nicht bewerten! Diesen journalistischen Grundsatz vernachlässigt der TV mehr und mehr. Ich habe zunehmend den Eindruck, dass das Prädikat „überparteilich“ sich zur Farce entwickelt und sich die Redakteure als sechste Kraft im Trierer Stadtrat entwickeln, samt vorgezogenem Wahlkampf. Dabei ergibt sich für mich die Frage, wie lange ich diesen Trend zur einseitigen Sensationsmache als Abonnentin noch akzeptiere.

Liebe Frau Gouin,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Die Nachricht ist heilig, die Meinung ist frei. Dieses alte Motto der „New York Weiterlesen