Links? Rechts? Vorne!

Rückblende. 8. Juli 1949, ein besonderes Datum in der Geschichte dieser Zeitung: Der Trierische Volksfreund ist wieder der Trierische Volksfreund.

Von 1938 bis 1945 von den Nazis verboten, weil der Verleger Nikolaus Koch sich gegen die Gleichschaltung gewehrt hatte, nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst mit französischer Lizenz als Trierische Volkszeitung neu gegründet, prangt an jenem 8. Juli 1949, einem Freitag (und seitdem an jedem Erscheinungstag), der Traditionsname auf Weiterlesen

Roter Ritter, schwarzer Ritter

Unabhängig? Überparteilich? Pah! Von wegen! Immer wieder bezweifeln Leser, dass der Volksfreund hält, was er verspricht: nämlich keiner politischen Gesinnung verpflichtet zu sein, keiner wirtschaftlichen Macht, keiner Religion. Die Bewertung wechselt, ganz offenkundig, mit der Perspektive des Kritikers. So kommt es vor, dass ein und derselbe Beitrag als Beweis dafür angeführt wird, die Zeitung sei rot oder schwarz.

Wir haben dieses Thema (ein Lieblingsthema unserer Leser!*) schon des Öfteren diskutiert; ich will Sie nicht mit Wiederholungen langweilen. Daher für diesmal ein Beispiel: Zwei Leser, zwei Meinungen zu einem Weiterlesen

Liebe Wutbürger …

Herr J. schreibt: Der TV ist zu feige, über politische Missstände, die allgemein bekannt sind, zu berichten. Er ist zahnlos und träge, er legt sich mit der örtlichen Prominenz ins Bett. […]

Ein Leser wettert anonym: Seit Jahrzehnten lese ich Ihre Zeitung. Leider bin ich dazu gezwungen, da es keine Alternative in unserer Region gibt. Der politische Teil Ihrer Ausgaben spielt für mich kaum noch eine Weiterlesen

Werch ein illtum!

Ernst Jandl hat geschrieben:
manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern.
werch ein illtum!

Lieber Herr Jandl*,
auch wenn diese Zeilen Sie nicht mehr zu Lebzeiten erreichen: Ich möchte Ihnen danken – für das großartige Gedicht mit dem Titel „lichtung“, veröffentlicht 1966 in dem Lyrikband „laut und luise“. Ihr wunderbares Wortspiel kommt mir manchmal in den Sinn, wenn ich von Lesern des Trierischen Volksfreunds höre oder lese, die Zeitung sei ja wohl alles andere als überparteilich und unabhängig, sondern politisch totaaaaal Weiterlesen

Lob und Tadel

Alfred Saxler aus Daun schreibt zu den Kommentaren auf Seite zwei: Der Trierische Volksfreund nimmt für sich in Anspruch, „unabhängig“ und „überparteilich“ zu sein. Ihre Kommentatoren entsprechen – in den politischen Stellungnahmen – diesem Grundsatz vielfach nicht. Die Arbeit der Bundesregierung zum Beispiel wird regelmäßig nicht regierungskritisch, sondern regierungsfeindlich beurteilt.
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Sie haben die Wahl

Mario Stapelmann aus Gerolstein schreibt: Alle sprechen von der Finanz- und Wirtschaftskrise. Ich spreche zusätzlich von einer Informationskrise! Am 7. Juni finden Kommunalwahlen statt. Themen wie Kindergarten-, Parkplatz- oder Straßenbauprojekte stehen auf der Agenda. Aber wofür stehen die Parteien und deren handelnde Personen? Wann erfahre ich etwas über die Ziele und Programme? Kurz, mir fehlt eine frühzeitige Information über die Inhalte. Ich wünsche mir, dass sich das Ringen der Politiker um uns Wähler nicht erneut darauf beschränken wird, am Wochenende vor der Stimmabgabe farbige Luftballons und Kugelschreiber vor Supermärkten und in Ortszentren zu verteilen!

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Die Meinung ist frei

Klaus Lorscheider aus Rascheid schreibt: Die Auswahl der Leserbriefe provoziert mich seit längerer Zeit, weil sie an Sensibilität zu wünschen übrig lässt. Nun ist wieder mal der Herr Berens aus Rommersheim abgedruckt worden. Nicht nur die Vielzahl seiner Schmähschriften, sondern deren einseitige Inhalte gehen oft am Sinn dieser Rubrik vorbei. Sie bieten ihm eine Plattform, die Sie bei politischen Beiträgen wesentlich besser sortieren. Nicht nur mir ist klar, dass dieser Schreiber sich als Besserwisser und Superreformer selbst klassifiziert. Bitte eifern Sie in punkto Einseitigkeit nicht Ihren Kollegen auf den politischen Seiten nach, die uns mit rot gefärbten Artikeln überschütten, denn ich will die SPD auch nicht durch „Passiv-Teilnahme“ unterstützen.

Lieber Herr Lorscheider,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Weit mehr als tausend Leserbriefe werden pro Jahr im TV veröffentlicht – Tendenz steigend. Alle eingesandten Beiträge abzudrucken, ist leider nicht möglich. Rund 75 Prozent Weiterlesen