Beiträge, getaggt mit ‘Sprache’

Denglisches Gemeng im Wörter-See

Freitag, 15. Januar 2010

Klaus Schwerdtfeger aus Trier meint zum Thema „Rabatte, Rabatte, Rabatte” (TV vom 5. Januar): Sie können es nicht lassen, die Werbe-Fuzzis des Handels. Immer wieder dieses bescheuerte „sale”. Und der TV hat nichts Besseres zu tun, als das auch noch per Foto zu verbreiten.
Ich weiß es aus meinem Bekanntenkreis: Man findet es nicht gut, aber man nimmt es hin. Der Umsatz wird bestimmt nicht durch „sale” gefördert. Im Gegenteil: Konservative kaufen dann extra nicht. Sie kaufen dort, wo man ihnen nicht mit „sale” kommt. Zu denen gehöre ich. Wäre schön, wenn Tausende diesem Beispiel folgten, damit endlich mal der „sale”-Unsinn aufhört.

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Klitzekleine Krater

Freitag, 13. November 2009

Alois Mayer schreibt per E-Mail: Sehr geehrter Herr Reinhart, da Sie mir bereits mehrmals mit Ihrem Wissen geholfen haben, bitte ich nun erneut um Klärung.
Ein „Maar” kennt jeder! Doch wie nennt man die Diminutivform, ein kleines Maar? Maarchen - Määrchen - Märchen?
In der Literatur findet man alle Schreibweisen. Teilweise sogar in demselben Text zweierlei Formen, so steht zum Beispiel auf www.tourismus.daun.de „Hetschenmäärchen am Holzmaar” und auf folgender Seite „Strohner Märchen”.
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Blut, Schweiß und Tränen

Freitag, 30. Oktober 2009

Gustav Schröder aus Sassen in der Vulkaneifel meint: Kürzlich habe ich im Sport-Teil die Überschrift „Am Boden zerstört” gelesen. Dieser Ausdruck, der den Zustand der deutschen U20-Nationalmannschaft nach der Niederlage gegen Brasilien umschreiben soll, ist unvollständig. Eigentlich müsste es heißen: „Der Rest wurde am Boden zerstört.” So lautete nämlich der Text in den Wehrmachts-Berichten des „Dritten Reichs”. Ähnliche Begriffe, die sich leider bis heute erhalten haben, findet man bei Victor Klemperer in LTI (Lingua Tertii Imperii), dem „Notizbuch eines Philologen”.
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Vom Ruck zum Rutsch

Freitag, 11. September 2009

Rudolf Boeck aus Trier schreibt zum TV vom 31. August: Autsch! Was sich der TV in dieser Ausgabe für sprachliche Fehler erlaubt, schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht!
Auf der Titelseite liest man: „Linksrutsch im Saarland”, als Balkenüberschrift über dem Aufmacher - ein ganz neuer, geradezu brandneuer Ausdruck in der deutschen Sprache! Man kennt „Linksruck” und „Bergrutsch  (-Sieg beziehungsweise -Niederlage)” zur Darstellung von politischen Ergebnissen, besonders von Wahlen. „Linksrutsch” aber ist eher eine sprachliche Fehlleistung, selbst wenn man den Sieg der Partei der „Linken” als Rutsch bezeichnen möchte. Hier grüßt dann das politisch-ideologische Murmeltier. Sprachlich handelt es sich um eine kühne Metapher, wie die Sprachwissenschaftler das nennen.
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Prall, fröhlich, unverkrampft

Freitag, 24. Juli 2009

Diesmal zwei Zuschriften zum selben Thema: englische Wörter in der deutschen Sprache!
Helmut Bodes aus Kinderbeuern meint: Mein Vater ist 78 Jahre alt, hat Schmied gelernt und natürlich kein Englisch, war überhaupt wenig in der Schule in den Kriegsjahren. Menschen wie mein Vater haben den Staat erarbeitet, auf dem der spätere Wohlstand aufbaute. Diesen Staat verstehen sie jetzt nicht mehr. Er fragt mich oft, was ist denn das: das Internet? Der iPod? Millionen Menschen wie mein Vater haben ein Recht darauf, zu verstehen, was die Zeitungen schreiben. Bitte in Deutsch oder in Klammern übersetzt. Was iPod ist, weiß ich auch nicht! Schlimm, aber wahr.
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Der Wunk mit dem Zaunpfahl

Freitag, 22. Mai 2009

Jürgen Lang aus Konz schreibt: Ich würde mich freuen, wenn Sie bei einer Redaktionssitzung einmal auf einen grammatikalischen Fehler hinweisen würden. In der letzten Zeit habe ich im TV wiederholt das Perfekt Partizip des Verbs „winken” als „gewunken” gelesen. Dies tut einem Germanisten und Deutschlehrer recht weh, muss es doch „gewinkt” heißen. „Winken” ist ein sogenanntes schwaches Verb und schwache Verben bilden das Perfekt Partizip, indem sie vor das Verb die Vorsilbe „ge” setzen und an den Stamm des Verbs das Dentalsuffix „t” anhängen. Dabei wird nicht wie bei den starken Verben meist der Stammvokal - je nach Ablautreihe - verändert.
Für viele Deutsche mag „gewunken” in Analogbildung zum Beispiel zu stinken, trinken oder sinken schöner klingen als „gewinkt”, dann müsste das Präteritum (Imperfekt) aber „wank” und nicht „winkte” heißen.
Ich würde mich freuen, vielleicht in Zukunft im TV - der im regionalen Teil sehr gut und im überregionalen Teil durchaus annehmbar ist - die richtige Form finden zu können. Dabei lese ich gerne, was immer mal in der Eile der Herstellung einer Tageszeitung passiert, über manchen Schreibfehler oder ein vergessenes Wort hinweg. Ich sehe diese Bemerkungen von mir als hinweisenden Wink, nicht als Wunk oder Wank.

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Von Eifelanern und Moselern

Freitag, 13. März 2009

Alois Mayer schreibt per E-Mail: Ich habe eine Grammatik-Frage, vielleicht können Sie mir helfen. Es geht darum, wie die Bewohner einer Ortschaft genannt werden. Wer in Daun wohnt, ist ein Dauner, klar, und wer in Steineberg lebt, ist ein Steineberger. Aber wie ist es etwa bei Steiningen (Steiningener oder Steininger?), Dahnen (Dahnener oder Dahner?), Bingen (Bingener oder Binger?) - ich habe (noch) keine Regel gefunden.
Lieber Herr Mayer,
vielen Dank für Ihre Zuschrift. Ein spannendes Thema, das uns in der Redaktion fast täglich beschäftigt und immer wieder muntere Debatten auslöst! Heißt es Eifler, Eifeler oder Eifelaner? Darüber wird im Landstrich zwischen Bitburg, Daun und Prüm trefflich gestritten. Die gängigste Variante ist Eifeler, und die verwenden wir auch im TV. Die Moselaner dagegen sind sich einig, sie lehnen den Moseler ab.
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Vier Fälle, tausend Zweifelsfälle

Montag, 2. Februar 2009

Jutta Nettelmann schreibt per E-Mail zur Überschrift des Aufmacher-Artikels vom 29. Januar (Seite eins der Zeitung):

Liebe Volksfreund-Redaktion,
da müht man sich ab, seinen Kindern richtiges Deutsch beizubringen und dann kommt die Tageszeitung mit einer Überschrift auf der Titelseite, in der Singular und Plural durcheinander geschmissen werden. So viel ist klar: Rasen wird teurer und Drängeln wird teurer, aber Rasen und Drängeln werden teurer. Ein wenig mehr Sorgfalt wünscht sich ihre Leserin  
Jutta Nettelmann

Liebe Frau Nettelmann,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Die deutsche Sprache kennt zwar nur vier Fälle, dafür aber über tausend Zweifelsfälle, meint Bastian Sick, der Autor des Bestsellers „Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod“. Will sagen: fast keine grammatikalische Regel ohne Ausnahme.

Im vorliegenden Fall sind sowohl Singular als auch Plural möglich. „Rasen und Drängeln wird teurer“ ist grammatikalisch genauso richtig wie „Rasen und Drängeln werden teurer“. Es handelt sich um eine „feste Verbindung“. Wenn man sich den Artikel dazu denkt – der in Zeitungs-Überschriften oft weggelassen wird –, liegt die von der TV-Redaktion gewählte Variante nahe: „(Das) Rasen und Drängeln wird teurer“. Doch wie gesagt: Beides ist erlaubt.

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Hildebrand und Hadubrand

Samstag, 6. Dezember 2008

Stephanie Frauenkron aus Trier schreibt: Ich finde es sehr schade, dass häufig mehr Wert auf Schlagzeilen gelegt wird als auf Inhalte. Besonders nerven mich die zum Teil reißerischen Überschriften und die konstruiert wirkenden, oft an den Haaren herbeigezogenen Alliterationen. Etwa vor einigen Tagen „Wirbel um den Wechselwilligen” im Sport-Aufmacher. Tatsächlich behandelte gerade mal ein Viertel des Artikels den Wunsch Lukas Podolskis, den Verein zu wechseln. Warum kein informativer, interessanter Titel? Warum diese überflüssigen, zurechtgebogenen Formulierungen, die doch so oft ins Lächerliche abgleiten? Warum allzu oft diese unsachliche, fast schon primitive Sprache? Mir ist bewusst, dass der TV kein Blatt mit einer intellektuellen Leserschaft ist. Das ist nicht weiter schlimm - aber ist es deshalb nötig, gleich das Sprachniveau auf das Minimale zu senken?

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Deutsche Sprache, schwere Sprache

Freitag, 12. September 2008

Bruno Loosen aus Konz schreibt: Ich bin seit über 50 Jahren TV-Abonnent und erlaube mir folgenden Hinweis. Sie schrieben in der Zeitung kürzlich von einem „IT- Service”. Was ist das? Ich kann mir unter der Abkürzung „IT” gar nichts vorstellen. Auch der Begriff „Call Center” sagt mir nichts. Es wäre sehr informativ, wenn „meine” Zeitung Abkürzungen in Klammern ausschreiben und die Angaben erklären würde.
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