Potz Blitz!

Es war einmal … der Mensch. Vor Hunderttausenden Jahren begann er zu wandern. Weil es ihm da, wo er lebte, irgendwo in Afrika, zu eng geworden war. Weil es woanders besseres Futter gab. Schönere Frauen. Interessantere Männer. Aus Neugier. Wer weiß? Der Weg war das Ziel.

Der Mensch startete … das Projekt Globalisierung. Erst Handel, mit Werkzeugen, mit Speerspitzen. Dann Wandel, der Austausch von Erfahrungen, Ideen, Gedanken, die Weiterlesen

Yalla! Yalla!

Die babylonische Sprachverwirrung im Medienzeitalter nervt manche Leser – zwei Beispiele:

Frau B. aus Morbach meint: Schreiben Sie doch nur noch auf Englisch, wir alten Leute begreifen sowieso nicht mehr, was in der Zeitung steht!

Herr H. aus Bitburg schlägt vor: Wenn ich den Volksfreund lese, muss ich viele Wörter erst mal googeln. Wie wär’s in Zukunft mit Arabisch, die Sprache ist ja stark im Kommen, dann können Sie Englisch langsam vergessen!

Liebe Frau B.,

lieber Herr H.,

Sie weisen auf ein zentrales Thema der Kommunikation hin: Verständlichkeit.

Wer will, dass seine Texte gelesen werden, muss dafür sorgen, dass die Leser das Geschriebene verstehen.

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Rettet den Dreikäsehoch!

Ein Klassiker aus der Leserpost: Immer mehr Fremdwörter in der Zeitung, was soll das? Und all diese Anglizismen!

Liebe Leser,

es stimmt, die Zeitung ist voll von Fremdwörtern. Das ist nicht verwunderlich, besteht unsere Sprache doch zu großen Teilen aus Fremdwörtern! Wörter, die im Lauf der Jahrtausende zum Beispiel aus dem Lateinischen, Französischen oder Englischen Weiterlesen

Falsche Freunde

Frau L. aus der Eifel (will nicht namentlich genannt werden) schreibt öfters über dies und das, sie wünscht keine Veröffentlichung in der Zeitung. Es sei jedoch gestattet, eine ihrer Beobachtungen aufzugreifen:

Wenn ich Politiker in Talkshows Sätze sagen höre wie „Da bin ich ganz bei Ihnen“, graut es mir. Wer hat eigentlich diese dämliche Sprachwendung zum ersten Mal benutzt?

Liebe Frau L.,

vielen Dank für diese Vorlage. Das Phrasenschwein grunzt verzückt. Oink, oink!

Also, wo kommt das her? Dieser Schwulst: Da bin ich ganz bei Ihnen. Oder: Das macht doch, am Ende des Tages, nicht wirklich Sinn.

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Verbeutelt, nicht versackt

 

Heinz Erschens aus Kell am See schreibt: Dass Gärten hängen und Kühe fliegen können – Behauptungen, die sich ohne weiteres nicht beweisen lassen.

Dass die deutsche Sprache durch Denglisch ersetzt wird, kann jeder beweisen, der Zeitung liest, Fernsehen schaut, vor Schaufenstern steht oder durch Straßen schlendert und dabei versucht, Plakattexte am Wegrand zu lesen.

Die englisch-amerikanische Sprachform mit teutonischen Einsprengseln erscheint bei Sport, Musik und bei Freizeitgestaltungen. Überall dort, wo Menschen ohne Fantasie in die Anonymität unbewusster Fernsteuerung durch Kommerz und Gruppenzwang geleitet werden. Weiterlesen

Die schärfsten Kritiker der Elche …

Happy New Year, liebe Freunde der deutschen Sprache. Vielen Dank für die mannigfachen best wishes, die mich vor, während, nach X-Mas erreicht haben und immer noch erreichen. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ebenfalls Peace, Hope & Togetherness of your Family & Friends. Und, ja: We are looking forward for an ongoing positive relationship in 2014!

Puh! Während hippe New Yorker und Moskauer sich des deutschen Idioms bedienen, wenn sie Weltläufigkeit demonstrieren wollen, plappern die deutschen Idio … äh, also, wird das nun immer schlimmer mit dem denglischen Gedöns oder was?

Nein, Anglizismen machen weniger als zwei Prozent unseres Wortschatzes aus, sagen Weiterlesen

Dreimaster for sale

Maria Wagner aus Bernkastel-Kues schreibt: Am letzten Samstag traute ich meinen Augen kaum, als mir im TV frech entgegenprangte: „Ein Gassenhauer nach dem nächsten“ (Überschrift eines Artikels in der Lokalausgabe Mosel). Ich fragte mich, ob es bei meiner Zeitung Leute gibt, die nicht logisch denken können. Eigentlich müssten Redakteure doch gerade in Deutsch sehr gut sein, oder? Und lesen die Verantwortlichen ihre eigene Zeitung nicht? Fällt denn niemandem ein solcher Schwachsinn auf?

Ich habe diese tolle Logik ja schon einige Male gehört, aber so großartig in einer Zeitung Weiterlesen

Alles auf Zucker oder: Kän-di-stoohrm

Ferry Seidl aus Gusterath erkundigt sich: Was gibt’s Neues zum Thema Anglizismen!? Ich interessiere mich sehr dafür.

Lieber Ferry Seidl,

der Zeitpunkt ist ideal, denn just in diesen Tagen haben wir die seltene Gelegenheit, ein spannendes Schauspiel zu beobachten – die Geburt eines Worts. An dem Beispiel lässt sich hübsch zeigen, wie Neologismen entstehen und sich verbreiten.

Früher hat das Jahre und Jahrzehnte gedauert, heute nur noch Stunden.

Das Baby, das ich meine, heißt: Candystorm, sprich: Kän-di-stoohrm. Zusammengesetzt aus den englischen Vokabeln candy (Süßigkeit) und storm (Sturm). Es erblickte das Licht der Welt am 11.11. (kein Weiterlesen

Das Comeback des Handschuhfachs

Eine Dame aus der Eifel schreibt: Ich amüsiere mich königlich, wenn Sie sich in Ihrer Kolumne mit dem „denglischen Gemeng“ beschäftigen. Machen Sie doch mal wieder etwas dazu. Bitte meinen Namen nicht veröffentlichen!

Liebe Frau ***,

sehr gerne, Beispiele finden sich zuhauf. Etwa dieses: Neulich flatterte ein Brief von Martin Winterkorn, dem Boss von VW, auf meinen Tisch. Eine Einladung nach Paris. Zur Volkswagen Group Night am Vorabend Weiterlesen

Die perfekte Welle

Kurt Weiser aus Herforst schreibt (in Kopie an den Verein Deutsche Sprache): Als Franke in der Eifel gelandet, sehe ich gern die Frankenschau des Bayrischen Fernsehens, aus der ich Ihnen Folgendes berichten will. Vor einigen Tagen stellte ein Reporter eine neue Sportart vor, mit der die Verantwortlichen für Tourismus neue Gäste auf die Seen zwischen Gunzenhausen und Pleinfeld locken möchten. Dabei stehen Paddler auf einem Brett und bewegen sich mit langen Paddeln über das Wasser. Diese Tätigkeit nennen sie Stand-Up-Paddling.

Ich hoffte, dass der Reporter fragen würde, warum diese bei vielen Völkern verbreitete Art zu paddeln nicht schlicht und zutreffend Stehpaddeln genannt werden könnte, doch hoffte ich vergebens. Stattdessen genoss der Reporter spürbar diese idiotische Bezeichnung, Weiterlesen