Wänn jedär schraipt wi er will

Eine Frage der Ehre, und noch ein bisschen mehr: Beim Diktatwettbewerb „Trier schreibt!“ haben Schüler, Eltern und Lehrer bewiesen, dass es kein Hexenwerk ist, knifflige Herausforderungen der Orthografie und Grammatik zu meistern. Der Volksfreund hat über die Aktion berichtet. Zu dem Artikel „Übung macht den (Rechtschreib-)Meister“ (TV vom 12. April) merkt Leser Hanns-Georg Salm aus Gondenbrett an: Weiterlesen

Vom Ruck zum Rutsch

Rudolf Boeck aus Trier schreibt zum TV vom 31. August: Autsch! Was sich der TV in dieser Ausgabe für sprachliche Fehler erlaubt, schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht!
Auf der Titelseite liest man: „Linksrutsch im Saarland“, als Balkenüberschrift über dem Aufmacher – ein ganz neuer, geradezu brandneuer Ausdruck in der deutschen Sprache! Man kennt „Linksruck“ und „Bergrutsch  (-Sieg beziehungsweise -Niederlage)“ zur Darstellung von politischen Ergebnissen, besonders von Wahlen. „Linksrutsch“ aber ist eher eine sprachliche Fehlleistung, selbst wenn man den Sieg der Partei der „Linken“ als Rutsch bezeichnen möchte. Hier grüßt dann das politisch-ideologische Murmeltier. Sprachlich handelt es sich um eine kühne Metapher, wie die Sprachwissenschaftler das nennen.
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Der Wunk mit dem Zaunpfahl

Jürgen Lang aus Konz schreibt: Ich würde mich freuen, wenn Sie bei einer Redaktionssitzung einmal auf einen grammatikalischen Fehler hinweisen würden. In der letzten Zeit habe ich im TV wiederholt das Perfekt Partizip des Verbs „winken“ als „gewunken“ gelesen. Dies tut einem Germanisten und Deutschlehrer recht weh, muss es doch „gewinkt“ heißen. „Winken“ ist ein sogenanntes schwaches Verb und schwache Verben bilden das Perfekt Partizip, indem sie vor das Verb die Vorsilbe „ge“ setzen und an den Stamm des Verbs das Dentalsuffix „t“ anhängen. Dabei wird nicht wie bei den starken Verben meist der Stammvokal – je nach Ablautreihe – verändert.
Für viele Deutsche mag „gewunken“ in Analogbildung zum Beispiel zu stinken, trinken oder sinken schöner klingen als „gewinkt“, dann müsste das Präteritum (Imperfekt) aber „wank“ und nicht „winkte“ heißen.
Ich würde mich freuen, vielleicht in Zukunft im TV – der im regionalen Teil sehr gut und im überregionalen Teil durchaus annehmbar ist – die richtige Form finden zu können. Dabei lese ich gerne, was immer mal in der Eile der Herstellung einer Tageszeitung passiert, über manchen Schreibfehler oder ein vergessenes Wort hinweg. Ich sehe diese Bemerkungen von mir als hinweisenden Wink, nicht als Wunk oder Wank.

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