Von Tintenstrolchen und Presskötern

„Darf eine Zeitung beschimpft werden? Darf der einfache Mann aus dem Volke, dem jene Erkenntnis über das Zeitungswesen mangelt […], darf einer, der ihr Wirken nicht durchschaut, dem aber endlich ein Ahnen die Augen geöffnet, dem dumpfen Gefühl von Abscheu und Ekel in einem Schimpfwort den erlösenden Ausdruck geben?“ Das fragte sich Karl Kraus (1874-1936), Polemiker, Dichter, Sprach- und Kulturwächter, und lieferte die Antwort in einem Aufsatz, 1902 publiziert, gleich mit: ja, jeder darf.

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Die Wüste der Erkenntnis

Helmut Dhein aus Wittlich meint zur Meldung „Bauarbeiter zu laut: Kölner wirft Eisenstange“ (TV vom 19./20. September): Die Welt wird immer schlechter. Jeden Tag meldet uns der TV: Einbruch, Diebstahl, Mord und Totschlag. Vor allem die Opfer werden immer unverschämter, nicht die Mörder, nein die Opfer!
Da hat doch ein Bauarbeiter nachts, man denke: nachts! einen solchen Lärm gemacht. Und lässt sich noch nicht einmal totschlagen! Jemand hat eine Eisenstange nach dem unverschämten Bauarbeiter geworfen, und was geschieht? „Die Eisenstange durchschlug die Motorabdeckung eines Baggers, in dem ein Arbeiter saß. Der Mann wurde wegen versuchten Totschlags verhaftet.“ Recht so! Lässt er sich totschlagen? Nein! Wahrscheinlich hat er sich gebückt oder ist sonstwie dem Schlag ausgewichen.
Ja so was! Wo kommen wir denn da hin, wenn sich die Leute nicht totschlagen lassen wollen? Man denke nur an die Rentnerschwemme!

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