Gefällt mir, gefällt mir nicht

Na, noch neugierig? Was meinen Sie? Klar doch, Sie haben eine Meinung. Wir alle haben eine Meinung. Ach was, eine Meinung – wir sind: Meinungsvulkane. Dazu gleich mehr. Erst mal drei Meinungen von drei Männern, die sagen, dass sie den Volksfreund nicht lesen:

Einer schreibt: „Ihre Zeitung ist die konservativste in der ganzen Republik.“ Ein anderer: „Es gibt genügend Menschen, die wissen, wo die Wahrheit liegt – jedenfalls nicht in den Verlautbarungen der westlichen Leitmedien.“ Ein dritter: „Information und Meinung bilden im Volksfreund eine subtile Melange, die beeinflussen, ja belehren und umerziehen will. Wozu also etwas lesen, von dem ich vorher schon weiß, was (welche Meinung) drin steht? Schlimm, diese Hofberichterstattung. Geschriebene Drehbücher ohne Überraschung. Papiermüll.“

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Dichtung, Wahrheit und ein toter Hund

O-Ton des jungen Goethe, nachdem sein Sturm-und-Drang-Schauspiel Götz von Berlichingen zerpflückt worden war: „Schlagt ihn tot, den Hund! Er ist ein Rezensent!“ So ist das: Kritiker kritisieren – und werden kritisiert, seit alters.

Beatrix Strempel meint zum Artikel „Poesie auf der Drehleiter“ (TV vom 14. November): Schon lange nicht mehr habe ich so etwas Schönes gesehen und gehört wie diesen Abend über Hermann Hesse. Das begeisterte Publikum spendete nicht enden wollenden Applaus.

Ich war geschockt, als ich den Artikel las. Es erschien mir befremdlich, dass die Autorin Eva-Maria Reuther Begriffe wie „betulich“, „manieristisch“ oder „aufgesetztes Pathos“ für die Beschreibung dieser besonderen und feinsinnigen Rezitation verwendete.

Hat Frau Reuther mit der Künstlerin Claudia Dylla und dem Parnass Ensemble gesprochen, hat sie nachgefragt, wie die Inhalte zustande kamen? Wie lange musste alles eingeübt werden, damit es perfekt und bühnensicher darzubieten ist? Hat sie mit den vielen Besuchern darüber gesprochen, was sie  von der Vorstellung hielten? Wenn ja, was hat Frau Reuther dazu bewogen, diese harsche, unangebrachte Kritik zu schreiben? Weiterlesen

Nur Freund, nicht Feind

Ob Sie es glauben oder nicht: Ich bin dankbar für Kritik, die Sie, liebe Leser, am Volksfreund oder generell an den Medien äußern. Ich versuche, daraus zu lernen. Und ich verstehe, dass manches, was Journalisten tun (oder nicht tun!), Sie verärgert oder gar Ihr Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Zunft erschüttert. Kein Ding, lassen Sie uns darüber reden.

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Links? Rechts? Vorne!

Rückblende. 8. Juli 1949, ein besonderes Datum in der Geschichte dieser Zeitung: Der Trierische Volksfreund ist wieder der Trierische Volksfreund.

Von 1938 bis 1945 von den Nazis verboten, weil der Verleger Nikolaus Koch sich gegen die Gleichschaltung gewehrt hatte, nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst mit französischer Lizenz als Trierische Volkszeitung neu gegründet, prangt an jenem 8. Juli 1949, einem Freitag (und seitdem an jedem Erscheinungstag), der Traditionsname auf Weiterlesen

Alleyn uff gewynn und groß beschisß

Johannes Mohr aus Trier schreibt „zur Frage der Machtausübung“: Wir haben erlebt, wie eine Gewerkschaft ihr „Recht“ auf Streik ausgeübt hat, nicht nur im Kampf gegen den Arbeitgeber, sondern auch gegen eine konkurrierende Gewerkschaft. Wenn Arbeiter gegen ihren Arbeitgeber streiken, wird in der Regel nur der betroffene Betrieb lahmgelegt.

Wenn aber Lokführer und Flugzeugpiloten streiken, nehmen sie zahlreiche neutrale Personen (Pendler, Schüler und andere) in Geiselhaft und erhöhen damit erheblich das Druckpotenzial. Es gibt also Personengruppen, die aufgrund ihrer Tätigkeit eine wesentlich größere Macht ausüben können als normale Bürger. Da erhebt sich die Frage: Inwieweit ist diese Machtausübung zulässig und verantwortbar?

Zu den Gruppen mit besonderem Einfluss gehören auch die Redakteure von Zeitungen und Zeitschriften. Andere Personen können nicht mit den gleichen Mitteln antworten und sich verteidigen, wenn es vor Ort keine konkurrierende Zeitung oder Zeitschrift gibt. Ein Bericht zu einer Straftat kann durch Vermutungen und vorauseilende Unterstellungen Stimmungen erzeugen. So kann eine Kampagne entstehen, zum Beispiel beim Bischof von Limburg oder anderen Personen des öffentlichen Lebens, die Fehler begangen haben und medial ins Abseits gestellt werden. Weiterlesen

Putin auf der Ofenplatte

Wichtig! Unbedingt drucken! Unverzüglich! Jetzt oder nie!

O je, Alarm! Wieder mal. Fast jeden Tag melden sich Weltenretter zu Wort. Erleuchtete und Erweckte. Verzückte und Verblendete. Hexer und Hetzer. Sie senden ellenlange Essays, pralle Polemiken, trockene Traktate. Unerhörte Gedanken, allesamt. Kühn, gewagt, abenteuerlich – wie ein Stratosphärensprung ohne Fallschirm.

Die Erleuchteten-und-Erweckten-und-so-weiter verlangen, dass ihre Schriften in der Zeitung veröffentlicht werden. Sofort! Weil sie etwas Weiterlesen