Der Tarzan-Jane-Faktor

Ich Tarzan. Du Jane.  Schön romantisch, diese Anmache, jedenfalls in den schnulzigen Verfilmungen des Dschungel-Klassikers von Edgar Rice Burroughs. Ein paar Wörter bloß. Dazu ein bisschen techteln und mechteln, also das, was die Wissenschaft „nonverbale Kommunikation“ nennt. Und einige gezielt eingesetzte Urlaute. Uuuaaahhhh, uuuaaahhh. Fertig.

Ich Tarzan. Du Jane. Ich dich lieben. Mehr braucht es nicht. Kurz. Klar. Knackig. Sie hat ihn verstanden, er hat sie verstanden, sie haben sich gekriegt. Der Tarzan-Jane-Faktor. Satzbau nicht korrekt? Egal.

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Oft fällt das Denken schwer …

Journalisten-Lehrbuch, erste Lektion: Mit einem Erdbeben anfangen! Und dann langsam steigern! Gute Schreiberlinge machen das so, genau wie gute Regisseure in Hollywood, sie legen mit Kawumm los.

Und wie weiter? … als plötzlich der größte Teil der Stadt, mit einem Gekrache, als ob das Firmament einstürzte, versank, und alles, was Leben atmete, unter seinen Trümmern begrub … halt, Heinrich von Kleist, tolle Novelle: Das Erdbeben in Chili.

Hmm, diese Kolumne will sich einfach nicht entwickeln, eine kurze Erschütterung, das war’s. Oder kommt da noch etwas?

Ich könnte grübeln, was Kleist meinte, als er über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden philosophierte. Würde ratzfatz die Zeilen füllen. Ist mir aber zu anstrengend. Und wieso Kleist? Ich wechsle mal zu Wilhelm Busch: Oft ist das Denken schwer, indes, / das Schreiben geht auch ohne es.

Na also. Noch ein paar Sätze, und es ist vollbracht. Man kann nicht nicht kommunizieren. Unmöglich. Selbst wenn ich nichts liefern würde als unbedrucktes Papier – es wäre eine Botschaft. Ich sende, Sie empfangen.

Noch Fragen? Beantworte ich nach meinem Urlaub, Ende August. Schöne Zeit!

P.S.: Schalten Sie den Seismographen ab. Es ist vorbei.

Herzliche Grüße!

Peter Reinhart