Ich krieg die Krise!

Karl-Heinz Weber aus Trier schreibt zum Artikel „Irrfahrt mit erfolgreichem Ende – Im Bürgerhaus Trier-Nord kriegt die ‚Aeneis‘ für die Antikenfestspiele den Feinschliff“ (TV vom 17. Juni): Können Sie bestätigen, dass der Konjunktiv von „kriegt“ tatsächlich „krächte“ lautet? Mit Freude erwartete ich Ihre Antwort.
Lieber Herr Weber,
vielen Dank für Ihre Zuschrift. Da haben Sie mir aber einen Schrecken eingejagt! „Krächte“? Als Konjunktiv von kriegen? Stand hoffentlich nicht im Volksfreund! Gibt’s nämlich nicht, dieses Wort, jedenfalls nicht im Hochdeutschen. Ein Blick auf den Artikel, den Sie erwähnen, sicherheitshalber noch einmal das elektronische Archiv durchsucht. Aufatmen, uff: „krächte“ stand noch nie in der Zeitung. Die richtige Lösung: kriege beziehungsweise kriegte.
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Hol‘ mir mal ’ne Flasche Bier

Thomas Brück schreibt per E-Mail: Vielleicht sollte man dem einen oder anderen Redakteur mal den Unterschied zwischen „holen“ und „nehmen“ erklären. Kürzlich hieß es in einem Artikel: „Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) hat gute Chancen, ins Schattenkabinett des Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier GEHOLT zu werden.“ Das stimmt doch so nicht, oder!?
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Der Wunk mit dem Zaunpfahl

Jürgen Lang aus Konz schreibt: Ich würde mich freuen, wenn Sie bei einer Redaktionssitzung einmal auf einen grammatikalischen Fehler hinweisen würden. In der letzten Zeit habe ich im TV wiederholt das Perfekt Partizip des Verbs „winken“ als „gewunken“ gelesen. Dies tut einem Germanisten und Deutschlehrer recht weh, muss es doch „gewinkt“ heißen. „Winken“ ist ein sogenanntes schwaches Verb und schwache Verben bilden das Perfekt Partizip, indem sie vor das Verb die Vorsilbe „ge“ setzen und an den Stamm des Verbs das Dentalsuffix „t“ anhängen. Dabei wird nicht wie bei den starken Verben meist der Stammvokal – je nach Ablautreihe – verändert.
Für viele Deutsche mag „gewunken“ in Analogbildung zum Beispiel zu stinken, trinken oder sinken schöner klingen als „gewinkt“, dann müsste das Präteritum (Imperfekt) aber „wank“ und nicht „winkte“ heißen.
Ich würde mich freuen, vielleicht in Zukunft im TV – der im regionalen Teil sehr gut und im überregionalen Teil durchaus annehmbar ist – die richtige Form finden zu können. Dabei lese ich gerne, was immer mal in der Eile der Herstellung einer Tageszeitung passiert, über manchen Schreibfehler oder ein vergessenes Wort hinweg. Ich sehe diese Bemerkungen von mir als hinweisenden Wink, nicht als Wunk oder Wank.

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Von Eifelanern und Moselern

Alois Mayer schreibt per E-Mail: Ich habe eine Grammatik-Frage, vielleicht können Sie mir helfen. Es geht darum, wie die Bewohner einer Ortschaft genannt werden. Wer in Daun wohnt, ist ein Dauner, klar, und wer in Steineberg lebt, ist ein Steineberger. Aber wie ist es etwa bei Steiningen (Steiningener oder Steininger?), Dahnen (Dahnener oder Dahner?), Bingen (Bingener oder Binger?) – ich habe (noch) keine Regel gefunden.
Lieber Herr Mayer,
vielen Dank für Ihre Zuschrift. Ein spannendes Thema, das uns in der Redaktion fast täglich beschäftigt und immer wieder muntere Debatten auslöst! Heißt es Eifler, Eifeler oder Eifelaner? Darüber wird im Landstrich zwischen Bitburg, Daun und Prüm trefflich gestritten. Die gängigste Variante ist Eifeler, und die verwenden wir auch im TV. Die Moselaner dagegen sind sich einig, sie lehnen den Moseler ab.
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Vier Fälle, tausend Zweifelsfälle

Jutta N. schreibt per E-Mail zur Überschrift des Aufmacher-Artikels vom 29. Januar (Seite eins der Zeitung):

Liebe Volksfreund-Redaktion,
da müht man sich ab, seinen Kindern richtiges Deutsch beizubringen und dann kommt die Tageszeitung mit einer Überschrift auf der Titelseite, in der Singular und Plural durcheinander geschmissen werden. So viel ist klar: Rasen wird teurer und Drängeln wird teurer, aber Rasen und Drängeln werden teurer. Ein wenig mehr Sorgfalt wünscht sich ihre Leserin Jutta N.

Liebe Frau N.,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Die deutsche Sprache kennt zwar nur vier Fälle, dafür aber über tausend Zweifelsfälle, meint Bastian Sick, der Autor des Bestsellers „Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod“. Will sagen: fast keine grammatikalische Regel ohne Ausnahme.

Im vorliegenden Fall sind sowohl Singular als auch Plural möglich. „Rasen und Drängeln wird teurer“ ist grammatikalisch genauso richtig wie „Rasen und Drängeln werden teurer“. Es handelt sich um eine „feste Verbindung“. Wenn man sich den Artikel dazu denkt – der in Zeitungs-Überschriften oft weggelassen wird –, liegt die von der TV-Redaktion gewählte Variante nahe: „(Das) Rasen und Drängeln wird teurer“. Doch wie gesagt: Beides ist erlaubt.

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