Elf Freunde, alle Linksaußen

Es ist erstaunlich, was dieser Karl Marx aus Trier, von dem dauernd die Rede ist, zustande gebracht hat. Er war Berufsrevolutionär, Journalist, Gesellschaftstheoretiker, Ökonom, Kapitalismuskritiker, Erfinder des Marxismus (angeblich ohne selbst Marxist gewesen zu sein), Vordenker der Arbeiterbewegung, Ikone des Kommunismus, Lieblingsmodell von Bildhauern … und Fußballphilosoph.

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Zwinker, zwinker

Manfred Nolting aus Neuerburg schreibt: Die Vorberichte zum Champions-League-Finale in London finde ich völlig überzogen. Tagelang musste ich in fetten Lettern lesen: „Wir hauen die Bayern weg …“ und „Wir hauen die Borussia weg …“ Der Verdacht, dass der TV sich immer mehr der Bild-Zeitung annähert, hat sich mal wieder bestätigt.

Eine Zeitung wie der Volksfreund sollte doch bemüht sein, ihre Ausdrucksweise und Formulierungen im Zusammenhang mit Fußball zu mäßigen. Es ist doch wirklich nicht in Ordnung, wenn immer wieder solche Ausdrücke wie „Wir hauen …“ in der Presse zu lesen sind. Sie sollten bedenken, dass es genug sogenannte Fußballfans gibt, die nicht unterscheiden können und für die solche Formulierungen nur noch Benzin ins Feuer des Weiterlesen

Schlag‘ nach bei Shakespeare

Eduard Pelzer aus Irrel schreibt zum Bundesliga-Spiel zwischen Schalke 04 und Bayern München (TV vom 19. September): Es ist schlimm, wenn Schalke-„Fans“ ihren ehemaligen Torhüter so primitiv empfangen. Allerdings ist es noch schlimmer, wenn der Volksfreund dazu ein Foto eines äußerst primitiven Plakats aus dem Schalke-Block auswählt, auf dem deutlich zu lesen ist: „Neuer, du wolltest ein Schalker Junge sein. Jetzt bist du ein Bayern-…“. Ist es unbedingt notwendig, dass der zuständige Redakteur die absolute Unfairness solcher „Fans“ präsentiert? Mit solcher Arbeit kann er jedenfalls dem oft betonten seriösen Anspruch des TV nicht gerecht werden.

Lieber Herr Pelzer,

vielen Dank für Ihren Brief. Grobes Foulspiel? Gelbe Karte für den Volksfreund? Nein.
Die Frage, was berichtet wird, orientiert sich nicht an Kategorien wie „gut“ und „schlecht“, „schön“ und Weiterlesen

Bäh-Wörter und gestopfte Würste

„Sprache ist eine Waffe. Haltet sie scharf.“ Ein legendärer Ratschlag von Kurt Tucholsky, veröffentlicht 1929 in der Zeitschrift Weltbühne. Der Schriftsteller und Journalist wendet sich an alle, die schreiben oder als Redner auftreten: „Wer schludert, der sei verlacht, für und für. Wer aus Zeitungswörtern und Versammlungssätzen seines dahinlabert, der sei ausgewischt, immerdar.“

Was will uns Tucholsky sagen? Pflegt die Sprache, hütet sie, liebkost sie, streichelt sie – und malträtiert sie Weiterlesen