Nichts als Lugen

+++ Breaking News +++ Eil +++ Programmänderung +++ Wir bitten alle Leser, die sich auf neue Erkenntnisse über das bekannteste Wort der Welt freuen, um ein wenig Geduld. Hoffentlich okay, Herr Kind, Herr Freischmidt und andere?! +++

Jetzt aber, aus aktuellem Anlass, live in die Staaten, ins Trump-Land.

Wir sehen: eine Wahlparty für den Mann, der sich um das Amt des Präsidenten bewirbt und dessen Ansichten noch exzentrischer sind als seine Frisur. Wenn ich’s nicht werde, tönt er, sind die Medien schuld.

Wir hören: seine Anhänger, die lauthals in Richtung der Fernsehkameras krakeelen: Lugenpresse, Lugenpresse. Nanu, Lugenpresse? Ja, Lugenpresse!

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Unbemerkt verschluckt

Warum? Darum. Ich veröffentliche keine Briefe, die mit „Volksverräter“ anfangen und mit „Heil …!“ enden. Von dem rassentheoretischen Gefasel dazwischen ganz zu schweigen. Einzelfall? Nö, täglich grüßt das Murmeltier und sondert – Tschuldigung – stinkenden Braunkack ab. Also: Ist nicht. Warum? Darum.

Sprache ist Macht. Sprache bestimmt das Bewusstsein. Sprache beeinflusst das Denken. Aus dem  Bewusstsein, aus dem Denken, entstehen Taten.

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Wörter und Unwörter

Zum Thema „Lügenpresse“ und zur Kolumne „Das Mantra“ (http://forum.blog.volksfreund.de/2015/10/30/das-mantra/) einige Reaktionen (teils sehr umfangreich, daher nur Kernaussagen):

Kurt Weiser aus Herforst schreibt: Sie sprechen einen Punkt an, der das vertrauensvolle Zusammenleben vergiftet. Denn wer jede Information als Lüge bezeichnet, zumal wenn sie seinen Vorstellungen nicht entspricht, ist nicht mehr durch Argumente zu erreichen. Er ist kaum in der Lage, Informationen zu werten, da sie für ihn ja ohnehin nur Lügen sind. Das ist das Ziel von Pegida, denn wer soweit ist, ist reif für jede abstruse Botschaft, jede Verleumdung und Verdächtigung.

Cornell Bach aus Trier meint: „Lügenpresse“ ist vielleicht das falsche Wort. Der Fehler besteht darin, dass man uns Bürgern nicht die ganze Wahrheit sagen will. Medien wie Politiker wollen uns auf der sicheren Seite haben. Leider ist dem nicht so. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ein Reporter neutral berichten kann. Er muss ja irgendeiner Ideologie angehören. Oder geht man nicht wählen? Das ist wie beim Sex. Entweder man liebt eine Frau, einen Mann oder sonstiges Perverses. Selbst der Klerus ist davon nicht befreit. Meine Angst ist, dass unser Land vor die Hunde geht. Wir haben seit Jahren massiv Probleme mit der Eingliederung von Ausländern. Und jetzt kommen wieder Flüchtlinge aus archaischen Welten zu uns. […] Aus multikulti wurde multikriminell. Unsere Gefängnisse sind voll von auswärtigen Verbrechern. Ich kann es nicht mehr hören, dass wir Deutsche genauso schlimm sind. Das stimmt zwar, aber unsere Polizei wird schon des deutschen Gesindels nicht habhaft. […]

Die eine, endgültige Wahrheit, Herr Bach, kennt niemand. Sie nicht, ich nicht. Journalisten versuchen, die Dinge von allen Seiten zu beleuchten, um so viel wie möglich von dem herauszufinden, was „wahr“ ist.

Uwe Sch. aus Trier schreibt: Nur weil Goebbels das Wort „Lügenpresse“ gebraucht beziehungsweise exzessiv missbraucht hat, soll man es nicht mehr aussprechen dürfen? Es drückt doch das aus, was die Presse ihren Lesern heute mitunter serviert. Man kann es im politisch „korrekten“ Sprachgebrauch anders formulieren, aber dann versteht es kaum noch ein normaler Mensch. Beispielsweise ist es ehrlicher zu sagen „Arschgesicht“ als „Ich finde, Ihr Gesichtsausdruck spielt leicht ins Gesäßhafte“. […]

Wörter werden zu Unwörtern durch den Kontext, in dem sie verwendet werden, und durch die negative Absicht, Menschen zu diffamieren. Die Nazi-Propaganda hat Wörter, die es meist schon vor 1933 gab, ein für allemal verseucht, zum Beispiel: Untermensch, entartet, Abschaum der Menschheit, vergasen, durchrasste Gesellschaft, Endlösung … Lügenpresse.

Ein Hinweis noch, Herr Sch.: Sie vergleichen Journalisten (den Autor dieser Zeilen) mit Goebbels (Hitlers Hetzer). Ich habe die Passage weggelassen. Beleidigung, Ehrverletzung. Kann teuer werden, so etwas. Fragen Sie mal Max Strauß, den Sohn von Franz Josef …

Schöne Grüße

Peter Reinhart