Von und zu

Post aus Wien, Stadt der Deutschen Kaiserkrone und der Reichsinsignien Österreichs. Als Absender zeichnet Kronprinz Iohann Christian Cäsar Ostar von Babenberg von Habsburg von Hohenstaufen, Seine Kaiserlich-Königliche Hoheit, SKKH Priv. Doz. mult. post Diss. univ. Erbprinz von Deutschland, Prinz von Baden-Württemberg, Prinz von Brandenburg, Herzog und Stadtherr von Berlin, Gens von Paula sive Paul, das Fahnengeschlecht des Deutschen Volkes, Deutsche Staufergesellschaft, Deutscher Ritterbund […]. Er schreibt:

Wir, das echte Haus von Babenberg von Hohenstaufen, haben nach einer zweijährigen intensiven Forschungsperiode der deutschen und österreichischen Bundesregierung fünf Rettungsprojekte für die Menschheit vorgestellt. […] Der Tod der Menschheit wird nach Unseren langjährigen Berechnungen um das Jahr 2040 eintreten […] Weiterlesen

Endstation Sehnsucht

Hans-Richard Günther aus Trier schreibt: Wer ist da adlig? Auf welche Weise Minister Guttenberg seinen Doktortitel erwarb, ist durchaus interessant und beleuchtenswert, soll aber hier nicht mein Thema sein.

Meine Kritik richtet sich an die Redaktion mit ihrer Formulierung: „Den erwarb der Adlige …“

Überhaupt nicht unüblich auf der letzten Seite des TV, wo man glaubt, vermeintliche Leserinteressen bedienen zu müssen, aber auch auf politischen Seiten sind immer mal wieder Formulierungen zu finden, denen man entnehmen müsste, es gäbe noch den Adel und damit auch Adlige in Deutschland. Mit Artikel 109 der Weimarer Reichsverfassung wurden alle Vorrechte des Adels abgeschafft. Nicht so konsequent wie Weiterlesen

Der kleine Prinz

Einmal im Jahr ist Bescherung, und weil dies die letzte Kolumne vor Weihnachten ist, gibt’s ein Schmankerl. Mehrmals schon habe ich berichtet, welch wundersame Zuschriften mitunter in die Redaktion flattern.
Diese Traktate gehören nach der festen Überzeugung ihrer Urheber unbedingt in die Zeitung. Weil sie, huch, brisante Informationen zur Rettung des Menschengeschlechts enthalten, wenn nicht gar des gesamten Universums.
Man muss es gesehen haben, um es nicht zu glauben: grenzenlose Hirnverzwirnung zwischen Weltgeist und Zeitgeist, zwischen Wahnsinn und Wahrheit, zwischen Fug und Unfug, zwischen Witzelsucht und Aberwitz.
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Habe die Ehre!

„Dr. Mabuse“ schreibt per E-Mail: Ich frage mich, warum im Volksfreund keine Titel genannt werden. Nicht bei Ärzten, nicht bei Politikern wie Frau Dr. Merkel, nicht bei Wissenschaftlern. Ich finde das sehr ärgerlich. Warum lassen Sie die Titel weg?
Lieber Herr Mabuse (oder liebe Frau Mabuse?),
auch wenn Sie Ihren richtigen Namen nicht nennen möchten, danke ich für die Frage. Sie wird häufiger gestellt.
In der Nachrichtensprache ist es seit Jahrzehnten üblich, auf Titel zu verzichten. Das hat wohl damit zu tun, dass die deutsche Presse sich – historisch betrachtet – lange Zeit in untertänigster Hofberichterstattung ergangen hat. Euer Hochwohlgeboren hier, Ihre Exzellenz dort, von „unserem geliebten Führer und Reichskanzler blablabla“ ganz zu schweigen.
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Adel verpflichtet

Otto Müller aus Morbach schreibt: Wie überall in den Medien wimmelt es im TV nur so von Experten. Jeder, der irgendein dummes Zeug verzapft hat, ist sofort ein selbsternannter Experte. Und der Volksfreund druckt diesen Mist auch noch ab. Bestes Beispiel ist die Stilkunde von Salka Schwarz im Wochenend-Journal. Für wie dumm, doof oder ungebildet hält diese Tante eigentlich die Leser des TV? Es fehlt nur noch ein Bericht über den „stilvollen Gang zum WC“. Es ist zum Kotzen, eine solche Verdummung in der Zeitung zu lesen. Sind diese Berichte etwa kostenlose Werbung für das Buch der Dame, oder bekommt man für diesen Mist auch noch Honorar?
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