Ein Pamphlet aus dem Netz

Caramba! Das gibt’s doch nicht! Schon wieder! Ausgerechnet diejenigen, die von „Mainstream“ und „Lügenpresse“ schwadronieren, von „Medienmafia“ und „gleichgeschalteter Meinungsindustrie“,  die uns Journalisten unterstellen, wir würden lügen … ausgerechnet diejenigen versuchen, uns zu betuppen. Etwa mit gefälschten Leserbriefen.

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Nur Freund, nicht Feind

Ob Sie es glauben oder nicht: Ich bin dankbar für Kritik, die Sie, liebe Leser, am Volksfreund oder generell an den Medien äußern. Ich versuche, daraus zu lernen. Und ich verstehe, dass manches, was Journalisten tun (oder nicht tun!), Sie verärgert oder gar Ihr Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Zunft erschüttert. Kein Ding, lassen Sie uns darüber reden.

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Die Sache mit der Maus

Mal unter uns, liebe Leserin, lieber Leser: Sie erwarten, dass wir wahrhaftig berichten; Sie erwarten, dass wir aufrichtig berichten; Sie erwarten, dass wir ehrlich berichten. Ich sage: Jawoll, das versuchen wir, das tun wir nach bestem Wissen und Gewissen. Klar: Irren ist menschlich, Fehler passieren, aber alles in allem attestiere ich der Redaktion des Volksfreunds: das passt, das läuft.

Gestatten Sie, dass ich heute einen klitzekleinen Wunsch an Sie richte, Leserbriefe betreffend. Bitte schreiben und bleiben Sie so wahrhaftig, aufrichtig und ehrlich, wie Sie das von uns Journalisten – zu Recht – einfordern.

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Nichts als Lugen

+++ Breaking News +++ Eil +++ Programmänderung +++ Wir bitten alle Leser, die sich auf neue Erkenntnisse über das bekannteste Wort der Welt freuen, um ein wenig Geduld. Hoffentlich okay, Herr Kind, Herr Freischmidt und andere?! +++

Jetzt aber, aus aktuellem Anlass, live in die Staaten, ins Trump-Land.

Wir sehen: eine Wahlparty für den Mann, der sich um das Amt des Präsidenten bewirbt und dessen Ansichten noch exzentrischer sind als seine Frisur. Wenn ich’s nicht werde, tönt er, sind die Medien schuld.

Wir hören: seine Anhänger, die lauthals in Richtung der Fernsehkameras krakeelen: Lugenpresse, Lugenpresse. Nanu, Lugenpresse? Ja, Lugenpresse!

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Demokratie wagen – und ertragen!

Cornell Bach aus Trier schreibt: Lügenpresse? Okay, kein schönes Wort. Wie wäre es mit Unterschlagungs- oder Manipulationspresse? Jedenfalls hat der Volksfreund wieder zugeschlagen und einen wichtigen Satz aus der Rede von Joachim Gauck unterschlagen. Stimmt nicht? Dann schauen Sie sich bitte den Anhang an. Oder bin ich einer Medienente aufgesessen?

Sehr geehrter Herr Bach,

danke für den Hinweis und den mitgelieferten „Beweis“, ich zitiere den vermissten Gauck-Satz weiter hinten. Als Ihre Quelle habe ich den Nachrichtensender n-tv.de ausgemacht (Autoren: „hul/AFP“). Sie meinen also, dass der Volksfreund lügt und manipuliert, n-tv dagegen wahrhaftig informiert? Schauen wir uns den Fall an:

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Urteile und Vorurteile

Cornell Bach aus Trier schreibt:

Frage: Wie verhält sich der TV zu der Richtlinie 12.1 vom Presserat? So wie ich das gelesen habe, will man weiter daran festhalten. Es stand zu lesen, dass Diebe von Smartphones in der Metternichstraße in Trier festgenommen wurden. Oder waren es wirklich Deutsche? Der Verdacht wird jedenfalls auf diese Volksgruppe gelenkt. Trier-Nord und Metternichstraße passen doch gut.

Frage: Was berichtete der TV im Januar 2015 über die erschreckenden Vorkommnisse im Hamelner Krankenhaus? Bei meiner Recherche war in den Medien nur von einer Großfamilie zu lesen. Jetzt lese ich wegen 12.1, dass es sich um eine 30-köpfige Großfamilie aus dem Libanon handelte.

Ich will es einfach nicht glauben, was hier abgeht.

Sehr geehrter Herr Bach,

weil es mal wieder um Grundsätzliches geht – Presserat, Ethik, Lügenpresse – und all das dutzendfach diskutiert worden ist, versuche ich zur Abwechslung eine historische Annäherung und versorge Sie mit ausführlichen Zitaten.

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Von Tintenstrolchen und Presskötern

„Darf eine Zeitung beschimpft werden? Darf der einfache Mann aus dem Volke, dem jene Erkenntnis über das Zeitungswesen mangelt […], darf einer, der ihr Wirken nicht durchschaut, dem aber endlich ein Ahnen die Augen geöffnet, dem dumpfen Gefühl von Abscheu und Ekel in einem Schimpfwort den erlösenden Ausdruck geben?“ Das fragte sich Karl Kraus (1874-1936), Polemiker, Dichter, Sprach- und Kulturwächter, und lieferte die Antwort in einem Aufsatz, 1902 publiziert, gleich mit: ja, jeder darf.

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Kopfgeburten

Frau W. schreibt: Ihre Lügen und Falschinformationen haben wir bis oben hin satt! Artikel 23 Grundgesetz aufgehoben. BRD de jure erloschen. Firma BRD ist zwangsvollstreckt. Die Militärregierung der Alliierten hat das Sagen, was in diesem Land abgeht.

 Wir fragen uns seit 1996, wie lange Sie als Propaganda-Medium die Menschen (Strohfrau, Strohmann, Personalausweisträger, Staatenlose) noch belügen, kurzum: verarschen, mit Mumpitz ablenken und verblöden.

Wer sich nicht informiert, ist der Dumme! Das trifft auf nichts besser zu als auf Menschen, die ausschließlich Fernsehen schauen, Radio hören sowie Zeitungen, Magazine und Illustrierte lesen. Diese Menschen werden über diese Medien nämlich niemals erfahren, was im hiesigen Land für ein unfassbar perverser Betrug an der Bevölkerung begangen wird. Weiterlesen

Ein Fall ist ein Fall ist ein Fall

Zur Debatte um „Lügenpresse“, „Maulkorb“ und „Vertuschen“ meint Uwe Postma aus Trier: Der Volksfreund schreibt über neue Dimensionen der Gewalt in der Kölner Silvesternacht. Wieso neu? Die Vorfälle schockieren die Republik. Zu Recht. Wie müssen sich Frauen fühlen, wenn sie von Horden von Männern eingeschlossen, verhöhnt und begrapscht werden? Abgesehen von der unvorstellbaren Erniedrigung und der Angst, wozu diese Männer noch imstande sind. Weiterlesen

Löcher im Käse

Martina Lenzen aus München schreibt zur Kolumne „Wörter und Unwörter“ (TV vom 7./8. November): Papst Franziskus und auch Papst Benedikt nennen den Umgang mit alten Menschen „Kultur der Entsorgung“ und „heimliche Euthanasie“. Was müssen die jetzt befürchten? Wer verklagt sie?

Liebe Frau Lenzen,

dass die beiden Päpste wegen drastischer Wortwahl ins Fegefeuer kommen, ist nicht zu erwarten. Warum auch? Sie beschreiben schlimme Zustände und setzen sich dafür ein, diese Zustände zu verbessern.

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