Herrlich, wie das knistert!

Der beste Ferrari, der je gebaut wurde, ist der nächste. Klingt widersprüchlich, ist aber schlau – mit dem Paradoxon erklärte der italienische Sportwagen-Konstrukteur Enzo Ferrari in einem Satz seine Philosophie: nie auf Erfolgen ausruhen, sondern versuchen, jedes  Modell noch großartiger, noch aufregender, noch edler zu fabrizieren als das davor.

Weiterlesen

Ein Irrenhaus voller Idioten

Im Grundgesetz, Artikel 5, steht: Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten …

Hans-Albert Krämer aus Trier hakt nach: Seit Wochen versuche ich, einen Leserbrief zu schreiben. Ich finde es unabdingbar, mehr Schärfe in meine Formulierungen zu bringen, weiß aber nicht, wie weit ich gehen darf. Freie Meinungsäußerung okay, Satire oder Beleidigung?! Wo ist hier die Grenze, wo wird sie überschritten, oder ist Satire dem Leserbriefschreiber untersagt? Wer ordnet das ein? Ist Satire nur dem Büttenredner im Karneval, der Heute-Show im ZDF, dem Kabarettisten Dieter Nuhr et cetera erlaubt? Persönliche Beleidigungen schließe ich aus, aber im TV ist vieles grenzwertig, und deshalb bitte ich Sie, mir auf die Sprünge zu helfen.

Weiterlesen

Gefällt mir, gefällt mir nicht

Na, noch neugierig? Was meinen Sie? Klar doch, Sie haben eine Meinung. Wir alle haben eine Meinung. Ach was, eine Meinung – wir sind: Meinungsvulkane. Dazu gleich mehr. Erst mal drei Meinungen von drei Männern, die sagen, dass sie den Volksfreund nicht lesen:

Einer schreibt: „Ihre Zeitung ist die konservativste in der ganzen Republik.“ Ein anderer: „Es gibt genügend Menschen, die wissen, wo die Wahrheit liegt – jedenfalls nicht in den Verlautbarungen der westlichen Leitmedien.“ Ein dritter: „Information und Meinung bilden im Volksfreund eine subtile Melange, die beeinflussen, ja belehren und umerziehen will. Wozu also etwas lesen, von dem ich vorher schon weiß, was (welche Meinung) drin steht? Schlimm, diese Hofberichterstattung. Geschriebene Drehbücher ohne Überraschung. Papiermüll.“

Weiterlesen

Marx-Mania, anschwellend …

Marx macht mobil: Bald jährt sich der Geburtstag des nicht nur in Trier weltberühmten Rauschebarts zum zweihundertsten Mal. Die Stadt feiert Karl, den sie längst als Großen für sich entdeckt hat, mit einer Blockbuster-Ausstellung und Hunderten Events von Mai bis Oktober. Spötter sagen, dass der Kapitalismuskritiker, der als Jüngling aus dem Provinznest Trier flüchtete, jetzt das Kapital nach Trier zurückbringt. In die Wiege des Kommunismus. Marx vermarkten? Funktioniert anscheinend bestens. Das Jubiläum beschert Trier Aufmerksamkeit. Die Times in New York berichtet, Renmin Ribao in Peking, Le Monde in Paris. Und der Volksfreund sowieso.

Alfred Pelzer aus Trier meint: Im Rahmen des Karl-Marx-Jahres wünsche ich mir vom TV den Abdruck einer Biografie über Karl Marx. Oder vielleicht sogar den Abdruck eines Werkes von ihm selbst. Damit die Leser erfahren, was er dachte, was er schrieb, wie er lebte. Eintauchen in seine Zeit. Nicht nur aus unserer heutigen Sicht urteilen über den Mann, den von uns niemand kannte. Bringen Sie uns den Menschen Karl Marx, eingebunden in seine Zeit, näher. Früher hat der TV Romane in täglicher Fortsetzung abgedruckt. So etwas, über oder von Karl Marx in Ihrer Zeitung, wäre doch ein toller Beitrag zum Marx-Jahr. Weiterlesen

Elf Freunde, alle Linksaußen

Es ist erstaunlich, was dieser Karl Marx aus Trier, von dem dauernd die Rede ist, zustande gebracht hat. Er war Berufsrevolutionär, Journalist, Gesellschaftstheoretiker, Ökonom, Kapitalismuskritiker, Erfinder des Marxismus (angeblich ohne selbst Marxist gewesen zu sein), Vordenker der Arbeiterbewegung, Ikone des Kommunismus, Lieblingsmodell von Bildhauern … und Fußballphilosoph.

Weiterlesen

Der Stoff, aus dem die Träume sind

Im Supermarkt, zwischen Wursttheke und Käsetheke, klopft mir ein älterer Herr auf die Schulter und sagt: Sie kennen mich nicht, aber ich kenne Sie. – Ich: Schön, Sie zu treffen. – Er: Ich kenne Sie aus  der Zeitung, das Foto, die Kolumne. – Ich: Ja, ich bin’s. – Er: Was ich schon immer mal fragen wollte: In der Welt ist unheimlich viel los, ihr Zeitungsleute braucht doch bloß abzuwarten, was geschieht, und der Rest erledigt sich von alleine, oder? – Ich: Na ja, ganz so einfach ist es nicht …

Weiterlesen

Fliegt ein Kuckuck übers Meer …

Das ist nicht witzig! Herr K. schimpft, seine Mail ist scharf im Ton. Eieiei. Nein, es geht nicht um Karneval und die Berichte über Kappensitzungen, Umzüge und sonstige närrische Lustbarkeiten. Herr K. findet die Witze, die in der Zeitung veröffentlicht werden, nicht witzig. Ganz besonders solche nicht, in denen Beamte lächerlich gemacht werden.

Weiterlesen

Bohei um Wu wei und Macho-Gene

Es ist, wie es ist, oberflächlich betrachtet, schreibt ein bekennender Esoteriker zur Kolumne von neulich über die Petrolheads: Die Leute rasen durch die Gegend und denken nicht nach. Oder sie werden beim Rasen erwischt und regen sich auf und denken nicht nach. Oder sie regen sich über diejenigen auf, die durch die Gegend rasen und denken nicht nach.

Das Ding sei aber doch: Der Autowahn der Deutschen müsse spirituell analysiert werden. Allein weil „Auto“ auf Deutsch „Selbst“ bedeute, weil das Auto ein Spiegel unserer inneren Welt sei, unseres Selbstverständnisses.

Oha!

Weiterlesen

Ach, diese Petrolheads

Pomp, Pathos, Protzerei: Leser Rudi Uhl aus Trier ist genervt von einer speziellen Variante des Journalismus. Er schreibt:

Verzeihen Sie die drastischen Worte, aber seit Jahren ärgere ich mich über die hirnlosen Darstellungen in den Automobil-Rezensionen. Es kotzt mich an, wie dieser Tage wieder auf eine Jubelmeldung zu stoßen, dass der Absatz weltweit ansteige bei einer an sich ganz und gar gewöhnlichen Familienkutsche (Audi A4 Kombi), die aber dank der Genialität deutscher Automobilingenieure „mit einem modernen V6-Benzinmotor“ auf einen Ausstoß von 199 Gramm CO2 pro Kilometer kommt. Ich will das nicht weiter ignorieren, und ich finde, auch bei Ihnen muss die Ignoranz da irgendwann mal Grenzen kennen. Ich würde mich freuen, wenn die Konsequenzen von Ihrer Seite gezogen werden könnten.
Hochachtungsvoll träfe die Sache wohl nicht richtig, aber meine Hochachtung weiterhin all jenen, die sie verdienen.
Weiterlesen