Per ordre de Mutti

Neulich, im „Sprachlabor“ der Süddeutschen Zeitung: Die Nerven der Leser sind uns nicht heilig, aber so kostbar, dass wir nicht unnötig darauf herumtrampeln wollen. Bei Herrn N. ist es trotzdem passiert, leider sogar mehrmals, und zwar durch den Gebrauch von ansonsten im Sinne von andernfalls  …

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Jede Jeck is anders!

Eine Auswahl der schönsten Zuschriften zum Forum „Die Unperfekten“, zum Artikel „Der Ungleichheitsguru“ (beides TV vom 3./4. Januar) und ganz allgemein zur Fehlerkultur:

Lieber Herr Reinhart!

Der Tag ist mal wieder gerettet. Und bitte, wem habe ich das zu verdanken? Ihrer Leserin Frau Linden und Ihnen. Hätte Frau Linden sich nicht aufgeregt, wäre mir ein tolles Highlight, nämlich Ihre heutige Antwort im TV, entgangen. Es hat mir wie immer Spaß gemacht, über die – in diesem Fall gewollten – Fehler herzhaft zu lachen. Mein Tag hat dadurch jedenfalls mit absolut positiver Energie begonnen. Weiterlesen

Die Unperfekten

Margit Linden aus Greimerath schreibt zum Bericht „Marktstand in Flammen“ (TV vom 22. Dezember): Nie wieder esse ich Steaks in Trier! Laut TV wird dort neben Reibekuchen und Backfisch auch gebratenes Menschenfleisch angeboten. Schuld daran sind weder die dortigen Gastronomen noch der absolute Lieblingskumpel vom stellvertretenden Chefredakteur Peter Reinhart – nämlich der arme Druckfehlerteufel, der (als Fabelwesen) immer dann herhalten muss, wenn Reinhart nicht mehr weiter weiß, sondern die außergewöhnlich merkwürdig geschulten Schreiberlinge vom TV.

Gerne hätte ich mich auf Ihre verzweifelten Anzeigen hin als Korrekturleserin beworben. Aber leider habe ich, da bereits anderweitig beschäftigt, keine Zeit dafür. Aber ich habe einen Super-Tipp für Sie: Stellen Sie doch in Zukunft nur noch Redakteure ein, die zum Beispiel den Unterschied zwischen „Champion“ (das ist ein Mensch) und „Champignon“ (das ist ein Pilz) kennen. Dann können die TV-Leser endlich mal eine korrekt geschriebene Zeitung lesen und ich wieder ohne Horror-Ekel ein (Rinder-)Steak mit Champignons genießen. Weiterlesen

Diagnose: Fehleritis

Alfred Schilz aus Trier schreibt: In der Ausgabe vom 4. September lese ich auf Seite 27, dass in der Stadt Kevelaer am Niederrhein bei einem Autounfall vier Frauen ums Leben kamen, in der Überschrift aber „nur“ auf zwei Frauen als Opfer hingewiesen wurde. Wie kommt’s?

Wenn ich den Text richtig lese, sind „zwei 40 und 68 Jahre alte Frauen aus den Niederlanden“ gestorben. Also vier Frauen. Sollten es aber „nur“ zwei gewesen sein, was bedauerlich genug wäre, sollte man richtigerweise „eine 40-jährige und eine 68-jährige“ schreiben.

Es erstaunt immer wieder und macht immer wieder Ärger, wenn ein Blatt wie der TV, entweder ungeprüft von anderen Blättern übernommen oder von eigenen Berichterstattern verfasst, seinen Lesern solche Unstimmigkeiten vorsetzt. Weiterlesen

Das Ende der Geschichte

Tobias Mai aus Zeltingen-Rachtig schreibt: Lektor = Fehlanzeige? Der TV entwickelt sich langsam, aber sicher zum Käseblatt Nummer eins. Kaum eine Ausgabe erscheint ohne Rechtschreibfehler oder sachlich falsche Artikel. So werden Reiseführer auf der Titelseite schon mal zu Reisführern, Eichen stürzen nicht kurz vor 22 Uhr, sondern nur mal kurz auf Häuser, oder der 1. FCK gewinnt gegen Köln, obwohl sie nicht einmal gegeneinander gespielt haben. Der Unterschied von fünf Kunden und fünf Prozent ist den Verfassern der Artikel auch nicht bekannt. Da könnte ich noch lange weiterschreiben.

Vielleicht sollte man einfach mal Korrektur lesen, was in Ihrer Zeitung jeden Tag veröffentlicht wird. Zumindest eine Titelseite ohne Inhalts- und Rechtschreibfehler kann man für sein Geld ja wohl erwarten!

Lieber Herr Mai,

vielen Dank für Ihre Mail. Ja, das ist sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr Weiterlesen

O du fröhliche oder: Djangos Gesetz

Doris Wendler aus Pronsfeld schreibt: Seit ich den Artikel über den Neuerburger Weihnachtsmarkt (TV vom 7. Dezember, nur Eifel-Ausgaben) gelesen habe, frage ich mich, wie stellt man eine lebende Grippe eigentlich dar?

 Gibt es da statt blökender Schafe hustende und schniefende Virengrüppchen? Was zieht man Bakterien an? Sind die Geschenke der Heiligen Drei Könige Taschentücher? Gibt es für das „Grippespiel“ Vorlagen, insbesondere hinsichtlich der Kostüme? Bei dem großen Erfolg in Neuerburg möchten bestimmt auch andere Veranstalter mit einer solchen Aufführung ihren Markt aufwerten. Auf jeden Fall hat das Vier-Augenprinzip des Korrekturlesens wohl mal wieder versagt.

Liebe Frau Wendler,

vielen Dank, die Diagnose ist eindeutig: schlimmer Virenbefall trotz Schutzimpfung; der Patient fiebert, rotglühend – vor Scham. Ich hoffe, dass der Nikolaus sich nicht infiziert hat.

Was tun? Statt der x-ten Spurensuche, wie diese abscheuliche Mikrobe ins Blatt gekrochen sein mag, schauen wir uns einige Verhacker-Verhunzer-Vertipper an, die NICHT gedruckt worden sind – weil das Lektorat sie entdeckt und in Quarantäne gesteckt Weiterlesen

Don Quijote und der Dass-Satz

Hartmut Schmidt aus Daun schreibt: Hallo verehrter Herr Reinhart, zu meiner regelmäßigen Lektüre gehören Ihre Beiträge zur Sprache in der Zeitung. Es vergeht allerdings kein Tag, an dem nicht in irgendeinem Text im TV der oder die Verantwortliche für den Text mit „das“ und „dass“ grundsätzliche Probleme hat.

Ein Beispiel finden Sie etwa in der Ausgabe vom 30. November auf Seite 16: „Du wirst für ein Verbrechen angeklagt, dass du nicht begangen hast“ (im „Extra zur Person“ über Rechtsanwalt Otmar Schaffarczyk). Aber auch der umgekehrte Fall, dass anstelle „dass“ das langgesprochene „das“ im Text erscheint, ist ständige Übung im TV.

Sehen Sie eine Möglichkeit, das (!) abzustellen / dass das (!) abgestellt werden kann?

Ihr treuer Leser Hartmut Schmidt

Lieber Herr Schmidt,

vielen Dank für Ihren Brief.

O weh! Fehler passieren, doch solche Fehler sind peinlich.

Das oder dass? Wer mit dem Schreiben und Bearbeiten von Texten sein Geld verdient, muss wissen, dass sich das Das im Das-Satz von dem Dass im Dass-Satz unterscheidet. Punkt.

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Es irrt der Mensch, solang er strebt

Franz-Josef Kaspers schreibt per E-Mail zum Artikel „,Büro-Versehen’ lässt Malu Dreyer alt aussehen“ (TV vom 3. Oktober):

Liebe Volksfreund-Redakteure,

wenn ich Redakteur Ihrer Zeitung wäre, hätte ich mir genau überlegt, ob ich diesen Artikel über unsere Ministerpräsidentin gleich auf der ersten Seite platziert hätte. Vielleicht würde ich ihn auch gleich ganz weglassen. Gerade der Trierische Volksfreund ist bekannt dafür, dass Tag für Tag einige Beiträge und Kommentare derart viele Fehler, sprich Rechtschreibfehler, Grammatikfehler, Flüchtigkeitsfehler, Wiederholen von Sätzen in der nächsten Zeile und so weiter veröffentlicht werden, dass man sich fragen muss, liest hier Weiterlesen

Auf die Schrippe genommen

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie müssen jetzt tapfer sein: Sommerpause – das Forum schließt für vier Wochen. Zuvor werfen wir traditionell einen Blick in die Hexenküche des Lektorats. Und beschäftigen uns mit Verhackern, Vertippern, Verhunzern, die beim Korrekturlesen aufgefallen sind und nicht in die Zeitung gelangten. Zum Glück!

Wir wissen, dass wir nichts wissen. Niemand ist vollkommen, niemand ist unfehlbar. Kein Papst, kein Kaiser, kein Nobelpreisträger, nicht einmal der Autor dieser Zeilen.

In der Textproduktion widerfahren uns Unvollkommenen und Fehlbaren die wunderlichsten Malheurs! Wie schnell ist ein Buchstabe verdreht, verschluckt, versemmelt – und keiner Weiterlesen

Finde die Fehler!

Eine Zuschrift von Georg Schmitt aus Wallscheid, ungekürzt und unredigiert im O-Ton:

Guten Tag ,

der TV wird immer teuerer – die Qualität wird immer schlechter – das gilt Ihnen Herr Marx!!! Neuer GF !!

Wenn Ihre Redakteure noch nicht eimal das kleine Einmaleins der Recherche beherrschen und den Namen

von Persönlichkeiten, wie den des Wittlicher Bürgermeisters kennen, dann haben sie ja wenigstens morgen

eine Korrektur zu erstellen und eine Kleinigkeit zum Füllen einer Seite ist schon mal gegeben.

Reichen 150 Korrekturen im Jahr, die sie machen???? müssen!!

Wichtig ist für den Fall, das sie etwas über unseren Bischof schreiben: Der heist Ackermann, nicht das sie

Ackergaul o.ä. schreiben.

Was sich Monopolisten alles erlauben können, denn nur der heimische Sportteil und die Regionalberichte, sofern

Sie richtig sind, hindern mich daran Ihr Blatt abzubestellen. Aber nicht alles ist ewig.!

Von mir aus können Sie dies auch in Ihrer Rubrik Leserbriefe veröffentlichen.

Aber das trauen ie sich ja doch nicht.

Ein ärgerlicher Leser!

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