Don Quijote und der Dass-Satz

Hartmut Schmidt aus Daun schreibt: Hallo verehrter Herr Reinhart, zu meiner regelmäßigen Lektüre gehören Ihre Beiträge zur Sprache in der Zeitung. Es vergeht allerdings kein Tag, an dem nicht in irgendeinem Text im TV der oder die Verantwortliche für den Text mit „das“ und „dass“ grundsätzliche Probleme hat.

Ein Beispiel finden Sie etwa in der Ausgabe vom 30. November auf Seite 16: „Du wirst für ein Verbrechen angeklagt, dass du nicht begangen hast“ (im „Extra zur Person“ über Rechtsanwalt Otmar Schaffarczyk). Aber auch der umgekehrte Fall, dass anstelle „dass“ das langgesprochene „das“ im Text erscheint, ist ständige Übung im TV.

Sehen Sie eine Möglichkeit, das (!) abzustellen / dass das (!) abgestellt werden kann?

Ihr treuer Leser Hartmut Schmidt

Lieber Herr Schmidt,

vielen Dank für Ihren Brief.

O weh! Fehler passieren, doch solche Fehler sind peinlich.

Das oder dass? Wer mit dem Schreiben und Bearbeiten von Texten sein Geld verdient, muss wissen, dass sich das Das im Das-Satz von dem Dass im Dass-Satz unterscheidet. Punkt.

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Es irrt der Mensch, solang er strebt

Franz-Josef Kaspers schreibt per E-Mail zum Artikel „,Büro-Versehen’ lässt Malu Dreyer alt aussehen“ (TV vom 3. Oktober):

Liebe Volksfreund-Redakteure,

wenn ich Redakteur Ihrer Zeitung wäre, hätte ich mir genau überlegt, ob ich diesen Artikel über unsere Ministerpräsidentin gleich auf der ersten Seite platziert hätte. Vielleicht würde ich ihn auch gleich ganz weglassen. Gerade der Trierische Volksfreund ist bekannt dafür, dass Tag für Tag einige Beiträge und Kommentare derart viele Fehler, sprich Rechtschreibfehler, Grammatikfehler, Flüchtigkeitsfehler, Wiederholen von Sätzen in der nächsten Zeile und so weiter veröffentlicht werden, dass man sich fragen muss, liest hier Weiterlesen

Auf die Schrippe genommen

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie müssen jetzt tapfer sein: Sommerpause – das Forum schließt für vier Wochen. Zuvor werfen wir traditionell einen Blick in die Hexenküche des Lektorats. Und beschäftigen uns mit Verhackern, Vertippern, Verhunzern, die beim Korrekturlesen aufgefallen sind und nicht in die Zeitung gelangten. Zum Glück!

Wir wissen, dass wir nichts wissen. Niemand ist vollkommen, niemand ist unfehlbar. Kein Papst, kein Kaiser, kein Nobelpreisträger, nicht einmal der Autor dieser Zeilen.

In der Textproduktion widerfahren uns Unvollkommenen und Fehlbaren die wunderlichsten Malheurs! Wie schnell ist ein Buchstabe verdreht, verschluckt, versemmelt – und keiner Weiterlesen

Der Binde-Strich im Drucker-Zeugnis

Peter Mertes aus Speicher schreibt zur „Bindestrichflut im Sportteil“, festgemacht an der Ausgabe vom 7. März:

Es ist klar, dass nicht jeder Text der dpa auf Rechtschreibung und Grammatik überprüft werden kann, bevor er es in die Zeitung schafft. Aber es wird überdeutlich, dass man sich auch auf Texte der Presseagentur nicht mehr verlassen kann.

So heißt es in einem Artikel über den VfB Stuttgart, dass Vedad Ibisevic „für das Viertelfinal-Hinspiel gegen Lazio Rom gelb-gesperrt“ sei. Nicht nur, dass die Rechtschreibung hier grenzwertig ist, auch inhaltlich ist der Weiterlesen

Gugg amol der Guggugg guggt

Jörg Busch schickt per E-Mail einen Kurzkommentar: Neue Rechtschreibung beim TV?

Beigefügt ein Ausschnitt der Seite zwei vom 15. Januar, versehen mit dem handschriftlichen Vermerk „Ha Ha“ sowie eingekringelt das Wort „kuckt“ in der Überschrift „Berliner Grüne kuckt bei Julia Klöckner ab“.

Lieber Herr Busch,

vielen Dank für den Hinweis. Es stimmt, der Volksfreund gibt – wie jede andere Publikation – ab und zu Anlass, sich über Rechtschreibfehler zu ärgern. Im vorliegenden Fall ist die Kritik allerdings nur teilweise berechtigt. In unserer Gegend, wie generell im Süden Deutschlands, sagt man gemeinhin „gucken“, im Norden eher „kucken“. Beides ist Weiterlesen

Paul Anker und die Eisprünge

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie müssen jetzt tapfer sein. Das Forum geht in die vierwöchige Sommerpause. Zuvor gibt’s zur Erheiterung – fast schon eine Tradition – neue Fundstücke aus der Hexenküche des Lektorats. Verhacker, Vertipper, Verhunzer, die beim Korrekturlesen aufgefallen sind und nie in die Zeitung gelangten. Zum Glück!

Hier einige der schönsten schrullig-schrägen Buchstabendreher und Stilblüten, verpackt in eine Geschichte voller Fehler, wie sie im richtigen Leben natürlich nie vorkommt:

Im Anfang war das Wort. Eigentlich mehrere Wörter. Um genau zu sein: Weiterlesen

Buchstabenlawine im Olympiabad

Friedhelm Oeffling aus Bitburg schreibt: Ihre Zeitung ist recht interessant und aufwendig gestaltet, aber warum investieren Sie nicht ein paar Euro in ein vernünftiges Rechtschreibprogramm, damit die Ausgaben ohne beziehungsweise mit weniger Fehlern zu den Lesern kommen?

Lieber Herr Oeffling,
vielen Dank für Ihren Brief. Eins fünf null null null null null null null. Das ist nicht die Nummer gegen Kummer und nicht die telefonische Fehler-Seelsorge. Sondern, grob überschlagen, die Zahl der Buchstaben, die jedes Jahr im Volksfreund gedruckt werden: 150 Millionen.

Die Kalkulation basiert auf Durchschnittswerten: täglich 75 Seiten mit allen Lokalausgaben, davon zwei Drittel redaktionelle Inhalte, davon wiederum zwei Drittel Text; pro Seite etwa 10.000 Buchstaben, Weiterlesen

Manche mögen’s heiß

Ein Leser ohne Namen schreibt als „gggggg“ per E-Mail an „alle“: Wir waere es mal mit einem Rechtschreibprogramm?
Leiebr Leesr onhe Nmaen,
ich vremute, Sie sieplen auf Rehctschierbfelher in der Zietnug an. Wie srtak draf man Wröter vrdereehn, dmait man eienn Txet ncoh vtsheert?
Vreblüffned, oder!?
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Die Sprache gehört dem Volk

Klauspeter Bungert aus Trier weist auf einige Rechtschreib-Probleme hin: Die neue Schreibung scheint bei den Korrektoren im TV immer noch zu Verwechslungen zu führen. Besonders aus der Groß- und Klein-, Zusammen- und Getrenntschreibung entstehen zuweilen Kombinationen, die unter sprachlogischen und grammatikalischen Gesichtspunkten fehlerhaft erscheinen.
So setzen Wortpaare wie „Haus gemacht“, „Gott gewollt“, die als Zusammenziehung Eingang ins Sprachbewusstsein gefunden haben, getrennt geschrieben den im Deutschen nicht vorgesehenen lateinischen Kasus des Ablativus absolutus voraus. (Richtig wäre: „von zu Hause gemacht“, „von Gott gewollt“.) Fälschlicherweise groß geschrieben finde ich häufig Adjektive nach der Präposition „am“. Etwa in der Ausgabe vom 5. / 6. September, Seite 23, linke Spalte, dritter Absatz, zweite Zeile: „am Schamlosesten“. Immer wieder anzuführen wäre „am Besten“. Die Großschreibung suggeriert eine Personifizierung: (gehen oder schauen) an einem Menschen entlang, der schamlos ist, (sich messen oder verzweifeln) an einem Menschen, der großartig ist. Bei der Komparation (Steigerung) von Adjektiven (Eigenschaftswörtern) bleibt die Kleinschreibung erhalten: schamlos – schamloser – am schamlosesten.

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Tempora mutantur

Margitta Endres aus Wittlich schreibt zum Artikel „Integrieren statt bejammern“, der sich mit den Plänen zum Erhalt der Römischen Villa in Wittlich befasst (TV vom 29. April): Nun wollen wir aber hoffen, dass die Verantwortlichen auf den Autobahnträger schreiben: „Tempora mutantur“ und nicht Mutantor. Überhaupt: ich habe immer wieder und immer öfter den Eindruck, dass der Volksfreund kaum Korrektur gelesen wird, bevor er in Druck geht. Aber ich bleibe trotzdem Abonnentin.
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