Dichtung, Wahrheit und ein toter Hund

O-Ton des jungen Goethe, nachdem sein Sturm-und-Drang-Schauspiel Götz von Berlichingen zerpflückt worden war: „Schlagt ihn tot, den Hund! Er ist ein Rezensent!“ So ist das: Kritiker kritisieren – und werden kritisiert, seit alters.

Beatrix Strempel meint zum Artikel „Poesie auf der Drehleiter“ (TV vom 14. November): Schon lange nicht mehr habe ich so etwas Schönes gesehen und gehört wie diesen Abend über Hermann Hesse. Das begeisterte Publikum spendete nicht enden wollenden Applaus.

Ich war geschockt, als ich den Artikel las. Es erschien mir befremdlich, dass die Autorin Eva-Maria Reuther Begriffe wie „betulich“, „manieristisch“ oder „aufgesetztes Pathos“ für die Beschreibung dieser besonderen und feinsinnigen Rezitation verwendete.

Hat Frau Reuther mit der Künstlerin Claudia Dylla und dem Parnass Ensemble gesprochen, hat sie nachgefragt, wie die Inhalte zustande kamen? Wie lange musste alles eingeübt werden, damit es perfekt und bühnensicher darzubieten ist? Hat sie mit den vielen Besuchern darüber gesprochen, was sie  von der Vorstellung hielten? Wenn ja, was hat Frau Reuther dazu bewogen, diese harsche, unangebrachte Kritik zu schreiben? Weiterlesen

Die Vermessung der Welt

Tatarataaaa!!! Dies, liebe Leserinnen und Leser, ist die 250. Ausgabe des Forums. Ihres Forums. Sie haben viele, viele Fragen gestellt, Anregungen gegeben, Recherchen angestoßen, manche Kritik geäußert und ein bisschen Lob. Dafür herzlichen Dank und: weiter so!

Brauchen wir das Forum? Wozu det Janze? Dergleichen höre ich ab und an. Ist doch egal, heißt es dann, ob ihr Zeitungsfritzen euch am Telefon, per Brief, elektronischer Post, Fax oder im persönlichen Gespräch mit der Leserschaft auseinandersetzt. Haltet das privat! Derlei muss doch nicht in der Öffentlichkeit Weiterlesen

Zwölf Uhr mittags

Hans Meyer aus Gondorf in der Eifel schreibt: Hallo TV, ich bin auch noch da! Ich höre nicht mehr gut, ich sehe nicht mehr gut, ich humpele sehr – dennoch möchte ich noch nicht abgeschrieben werden. Ja, ich möchte auch mal in die Leserbrief-Spalten kommen!
Ich bin alt geworden (82) und nicht mehr von heut‘ und morgen. Aber ich freue mich täglich auf die Zeitung, die ich sehr genau studiere. Ob Politik, Wirtschaft, Sport oder das regionale Alltagsgeschehen, alles verfolge ich noch genau. Mache mir meine eigenen Vorstellungen, bilde mein eigenes Urteil. Dabei kommen oft differenzierte Resultate heraus.
So stört mich der Kitsch der sogenannten Prominenz, deren Wehwehchen, Hochzeits- und Scheidungsrummel, oder wer mit wem hat verkehrt – ist ja nur in die Welt gesetzt der Publicity wegen. Was schert den kleinen Mann dieser Markt! Ob es notwendig ist? Es müssen möglichst viele negative Schlagzeilen her, hebt ja die Auflage der Gazette!
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