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	<title>Leser-Forum</title>
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	<description>Sie fragen - die Chefredaktion des Trierischen Volksfreunds antwortet. Jetzt auch als Blog.</description>
	<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 16:47:22 +0000</pubDate>
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		<title>Verf&#252;hrerische Augenblicke</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 16:47:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Reinhart</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Bildschnitt]]></category>

		<category><![CDATA[Pressefoto]]></category>

		<category><![CDATA[Schnappschuss]]></category>

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		<description><![CDATA[Hans-Erich Hahmann aus Trier schreibt: Beim Studium des Trierischen Volksfreunds f&#228;llt mir seit geraumer Zeit auf, dass die dort abgebildeten Personen und Pers&#246;nlichkeiten meistens recht gewaltsam um einen wichtigen Teil ihres Erscheinungsbildes beraubt werden: Der Kopf, der doch immerhin die bedeutungsvollsten K&#246;rperzonen und -inhalte in meist recht ansprechendem Habitus beherbergt, wird gewaltsam verst&#252;mmelt, indem man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Hans-Erich Hahmann aus Trier schreibt: </strong>Beim Studium des Trierischen Volksfreunds f&#228;llt mir seit geraumer Zeit auf, dass die dort abgebildeten Personen und Pers&#246;nlichkeiten meistens recht gewaltsam um einen wichtigen Teil ihres Erscheinungsbildes beraubt werden: Der Kopf, der doch immerhin die bedeutungsvollsten K&#246;rperzonen und -inhalte in meist recht ansprechendem Habitus beherbergt, wird gewaltsam verst&#252;mmelt, indem man einfach den obersten Teil amputiert - obwohl in den meisten F&#228;llen daf&#252;r keine Notwendigkeit besteht, das ganze Erscheinungsbild des Dargestellten w&#252;rde bestimmt die textlichen Ausf&#252;hrungen in der Anlage w&#252;rdig vervollkommnen!<br />
</em><span id="more-100"></span><em>Ganz extrem erscheint die Verst&#252;mmelung im Titelbild der Volksfreund-Ausgabe vom 25. Februar: Margot K&#228;&#223;mann wurde regelrecht Gewalt angetan. Vielleicht werden sich in absehbarer Zeit die von Ihnen dargestellten Personen in ihrer ganzen Gr&#246;&#223;e und W&#252;rde dem Leser pr&#228;sentieren k&#246;nnen.</em><br />
Lieber Herr Hahmann,<br />
vielen Dank f&#252;r Ihren humorigen Brief nebst umfangreicher Sammlung von Zeitungsausschnitten. Mit den Fotos im Volksfreund ist es wie mit den Wortbeitr&#228;gen: Sie werden nicht einfach wie Schnappsch&#252;sse ins Familienalbum geklebt, sondern sorgf&#228;ltig ausgew&#228;hlt, bearbeitet, auf das Wesentliche reduziert und bei der Planung und Gestaltung von Seiten dramaturgisch angeordnet - wenn Sie so wollen: komponiert und inszeniert. Warum?<br />
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, hei&#223;t es im Volksmund. Die Wissenschaft best&#228;tigt: Bilder und Farben reizen unsere Sinne, erst dann konzentrieren wir uns auf das Schwarz-Wei&#223; der kleinen Buchstaben - Erkenntnisse der Wahrnehmungs-Psychologie, die f&#252;r Medienmacher h&#246;chst bedeutsam sind. Wolf Schneider und Paul-Josef Raue erkl&#228;ren im Standardwerk „Handbuch des Journalismus&#8221;, was die Leser tun, wenn sie eine Zeitung aufschlagen:</p>
<ul>
<li>Sie schauen sich zuerst das gro&#223;e Bild an, gleichg&#252;ltig, wo es auf der Seite steht.</li>
</ul>
<ul>
<li>Vom Bild wandern die Blicke zur Bildunterschrift: Sie ist der erste Text, der auf einer Seite gelesen wird.</li>
</ul>
<ul>
<li>Erst jetzt kommt die &#220;berschrift des Seiten-Aufmachers in den Blick, falls nicht ein zweites gro&#223;es Foto auf der gegen&#252;berliegenden Seite oder ein Farbblock die Sinne noch mehr reizen.</li>
</ul>
<p>Bilder wecken Emotionen, sie rufen Gef&#252;hle hervor, sie ziehen die Leser in Texte hinein. Das wissen Redakteure, und deshalb legen sie gro&#223;en Wert darauf, keine langweiligen Illustrationen auszuw&#228;hlen, sondern spannende, ungew&#246;hnliche Motive. Sie schneiden alles Beil&#228;ufige ab, verzichten auf &#252;berfl&#252;ssige Details - mit dem Ziel, den Betrachter zu fesseln und ihn zum Lesen zu verf&#252;hren.<br />
Nun l&#228;sst sich trefflich &#252;ber die Auswahl und den Schnitt von Fotos streiten, genauso wie &#252;ber die Schreibe oder den Inhalt einzelner Artikel. Dem einen gef&#228;llt&#8217;s, dem anderen nicht.<br />
Machen Sie doch mal den Selbsttest: Wie ist das, wenn Sie den Volksfreund durchbl&#228;ttern? Wo bleibt Ihr Blick h&#228;ngen? An Gruppenfotos, auf denen Dutzende Menschen unbewegt in Reih&#8217; und Glied stehen? An Bildern, die vor Einzelheiten nur so wimmeln und bei denen Sie nicht auf Anhieb erkennen, um welches Thema es geht? Oder an „Augenf&#228;ngern&#8221;, die Sie magisch anlocken, weil sie eine Emotion ausl&#246;sen?<br />
Ein begeistertes „Hast-du-das-gesehen!&#8221; bei einem spektakul&#228;ren Sportbild, ein entr&#252;stetes „Wie-kann-man-nur!&#8221; bei einem Portr&#228;t von Frau K&#228;&#223;mann, das nur das Wichtigste zeigt: ihr Gesicht, ihre verkniffene Mimik, die alles &#252;ber ihren gerade verk&#252;ndeten R&#252;cktritt als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche verr&#228;t.<br />
Erst die Konzentration auf das Wesentliche l&#228;sst Bilder leben; der mitunter k&#252;hne Schnitt, die besondere Pr&#228;sentation verwandeln nichtssagende Aufnahmen in sprechende Bilder, die Geschichten erz&#228;hlen - auf den Punkt gebracht, ohne schm&#252;ckendes Beiwerk.<br />
Herzliche Gr&#252;&#223;e!<br />
Peter Reinhart</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Mehr als ein 1:0</title>
		<link>http://forum.blog.volksfreund.de/2010/03/05/mehr-als-ein-10/</link>
		<comments>http://forum.blog.volksfreund.de/2010/03/05/mehr-als-ein-10/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 15:01:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Reinhart</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Basketball]]></category>

		<category><![CDATA[Fußball]]></category>

		<category><![CDATA[Lokalsport]]></category>

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		<description><![CDATA[J&#252;rgen Henrichs aus Zeltingen-Rachtig schreibt zur Berichterstattung &#252;ber Lokalsport: Stellen Sie sich vor, einem Spielbericht &#252;ber die Regionalliga-Mannschaft von Eintracht Trier w&#252;rde ebenso viel Platz einger&#228;umt wie einem Spiel zwischen Engers und der SG Udler (keine Wertung, nur Beispiel). So geschieht es regelm&#228;&#223;ig, jeden Dienstag im TV, mit dem Basketball. Die Regionalliga-Mannschaft der MJC Trier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>J&#252;rgen Henrichs aus Zeltingen-Rachtig schreibt zur Berichterstattung &#252;ber Lokalsport: </strong>Stellen Sie sich vor, einem Spielbericht &#252;ber die Regionalliga-Mannschaft von Eintracht Trier w&#252;rde ebenso viel Platz einger&#228;umt wie einem Spiel zwischen Engers und der SG Udler (keine Wertung, nur Beispiel). So geschieht es regelm&#228;&#223;ig, jeden Dienstag im TV, mit dem Basketball. Die Regionalliga-Mannschaft der MJC Trier wird mit der gleichen Beil&#228;ufigkeit bewertet wie ein Rheinlandligaspiel im Fu&#223;ball. Woran liegt das? Wir sprechen von der gleichen Klasse, in der die Eintracht kickt: vierte Liga!<br />
</em><span id="more-99"></span><em>Die MJC spielt nur mit einheimischen Spielern, die H&#228;lfte ist 19 Jahre alt, keiner verdient Geld. Die Mannschaft hat einen einstelligen Tabellenplatz erreicht - und der TV nimmt keine Notiz davon. Die Gegner kommen aus Konstanz und Stuttgart, und diese Teams spielen zu 80 Prozent mit eingekauften Profis. Die MJC setzt auf Nachwuchs. Ist das nicht genau das, was zwischen den Zeilen im nationalen Sport landauf, landab verlangt wird? Was soll die MJC noch machen, um mehr Aufmerksamkeit zu erlangen? Ich erwarte einfach mehr, denn was hier geleistet wird, ist landesweit in dieser Spielklasse einzig. </em><br />
Lieber Herr Henrichs,<br />
vielen Dank f&#252;r Ihre Mail. Ich verstehe die Kritik und kann nachvollziehen, dass Sie gern mehr &#252;ber die Spiele „Ihres&#8221; Vereins in der Zeitung lesen w&#252;rden. Das w&#252;nschen sich vermutlich alle, die selbst Sport treiben, die als Zuschauer auf die Pl&#228;tze und in die Hallen pilgern, die ihre S&#246;hne und T&#246;chter zum Training chauffieren und bei Wettk&#228;mpfen mitfiebern, die sich ehrenamtlich engagieren, die sich f&#252;r Leibes&#252;bungen und K&#246;rperert&#252;chtigung aller Art begeistern - in unserer Region mehr als 200.000 Menschen, die der Volksfreund mit allem versorgt, was wissenswert ist. Das versuchen wir jedenfalls.<br />
Nur wenige Tageszeitungen in Deutschland widmen sich so ausf&#252;hrlich dem Sport vor Ort: t&#228;glich vier bis f&#252;nf Seiten &#252;berwiegend mit Berichten &#252;ber das lokale und regionale Geschehen, mit Ergebnissen und Tabellen, von der Bundesliga bis zur Kreisliga, von den Bambini bis zu den Alten Herren, montags meist acht Seiten. Das ist viel - und doch viel zu wenig, um alles abzubilden. Also muss die Redaktion das tun, was ihr t&#228;gliches Gesch&#228;ft ist: aus einer ungeheuren Zahl von Informationen jene ausw&#228;hlen, die wichtig sind und einen m&#246;glichst gro&#223;en Kreis von Lesern interessieren.<br />
Dabei gibt es, neben dem Nachrichtenwert, einige hilfreiche Kriterien. Die Lieblingssportarten der Deutschen etwa. Jemand hat mal gesagt: 1. Fu&#223;ball, 2. Fu&#223;ball, 3. Fu&#223;ball &#8230; dann lange nichts &#8230; und dann Handball, Leichtathletik, Formel eins, Schwimmen, Tennis, Biathlon, Turnen, Schie&#223;en, Golf, Volleyball, Tischtennis und nat&#252;rlich, nebst einigen anderen, Basketball, aber ziemlich weit abgeschlagen.<br />
Wer in welcher Liga spielt, ist ebenfalls zu ber&#252;cksichtigen, aber nicht allein ausschlaggebend. Ginge es nur danach, w&#228;re im Volksfreund neben den Basketballern der TBB Trier und den Handball-Miezen vor allem &#252;ber den Schach-Bundesligisten SG Trier zu berichten, &#252;ber den Rollstuhlbasketball-Bundesligisten Trier Dolphins, &#252;ber den Kegel-Erstligisten KSV Riol, &#252;ber die Weltklasse-Ruderer Jost und Matthias Sch&#246;mann-Finck aus Zeltingen-Rachtig oder Richard Schmidt vom RV Treviris Trier. All das findet in der Zeitung statt, selbstverst&#228;ndlich, aber nicht immer an prominenter Stelle, nicht immer in gro&#223;en Beitr&#228;gen, weil sich - bei aller Hochachtung vor der sportlichen Leistung - eben nur ein vergleichsweise geringer Teil der Leser angesprochen f&#252;hlt.<br />
Die Redaktion orientiert sich an Klasse und Masse: Eintracht Trier ist viertklassig, aber in der popul&#228;rsten Sportart unterwegs. Wenig Klasse, viel Masse. Die Korbj&#228;ger der TBB Trier sind erstklassig, aber in einer Sportart, die unter ferner liefen rangiert. Viel Klasse, wenig Masse. In der TV-Berichterstattung liegen beide ungef&#228;hr gleichauf. Die Regionalliga-Basketballer der MJC Trier sind, sorry, viertklassig in einer nicht so angesagten Disziplin - und werden daher normalerweise „nur&#8221; mit k&#252;rzeren Artikeln bedacht.<br />
Wir bem&#252;hen uns, jenseits der sogenannten 1:0-Berichterstattung die besonderen Geschichten zu entdecken und zu erz&#228;hlen - aus allen Sportarten, aus allen Ligen. Ihr Hinweis, dass sich die MJC mit ganz jungen Spielern und ohne Legion&#228;re wacker schl&#228;gt, k&#246;nnte eine solche gr&#246;&#223;ere Story hergeben. Schau&#8217;n mer mal.<br />
Mit sportlichen Gr&#252;&#223;en!<br />
Peter Reinhart</p>
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		<title>P&#246;belnde &#220;belkr&#228;hen</title>
		<link>http://forum.blog.volksfreund.de/2010/02/26/poebelnde-uebelkraehen/</link>
		<comments>http://forum.blog.volksfreund.de/2010/02/26/poebelnde-uebelkraehen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 17:33:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Reinhart</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[anonyme Kommentare]]></category>

		<category><![CDATA[Pöbeleien]]></category>

		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

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		<description><![CDATA[Michael H&#252;lpes aus Hermeskeil meint zum Thema „Anonyme Kommentare (Spontan&#228;u&#223;erungen) zu Berichten auf volksfreund.de&#8221;: Ohne sich durch Angabe des Namens und des Wohnorts authentisieren zu m&#252;ssen, also unter dem Schutz der Anonymit&#228;t und ohne das Risiko, sich f&#252;r das Ge&#228;u&#223;erte rechtfertigen zu m&#252;ssen, erm&#246;glichen Sie Ihren Internetlesern nicht nur, ihre Meinung zu publizieren, sondern h&#228;ufig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Michael H&#252;lpes aus Hermeskeil meint zum Thema „Anonyme Kommentare (Spontan&#228;u&#223;erungen) zu Berichten auf volksfreund.de&#8221;:</strong> Ohne sich durch Angabe des Namens und des Wohnorts authentisieren zu m&#252;ssen, also unter dem Schutz der Anonymit&#228;t und ohne das Risiko, sich f&#252;r das Ge&#228;u&#223;erte rechtfertigen zu m&#252;ssen, erm&#246;glichen Sie Ihren Internetlesern nicht nur, ihre Meinung zu publizieren, sondern h&#228;ufig genug aus pers&#246;nlicher Ver&#228;rgerung heraus Institutionen, Verwaltungen oder Personen zu verunglimpfen - ohne dass diese sich mit juristischen Mitteln zur Wehr setzen k&#246;nnen. Ich bin selbst auch schon Opfer solcher Rufsch&#228;digungen gewesen.<br />
</em><span id="more-98"></span><em>Nun wei&#223; ich nat&#252;rlich, dass laut Bundesverfassungsgerichtsurteil Personen der &#214;ffentlichkeit sich im Interesse der Meinungs- und Pressefreiheit einiges gefallen lassen m&#252;ssen - gut so! Aber ist es in Ordnung, dass die - oft mit unwahren, unrichtigen und unhaltbaren Behauptungen - &#246;ffentlich Verunglimpften nicht die M&#246;glichkeit haben, eine Gegendarstellung einzufordern oder den anonymen Schmutzwerfer zu verklagen, wie dies entsprechend den Pressegesetzen der L&#228;nder bei Ver&#246;ffentlichungen in Presseorganen er&#246;ffnet ist?<br />
Schade, dass die Aufdeckung von anonym ver&#246;ffentlichten Bildern der Kinderpornografie erforderlich war, um diese offenkundige Rechtsl&#252;cke aufzudecken und &#220;berlegungen zu deren Schlie&#223;ung anzusto&#223;en - ein Versagen der Politik.<br />
Mein Vorschlag an den TV: Ver&#246;ffentlichen Sie - wie bei Leserbriefen - nur noch Kommentare im Internet, die mit einem mindestens im Telefonbuch nachpr&#252;fbaren Namen und Adressangabe versehen sind. Wer sich mit einer ehrlichen Meinung in guter Absicht zu einem &#246;ffentlichen Thema &#228;u&#223;ern will, braucht das Licht der &#214;ffentlichkeit nicht zu scheuen - genauso wie ein Teilnehmer einer &#246;ffentlichen Demonstration sich nicht zu vermummen braucht! Der TV w&#252;rde sich mit einer solchen Regelung an die Spitze einer Kampagne f&#252;r mehr „Hygiene&#8221; im &#246;ffentlichen Informations- und Meinungsaustausch setzen.</em><br />
Lieber Herr H&#252;lpes,<br />
vielen Dank f&#252;r Ihren Beitrag zur Grundsatzdebatte &#252;ber die Netz-Kultur. Wir besch&#228;ftigen uns in der Redaktion fast t&#228;glich mit der Frage: Was ist erlaubt, was ist verboten? Keine anonymen Online-Foren mehr, nur noch gepr&#252;fte Kommentare? F&#252;r beide Auffassungen gibt es gute Argumente.<br />
<strong>PRO:<br />
1. Jeder, der etwas zu sagen hat, kann das tun. </strong>Ungefiltert, unzensiert, unerkannt, solange er die Gesetze nicht verletzt. Das Netz bildet eine Gegen&#246;ffentlichkeit, jubeln Bef&#252;rworter. Erstmals in der Weltgeschichte liegt die Kontrolle in der Hand von vielen. Der Journalist und Blogger Alan Posener beschreibt es so: Vor der Erfindung des Buchdrucks wurde nur das verbreitet, was die M&#246;nche m&#252;hselig abschrieben. Die Kirche kontrollierte das Schreiben und also das Denken. Mit Gutenberg wanderte die Kontrolle des geschriebenen Worts in die Hand des Verlegers. Wer keinen Verleger fand, existierte f&#252;r die Welt nicht. Jetzt liegt die Kontrolle in der Hand eines Kollektivs namens Blogosph&#228;re.<br />
F&#252;r den Philosophen J&#252;rgen Habermas r&#252;ckt der herrschaftsfreie Dialog n&#228;her; er sieht ein „deliberatives Verfahren der Willensbildung&#8221;. Wenn alle m&#246;glichst viel miteinander reden, funktioniert die Demokratie.<br />
<strong>2. Viele wissen mehr als wenige - das Ph&#228;nomen der Schwarmintelligenz. </strong>Das Netz gilt Internet-Gurus als Ort kollektiven Wissens, einer Ordnung, die mehr ist als die Summe ihrer Teile. Musterbeispiel ist die Online-Enzyklop&#228;die Wikipedia. &#220;bertragen auf volksfreund.de: Was immer sich in der Region zutr&#228;gt, es wird von Lesern registriert. Sie kommentieren, erg&#228;nzen, weisen auf Unstimmigkeiten hin. Im Idealfall erweitert der Leser-Schwarm den Blick auf die Dinge: objektiver, „wahrer&#8221;, mit Facetten, die einem einzelnen Berichterstatter wom&#246;glich entgehen.<br />
<strong>KONTRA<br />
1. Fakten, Fehler, Finten: Wenn jeder drauflos quasselt, w&#228;chst nicht das Wissen, sondern die Informations-M&#252;llhalde.</strong> Statt Demokratie nur Gelaber. Wer kann noch richtig von falsch unterscheiden? Und von wegen Gemeinschaft - die Gesellschaft spaltet sich auf: in Gr&#252;ppchen, die sich in sozialen Netzwerken tummeln, die sich in Nischen zur&#252;ckziehen, ohne sich f&#252;r das gro&#223;e Ganze zu interessieren.<br />
<strong>2. Quatscher, Quengler, Querulanten wagen sich aus der Deckung, um andere zu beschimpfen, zu beleidigen, zu bedrohen.</strong> „Das Problem mit p&#246;belnden Lesern ist so alt wie die Kommentarfunktion selbst&#8221;, sagt der Autor Oliver Scheiner. „Scheinbar l&#228;sst die Anonymit&#228;t im Web bei vielen die Schranken guten Benehmens fallen.&#8221; Richtig: Es nervt, wenn verhaltensauff&#228;llige &#220;belkr&#228;hen meinen, sie m&#252;ssten ihr M&#252;tchen k&#252;hlen und unertr&#228;glichen D&#252;nnpfiff absondern. Gegen derlei intellektuell niederflurige D&#228;mlichkeiten ist kein Kraut gewachsen.<br />
Freilich hat das Cyber-Mobbing Grenzen. Die Rechtslage ist eindeutig. Demnach sind die Betreiber von Online-Foren nicht verpflichtet, alle Inhalte auf einer Diskussionsplattform vor der Ver&#246;ffentlichung zu pr&#252;fen. Allerdings m&#252;ssen sie m&#246;glichen Rechtsverletzungen nachgehen und die fraglichen Eintr&#228;ge gegebenenfalls unverz&#252;glich entfernen (Oberlandesgericht Hamburg, AZ 5 U 180/07). So halten wir es bei volksfreund.de; rechtswidrige Kommentare werden gel&#246;scht, wenn sie von der Redaktion entdeckt werden oder wenn Leser uns darauf aufmerksam machen. Seit einigen Monaten greift zudem eine Zugangsbeschr&#228;nkung: Nur wer eine g&#252;ltige E-Mail-Adresse nachweist, darf auf volksfreund.de mitmischen. Die Zahl der P&#246;bel-Attacken ist stark zur&#252;ckgegangen.<br />
<strong>FAZIT:<br />
Die Online-Gemengelage ist vertrackt, der K&#246;nigsweg noch nicht gefunden.</strong> Wir lassen uns auf Neues ein, experimentieren, korrigieren hie und da. Ziel ist es, die Leser einzubeziehen und die M&#246;glichkeiten zu erkunden, die das Internet bietet. Bis an die Schmerzgrenze - und manchmal dar&#252;ber hinaus.<br />
Herzliche Gr&#252;&#223;e!<br />
Peter Reinhart</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://forum.blog.volksfreund.de/2010/02/26/poebelnde-uebelkraehen/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Und er k&#252;sste sie auf den &#8230;</title>
		<link>http://forum.blog.volksfreund.de/2010/02/19/und-er-kuesste-sie-auf-den/</link>
		<comments>http://forum.blog.volksfreund.de/2010/02/19/und-er-kuesste-sie-auf-den/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 17:24:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Reinhart</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Gewinner]]></category>

		<category><![CDATA[Ranglisten]]></category>

		<category><![CDATA[Verlierer]]></category>

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		<description><![CDATA[Michael H&#252;lpes aus Hermeskeil schreibt: Sehr geehrter Herr Reinhart, als Germanist und fr&#252;herer Deutschlehrer habe ich mich schon immer - unter anderem auch mit meinen Sch&#252;lern im Unterricht - mit journalistischen Texten befasst. Zun&#228;chst ein gro&#223;es Kompliment zu Ihrer samst&#228;glichen Kolumne, in der Sie sich sehr profund, entsprechende Leserzuschriften aufgreifend, mit sprachlichen, presserechtlichen und presse-„ethischen&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Michael H&#252;lpes aus Hermeskeil schreibt: </strong>Sehr geehrter Herr Reinhart, als Germanist und fr&#252;herer Deutschlehrer habe ich mich schon immer - unter anderem auch mit meinen Sch&#252;lern im Unterricht - mit journalistischen Texten befasst. Zun&#228;chst ein gro&#223;es Kompliment zu Ihrer samst&#228;glichen Kolumne, in der Sie sich sehr profund, entsprechende Leserzuschriften aufgreifend, mit sprachlichen, presserechtlichen und presse-„ethischen&#8221; Problemen auseinandersetzen. Meist gelingt es Ihnen, Ihre redaktionellen Entscheidungen plausibel zu erkl&#228;ren, kulturhistorische, rechtliche und sonstige Hintergr&#252;nde auszuleuchten und das Einverst&#228;ndnis Ihrer Leser zu gewinnen.<br />
Ich m&#246;chte zu zwei Rubriken des TV kritisch Stellung nehmen:<br />
</em><span id="more-96"></span><em><strong>1. Gewinner/Verlierer-Rubrik im Wirtschaftsteil und Boulevardteil:</strong> Es f&#228;llt auf, dass diese Sparte h&#228;ufig krampfhaft mit relativ nebens&#228;chlichen Meldungen gef&#252;llt wird. Den Betroffenen wird so ganz schnell, h&#228;ufig mit einer inhaltlich schwachen, meist nur kurzzeitig zutreffenden Aussage das Gewinner- beziehungsweise Verlierer-Etikett angeheftet.<br />
Dem Leser wird zwar eine schnelle Informationsaufnahme erm&#246;glicht, gleichzeitig wird aber auch einem vereinfachenden Schwarz-Wei&#223;-Denken Vorschub geleistet: Es gibt nur noch Gewinner oder Verlierer in unserer Gesellschaft, und um nur ja nicht bei den „Losern&#8221; zu sein, m&#252;ssen alle Anstrengungen unternommen werden - gegebenenfalls auch der Einsatz der Ellenbogen!?<br />
Ich halte diese Art der Berichterstattung f&#252;r bedenklich und eines seri&#246;sen Organs f&#252;r nicht w&#252;rdig. Ich wei&#223;, auch der TV kann sich als am Lesermarkt agierendes Produkt dem vorherrschenden Boulevardisierungstrend nicht ganz entziehen. Selbstverst&#228;ndlich m&#246;chte ich auch nicht der ausschlie&#223;lichen Darstellung von positiven Ereignissen das Wort reden! Diese Darstellungsweise ist meiner Meinung nach im Interesse einer objektiven und dennoch rezipientenorientierten Information &#252;ber das reale Geschehen entbehrlich.<br />
<strong>2. [... bleibt noch geheim!]</strong></em><br />
Lieber Herr H&#252;lpes,<br />
vielen Dank f&#252;r Ihr Schreiben, das zu lang ist, um es komplett abzudrucken - aber so interessant, dass ich nichts weglassen m&#246;chte. Ich gehe diesmal auf Teil eins ein und in der kommenden Woche auf den zweiten Part.<br />
Zur Rubrik „Gewinner/Verlierer&#8221;: Die Qualit&#228;t der kurzen Beitr&#228;ge ist, &#228;hem, ausbauf&#228;hig, da gibt es nichts zu deuteln. Mitunter wirken die Nachrichten an den Haaren herbeigezogen, bisweilen lapidar. Wir arbeiten daran.<br />
Warum &#252;berhaupt diese Rubrik? Die Idee, die dahintersteckt, bew&#228;hrt sich seit Jahrtausenden: <strong>Die Welt ist un&#252;bersichtlich, das Wissen t&#252;rmt sich - also versucht der Mensch, die Dinge zu vereinfachen, zu ordnen, zu sortieren, um sie besser zu begreifen, um sie zu entschl&#252;sseln.</strong><br />
Ein Beispiel: Gerade hat Umberto Eco, der italienische Gro&#223;schriftsteller („Der Name der Rose&#8221;), ein neues Buch herausgebracht. Es hei&#223;t „Die unendliche Liste&#8221;. Eco sagt: Alle gro&#223;en Dichter haben das, was ihnen wichtig war, katalogisiert, sie haben Verzeichnisse und Rangordnungen erstellt. Von Homers Aufz&#228;hlung der Schiffe und Helden in der „Ilias&#8221; &#252;ber die Heiligen-Register des Mittelalters zur Liste des Krempels in der K&#252;chenschublade von Leopold Bloom, dem Protagonisten in James Joyce&#8217; Meisterwerk „Ulysses&#8221;.<br />
Listen, Listen, Listen. I<strong>n den modernen Massenmedien finden sich solche Tabellarien seit jeher als Stilform. B&#246;rsen, Bundesliga, Bestseller sind die Klassiker. </strong>Auff&#228;llig: Je mehr Informationen auf dem Markt sind (im Zeitalter des Internets unbegrenzt!), umso st&#228;rker die Nachfrage. Denken Sie nur an die Kaskade von Ranglisten-Shows, die seit etwa einem Jahrzehnt die Fernsehzuschauer berieselt. Die gr&#246;&#223;ten Deutschen, die sch&#246;nsten Popsongs, die schlimmsten Verbrecher.<br />
Der Reiz dieses Formats, neben dem erw&#228;hnten Grundbed&#252;rfnis, die komplexe Welt zu ordnen: Derlei ist unterhaltsam - und polarisiert, sorgt f&#252;r Gespr&#228;chsstoff.<br />
<strong>Unter all den Listen ist die Zuspitzung auf Gewinner und Verlierer die radikalste. Und die &#228;lteste.</strong> Seit Menschengedenken bilden wir Gegensatzpaare: das Gute und das B&#246;se, Gott und Teufel, These und Antithese, Yin und Yang, positiv und negativ, wahr und unwahr und so weiter.<br />
Ein Beispiel aus dem Altertum: Bei den Olympischen Spielen der Antike ehrte man die Sieger mit einem Kranz aus Olivenzweigen, das Volk feierte und verherrlichte sie, bis an ihr Lebensende hatten sie ausgesorgt. Alle weiteren Wettbewerber: gefallen, gescheitert, gebrandmarkt, auf Schleichwegen verkr&#252;melten sie sich in ihre Heimatd&#246;rfer.<br />
<strong>Hosianna oder kreuzigt ihn, die Guten ins T&#246;pfchen, die Schlechten ins Kr&#246;pfchen - das bipolare Denken und Handeln ist wohl irgendwo in den menschlichen Genen angelegt. </strong>Es ist uns eigen, und so ist es nicht verwunderlich, dass sich dieses Verhaltensmuster in den Medien unserer Tage spiegelt.<br />
Halten wir fest: Es gibt plausible Gr&#252;nde f&#252;r die journalistische Aufbereitung von Nachrichten im Listen- oder, noch pointierter, im Gewinner/Verlierer-Modus. Sie geben Orientierung, sie informieren, sie am&#252;sieren. Allerdings nur, wenn sie handwerklich gut gemacht sind.<br />
Lieber Herr H&#252;lpes, im n&#228;chsten Forum geht es um Ihre zweite Frage, die - ich verrate den anderen Lesern noch nichts - ebenso spannend ist.<br />
Neugierig geworden? So soll es sein. Fr&#252;her, als die Zeitungen noch t&#228;glich neue Sequenzen eines Romans druckten, galt als ideale Schlussformel ein Satz wie dieser: „Und er k&#252;sste sie auf den &#8230; Fortsetzung folgt.&#8221; Na, wohin k&#252;sste er sie wohl?<br />
Herzliche Gr&#252;&#223;e!<br />
Peter Reinhart</p>
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		<title>(Nicht) in eigener Sache</title>
		<link>http://forum.blog.volksfreund.de/2010/02/12/nicht-in-eigener-sache/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 18:28:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Reinhart</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Funkionäre]]></category>

		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>

		<category><![CDATA[Leserbriefe]]></category>

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		<description><![CDATA[Was geht, was geht nicht? Ein neues Kapitel aus der ewig jungen Debatte, warum manche Leserbriefe ver&#246;ffentlicht werden und andere nicht. Drei Beispiele:
Christian Z. Schmitz ist Regionsgesch&#228;ftsf&#252;hrer des Deutschen Gewerkschafts-Bundes in Trier. Er schreibt zur Rubrik „Mensch &#8230; Frank Bsirske&#8221; vom  4. Februar: Dieter Lintz scheint zeitlich stehengeblieben zu sein, und das zeigt sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was geht, was geht nicht? Ein neues Kapitel aus der ewig jungen Debatte, warum manche Leserbriefe ver&#246;ffentlicht werden und andere nicht. Drei Beispiele:<br />
<em><strong>Christian Z. Schmitz ist Regionsgesch&#228;ftsf&#252;hrer des Deutschen Gewerkschafts-Bundes in Trier</strong>. Er schreibt zur Rubrik „Mensch &#8230; Frank Bsirske&#8221; vom  4. Februar: Dieter Lintz scheint zeitlich stehengeblieben zu sein, und das zeigt sich nicht nur an der Symbolik, dass er nicht mitgekriegt hat, dass es die &#214;TV seit nunmehr zehn Jahren nicht mehr gibt. So sympathisch und geradlinig diese Sturheit auch erscheinen mag: Das Geschriebene wird nicht richtiger, wenn ideologische Reinkultur des Neoliberalismus bedient wird. [...]<br />
<strong>Tobias Beck aus Nittel </strong>ist Europabeauftragter der FDP im Kreis Trier-Saarburg. Er schreibt zur Berichterstattung &#252;ber vermutete Zusammenh&#228;nge zwischen der Millionen-Spende eines Gro&#223;hoteliers f&#252;r seine Partei und der j&#252;ngst beschlossenen Steuererm&#228;&#223;igung f&#252;r die Hotelbranche. [...]<br />
<strong>Egon Sommer aus Tawern</strong>, SPD-Mitglied, bis Juni 2009 lange Jahre im Gemeinderat seines Orts aktiv und nach wie vor im Verbandsgemeinderat Konz, meint, dass es mit der Unabh&#228;ngigkeit und &#220;berparteilichkeit des Volksfreunds ja nicht weit her sein k&#246;nne, wenn seine Leserbriefe zum umstrittenen Thema „Golf-Park&#8221; nicht abgedruckt werden. [...]</em><br />
<span id="more-95"></span>Lieber Herr Schmitz,<br />
lieber Herr Beck,<br />
lieber Herr Sommer,<br />
vielen Dank f&#252;r Ihre stetige Zuarbeit und die (fast immer) interessanten Beitr&#228;ge. Mal finden Ihre Leserbriefe den Weg in die Zeitung, mal nicht. Die Erkl&#228;rung ist einfach und gilt f&#252;r alle Mandatstr&#228;ger und Funktion&#228;re: Wenn Sie sich im Namen oder im Auftrag Ihrer Partei, Ihrer Gewerkschaft, Ihres Verbands, Ihrer Organisation zu Wort melden, wom&#246;glich in eigener Sache, wird die Zuschrift nicht als Leserbrief ver&#246;ffentlicht.<br />
Zu gro&#223; w&#228;re die Verlockung, die Meinungsspalten als Vehikel f&#252;r gesteuerte politische Kampagnen zu nutzen. Derlei kreiden uns die Leser n&#228;mlich beim geringsten Verdacht an: Ach, mal wieder der Parteischreiber, da wei&#223; ich ja schon, was kommt &#8230;<br />
Das bedeutet nicht, dass Ihre Botschaft ungeh&#246;rt bleibt: Unsere Reporter recherchieren, fragen die Betroffenen, interviewen und zitieren die Volksvertreter in den R&#228;ten der St&#228;dte, Kreise und Gemeinden, die Parteifunktion&#228;re, die Experten der Verwaltungen, die Gewerkschafter. Wer auf lokaler Ebene etwas bewegt, der „kommt vor&#8221; im TV und hat Gelegenheit, seinen Standpunkt mitzuteilen. Daher die Regel: nicht zus&#228;tzlich auch noch Leserbriefe von Mandatstr&#228;gern zu Angelegenheiten, die sie selbst mitgestalten oder in denen sie die hinl&#228;nglich bekannten Positionen ihrer Partei oder Gewerkschaft wiederholen.<br />
Eines kann ich Ihnen versichern: Ihre Zuschriften fliegen nicht ungelesen in den Papierkorb; wir pr&#252;fen sie sorgf&#228;ltig und werten sie aus. Ihre Hinweise, Ihre Anregungen haben schon des &#214;fteren neue Aspekte f&#252;r die redaktionelle Berichterstattung geliefert.<br />
Wenn Sie als Privatmensch zu Themen schreiben, die nichts mit Ihrer offiziellen Funktion zu tun haben (sagen wir mal: Erdbebenkatastrophe in Haiti, oder: Atompl&#228;ne des Iran, oder: Zoff beim Deutschen Fu&#223;ball-Bund wegen des neuen Vertrags f&#252;r den Bundestrainer), stehen Ihnen die Leserbriefspalten offen.<br />
Herzliche Gr&#252;&#223;e!<br />
Peter Reinhart</p>
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		<title>Vorhersehbar wie Vollmond</title>
		<link>http://forum.blog.volksfreund.de/2010/02/05/vorhersehbar-wie-vollmond/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 17:15:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Reinhart</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Kult]]></category>

		<category><![CDATA[Leserbriefe]]></category>

		<category><![CDATA[Wiederholung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ausz&#252;ge aus drei l&#228;ngeren Zuschriften: Hans-Joachim Selzer aus Bernkastel-Kues schreibt - zum wiederholten Mal - zur Finanzkrise und den Folgen; er fordert den Umbau der Volkswirtschaft nach dem sogenannten Bandbreitenmodell. Maximilian Meurer aus Wittlich &#228;u&#223;ert sich - zum wiederholten Mal - zur Partei Die Linke und warnt vor den „Postkommunisten&#8221; und ihren (angeblichen) Pl&#228;nen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ausz&#252;ge aus drei l&#228;ngeren Zuschriften: <strong>Hans-Joachim Selzer aus Bernkastel-Kues </strong>schreibt - zum wiederholten Mal - zur Finanzkrise und den Folgen; er fordert den Umbau der Volkswirtschaft nach dem sogenannten Bandbreitenmodell. <strong>Maximilian Meurer aus Wittlich </strong>&#228;u&#223;ert sich - zum wiederholten Mal - zur Partei Die Linke und warnt vor den „Postkommunisten&#8221; und ihren (angeblichen) Pl&#228;nen, die Republik zu ver&#228;ndern. <strong>Bernd Donner aus Konz</strong> weist- zum wiederholten Mal - auf die Gefahren von Drogen und Alkohol hin. </em><br />
<span id="more-94"></span>Lieber Herr Selzer,<br />
lieber Herr Meurer,<br />
lieber Herr Donner,<br />
bitte erschrecken Sie nicht: Ich erkl&#228;re Sie hiermit zu Muster-M&#228;nnern, beispielhaft f&#252;r viele Leserbrief-Schreiber. Wie das!? Sie geh&#246;ren zu den gesch&#228;tzten Autoren, die sich regelm&#228;&#223;ig zu Wort melden. F&#252;r Ihre Treue, f&#252;r Ihr Engagement zun&#228;chst herzlichen Dank. Mit Ihren Beitr&#228;gen bereichern Sie des &#214;fteren die Diskussion, geben Denkanst&#246;&#223;e, regen Verbesserungen an. All das ist richtig und wichtig. Und doch: Diesmal verzichte ich auf den Abdruck. Warum? Weil Sie Ihre Thesen, Ihre Positionen bereits mehrmals in Leserbriefen dargelegt haben. Der Aufh&#228;nger mag jeweils ein anderer sein, die Argumente aber sind dieselben, teilweise wortw&#246;rtlich.<br />
Wenn das Publikum in der Oper begeistert „Da capo!&#8221; schreit und eine Wiederholung herbeisehnt, gilt das als Zeichen h&#246;chster Wertsch&#228;tzung: alles auf Anfang und noch einmal von vorn, weil es so gro&#223;artig war.<br />
Wenn das Fernsehen die x-te Wiederholung von, sagen wir mal, uralten „Sissi&#8221;-Filmen mit Romy Schneider ausstrahlt, ist das f&#252;r manche Zuschauer „Kult&#8221;, f&#252;r andere bedeutet es g&#228;hnende Langeweile.<br />
Wenn sich bei der Lekt&#252;re von Leserbriefen das Gef&#252;hl einstellt: Mensch, das kommt mir bekannt vor, das habe ich doch schon mindestens einmal genau so von genau diesem Autor gelesen, dann ist das als klares Indiz zu deuten: Das Thema scheint von allen Seiten beleuchtet, es ist alles dazu gesagt, es ist ausgereizt, es hat sich ersch&#246;pft.<br />
Nehmen Sie es nicht pers&#246;nlich, aber auf Dauer wirken derlei Wiederholungen monoton. In die Zeitung geh&#246;ren Neuigkeiten! Es w&#228;re doch trostlos und fad, wenn Sie den Volksfreund aufschlagen w&#252;rden und in periodischen Abst&#228;nden wohlbekannte Artikel zu lesen bek&#228;men - so vorhersehbar wie der n&#228;chste Vollmond.<br />
Herzliche Gr&#252;&#223;e!<br />
Peter Reinhart</p>
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		<title>Satanische Schmutzhunde</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 14:14:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Reinhart</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[anonym]]></category>

		<category><![CDATA[Pamphlet]]></category>

		<category><![CDATA[Schimpfwörter]]></category>

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		<description><![CDATA[Der anonyme Leser meint: Hmm, ich w&#252;rde ja gern, aber ich traue mich nicht. Ein Leserbrief in der Zeitung, das w&#228;r&#8217;s. Mal so richtig vom Leder ziehen. Den Gro&#223;kopfeten in der Politik die Meinung geigen. Und den Schreiberlingen vom Volksfreund eins auswischen. Aber mit vollem Namen zeichnen? O je, das k&#246;nnte &#196;rger geben! Und was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Der anonyme Leser meint: </strong>Hmm, ich w&#252;rde ja gern, aber ich traue mich nicht. Ein Leserbrief in der Zeitung, das w&#228;r&#8217;s. Mal so richtig vom Leder ziehen. Den Gro&#223;kopfeten in der Politik die Meinung geigen. Und den Schreiberlingen vom Volksfreund eins auswischen. Aber mit vollem Namen zeichnen? O je, das k&#246;nnte &#196;rger geben! Und was w&#252;rden die Nachbarn denken! Also lieber nicht. Es juckt aber so in den Fingern. Ich kann&#8217;s ja mal versuchen und schicke was an den TV. Vielleicht bringen die es ja.</em><br />
<span id="more-93"></span>Lieber anonymer Leser,<br />
besten Dank, dass Sie sich so viel M&#252;he machen und uns Tag f&#252;r Tag beliefern. Mit mehr oder minder originellen Beitr&#228;gen &#252;ber „ungehobelte Bauernkn&#252;ppel&#8221; zum Beispiel („Ein Bauer bleibt ein Bauer, auch wenn er sich mit &#8216;nem Zylinder ins Bett legt&#8221;). Mit h&#252;bschen Fotomontagen, etwa der Collage, die k&#252;rzlich auf meinen Schreibtisch flatterte: eine Schafherde, kombiniert mit der Liste von Unterst&#252;tzern des umstrittenen CDU-Politikers Michael Billen, garniert mit einem nicht zitierf&#228;higen Spruch. Mitunter am&#252;siere ich mich &#252;ber w&#252;ste Schweinigeleien, die bedenkliche Pers&#246;nlichkeitsst&#246;rungen vermuten lassen und garantiert nie den Weg ins Blatt finden. Sei&#8217;s drum. Ihre M&#252;hen sind ohnehin vergebens, wenn Sie nicht zu Ihrer Meinung stehen.<br />
Anonyme Zuschriften werden nicht ver&#246;ffentlicht. Und auch keine, die unter Fantasie-Namen eingereicht werden. So wie jener „Leserbrief&#8221;, dessen Verfasser - auf den ersten Blick seri&#246;s anmutend - neulich heftig auf den CDU-Mann Herbert Jullien eindrosch („Ich muss meiner Wut Luft machen &#8230;&#8221;). Unterzeichnet mit Hans Hoffmann und einer Adresse in der Region. Derlei &#252;berpr&#252;fen wir, und siehe da, einen Hans Hoffmann kennt unter der angegebenen Anschrift niemand. Ein dreister Versuch, unter falscher Flagge segelnd ein Pamphlet in den Volksfreund zu schmuggeln und eine Breitseite gegen einen missliebigen Zeitgenossen abzufeuern.<br />
Schade, warum solche Betrugsversuche?<br />
Nur Mut! Sie d&#252;rfen Ihr Herz aussch&#252;tten, Sie d&#252;rfen schimpfen, Sie d&#252;rfen kritisieren, was immer Sie wollen (innerhalb des gesetzlichen Rahmens, versteht sich). Aber nicht anonym.<br />
Noch eins: Wenn Sie schon so viel Zeit darauf verwenden, seitenlange Tiraden gegen diese Zeitung („gottesverwerfliches Drecksorgan&#8221;) zu tippen und beispielsweise dem stellvertretenden Chefredakteur („totaler Verbrecher und satanischer Schmutzhund&#8221;) zu beweisen versuchen, dass er „verflucht&#8221; und „unw&#252;rdig&#8221; und „&#252;berfl&#252;ssig&#8221; ist, tja, dann w&#252;rde es selbigen schon beruhigen, wenn er w&#252;sste, wem er die offenbar dringend ben&#246;tigte &#228;rztliche Hilfe angedeihen lassen kann.<br />
Eine Ausnahme? Weit gefehlt, nur ein winziger Ausschnitt aus dem Panoptikum an skurrilen Zuschriften, die unabl&#228;ssig in der Redaktion eintrudeln und in denen - uns leider unbekannte - Menschen grantelnd, geifernd, giftend &#252;ber Gott und die Welt und die Politiker und den Volksfreund und wei&#223;nichtwas herfallen. Das, lieber anonymer Leser, haben Sie doch gar nicht n&#246;tig. Bekennen Sie sich!<br />
Sch&#246;ne Gr&#252;&#223;e!<br />
Peter Reinhart</p>
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		<title>Quacksalber und Scharlatane</title>
		<link>http://forum.blog.volksfreund.de/2010/01/22/quacksalber-und-scharlatane/</link>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 14:36:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Reinhart</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Medizin]]></category>

		<category><![CDATA[Quacksalber]]></category>

		<category><![CDATA[Recherche]]></category>

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		<description><![CDATA[M. K. [Name der Redaktion bekannt] schreibt: Ihr „Werbebeitrag&#8221; vom 14. Januar hat mich regelrecht schockiert. Sie empfehlen perfekte Gesundheit durch eine „seri&#246;se Maharishi-Kur&#8221;, die bis zu 4000 Euro kosten kann. Da ich elf Jahre unter anderem in Indien arbeitete und der bislang einzige Europ&#228;er bin, der dort Vortr&#228;ge h&#228;lt &#252;ber Ayurveda, emp&#246;rt mich der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>M. K. </em>[Name der Redaktion bekannt] </strong><em><strong>schreibt: </strong>Ihr „Werbebeitrag&#8221; vom 14. Januar hat mich regelrecht schockiert. Sie empfehlen perfekte Gesundheit durch eine „seri&#246;se Maharishi-Kur&#8221;, die bis zu 4000 Euro kosten kann. Da ich elf Jahre unter anderem in Indien arbeitete und der bislang einzige Europ&#228;er bin, der dort Vortr&#228;ge h&#228;lt &#252;ber Ayurveda, emp&#246;rt mich der Unfug, der hier verbreitet wird, umso mehr. </em>[Es folgen Ausf&#252;hrungen &#252;ber Prakruti und Vikruti, Pita und Vata, Dosha und anderes mehr. Das Schreiben ist als Leserbrief ausgewiesen, unterzeichnet mit „Prof. (h.c.) M. K." sowie Adresse und einer Lekt&#252;re-Empfehlung; abgegeben worden ist es im Service-Center des Volksfreunds in Schweich.]<br />
<span id="more-92"></span>Lieber Herr K.,<br />
vielen Dank f&#252;r Ihre Anmerkungen. Medizin und gesundes Leben, Wohlbefinden und Fitness interessieren jeden Leser, jeden Fernsehzuschauer, jeden Radioh&#246;rer. Entsprechend ausf&#252;hrlich berichten die Medien: &#252;ber neue wissenschaftliche Erkenntnisse, Therapie-Ans&#228;tze bei den gro&#223;en „Volksseuchen&#8221;, Tipps zur Vorbeugung gegen Diabetes oder Herzinfarkt, alternative Heilmethoden, gesundheitspolitische Entscheidungen und so weiter.<br />
Das Ziel: pr&#228;zise und wahrheitsgetreu informieren und komplizierte Sachverhalte aus dem Wissenschafts-Jargon in eine Sprache &#252;bersetzen, die allgemein verst&#228;ndlich ist.<br />
Recherche und journalistische Sorgfalt sind grunds&#228;tzlich immer gefordert, ganz besonders jedoch bei Medizin-Themen. Eine Falschmeldung kann fatale Konsequenzen haben, wom&#246;glich geht es sogar um Leben und Tod. Im Pressekodex, dem Grundgesetz der deutschen Medien, hei&#223;t es dazu (Ziffer 14): „&#8230; ist eine unangemessen sensationelle Darstellung zu vermeiden, die unbegr&#252;ndete Bef&#252;rchtungen oder Hoffnungen beim Leser erwecken k&#246;nnte. Forschungsergebnisse, die sich in einem fr&#252;hen Stadium befinden, sollten nicht als abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen dargestellt werden.&#8221;<br />
Nur die wenigsten Journalisten sind vom Fach, somit stets auf die Einsch&#228;tzung von Experten angewiesen. Deren Diagnosen, das kommt erschwerend hinzu, weichen oft genug voneinander ab. Beispiel: die sogenannte Schweinegrippe. Impfen ja oder nein? Drei &#196;rzte, vier Meinungen. Wir versuchen, alle Seiten so seri&#246;s und objektiv wie m&#246;glich im Volksfreund darzustellen.<br />
Tja, und t&#228;glich flattern Berichte &#252;ber angeblich Wunder wirkende Medikamente ins Haus. Und Pressemitteilungen von Pharma-Unternehmen, die ihre sagenhaften Produkte anpreisen. Und Leserbriefe von Autoren, die sich als Spezialisten von Weltruf vorstellen und ganz eigent&#252;mliche Thesen und Therapien propagieren, die zumeist von der Lehrmeinung abweichen - und sich nicht &#252;berpr&#252;fen lassen.<br />
All das macht argw&#246;hnisch, oft zu Recht, wie die Recherchen in solchen F&#228;llen zeigen. Ein akademischer Ehrentitel etwa, verliehen von einer obskuren „Universit&#228;t&#8221; in Ostasien, st&#228;rkt nicht eben das Zutrauen in die Verl&#228;sslichkeit des Informanten. Und wenn dann auch noch um zwei Ecken ein selbst ernannter Menschheits-Erleuchter ins Spiel kommt, der sich als Professor, mehrfacher Doktor, Master, Sir und Ritter feiern l&#228;sst und der Dekan einer medizinischen Fakult&#228;t eben jener „Universit&#228;t&#8221; gewesen sein will, schrillen alle Alarmglocken. Nichts f&#252;r ungut, aber Gurus, Quacksalbern und Scharlatanen bietet der Volksfreund kein Forum.<br />
Viele Gr&#252;&#223;e!<br />
Peter Reinhart</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Denglisches Gemeng im W&#246;rter-See</title>
		<link>http://forum.blog.volksfreund.de/2010/01/15/denglisches-gemeng-im-woerter-see/</link>
		<comments>http://forum.blog.volksfreund.de/2010/01/15/denglisches-gemeng-im-woerter-see/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 18:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Reinhart</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Anglizismen]]></category>

		<category><![CDATA[Brad Pitt]]></category>

		<category><![CDATA[Google]]></category>

		<category><![CDATA[Inglourious Basterds]]></category>

		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Klaus Schwerdtfeger aus Trier meint zum Thema „Rabatte, Rabatte, Rabatte&#8221; (TV vom 5. Januar): Sie k&#246;nnen es nicht lassen, die Werbe-Fuzzis des Handels. Immer wieder dieses bescheuerte „sale&#8221;. Und der TV hat nichts Besseres zu tun, als das auch noch per Foto zu verbreiten.
Ich wei&#223; es aus meinem Bekanntenkreis: Man findet es nicht gut, aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Klaus Schwerdtfeger aus Trier meint </strong>zum Thema „Rabatte, Rabatte, Rabatte&#8221; (TV vom 5. Januar): Sie k&#246;nnen es nicht lassen, die Werbe-Fuzzis des Handels. Immer wieder dieses bescheuerte „sale&#8221;. Und der TV hat nichts Besseres zu tun, als das auch noch per Foto zu verbreiten.<br />
Ich wei&#223; es aus meinem Bekanntenkreis: Man findet es nicht gut, aber man nimmt es hin. Der Umsatz wird bestimmt nicht durch „sale&#8221; gef&#246;rdert. Im Gegenteil: Konservative kaufen dann extra nicht. Sie kaufen dort, wo man ihnen nicht mit „sale&#8221; kommt. Zu denen geh&#246;re ich. W&#228;re sch&#246;n, wenn Tausende diesem Beispiel folgten, damit endlich mal der „sale&#8221;-Unsinn aufh&#246;rt.</em><br />
<span id="more-91"></span>Lieber Herr Schwerdtfeger,<br />
vielen Dank f&#252;r Ihre Zuschrift. „Speak German&#8221;, fordern die H&#252;ter der deutschen Sprache allenthalben. Sprecht deutsch! Ein frommer Wunsch. Das k&#228;mpferische Engagement in allen Ehren - ich f&#252;rchte, den Anglizismus-Wahn in seinem Lauf h&#228;lt weder Ochs noch Esel auf.<br />
„Sale&#8221; ist ein Beispiel f&#252;r das grassierende Neusprech-Virus. Die Plakate schreien es laut und bunt an jeder Stra&#223;enecke. H&#246;rt sich deppert an. Warum nicht auf Deutsch? Das hat, mindestens, zwei Gr&#252;nde:</p>
<ul>
<li>zu viel: Die Werbe-Sprache ist kreativ, artistisch, &#252;berkandidelt. Weltl&#228;ufig soll es klingen im Zeitalter der Globalisierung, blo&#223; nicht vermufft, und Aufmerksamkeit erzeugen, egal wie - und wenn es noch so doof ist. Der Wahnsinn hat Methode, und der Drang zum denglischen Gemeng ist wohl nicht zu stoppen. Nur ganz vereinzelt befreien sich  Unternehmen wieder von d&#228;mlichen Slogans, weil sie gemerkt haben, dass viele Menschen nur Bahnhof verstehen, etwa wenn ihnen in der Parf&#252;merie ein „Come in and find out&#8221; entgegendr&#246;hnt.</li>
</ul>
<ul>
<li>zu wenig: Uns fehlen die W&#246;rter f&#252;r Dinge, Gef&#252;hle, Ph&#228;nomene. Deshalb fahnden wir nach neuen. Sprache lebt, ver&#228;ndert sich st&#228;ndig.</li>
</ul>
<p>Der Schriftsteller Axel Hacke sagt: Es gibt W&#246;rter, die eine Bedeutung haben. Das sind die meisten. Ein Tisch ist ein Tisch ist ein Tisch. Es gibt W&#246;rter, die keine Bedeutung haben, aber sie vielleicht suchen. Spunk zum Beispiel, bei Pippi Langstrumpf der Ausdruck f&#252;r alles und nichts. Und es gibt Bedeutungen, die ein Wort brauchen. Das Gegenteil von hungrig ist satt. Doch wie nennt man das Gegenteil von durstig? Da sind wir sprachlos.<br />
„Sale&#8221; ist in gro&#223;em Stil erst aufgekommen, als der gute alte Saisonschlussverkauf ging. Seit der &#196;nderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb im Jahr 2004 laufen Rabattaktionen das ganze Jahr &#252;ber. Kein Sommerschlussverkauf mehr, kein Winterschlussverkauf mehr. Wenn st&#228;ndig Schlussverkauf ist, gew&#246;hnt sich der Verbraucher daran. Also, denkt der Werber, muss eine neue Begrifflichkeit her.<br />
Jetzt pl&#228;rren die einen tagein, tagaus ihr „Geiz-ist-geil&#8221;-Mantra, die anderen ihr „20 Prozent auf alles au&#223;er Tiernahrung&#8221;, und wem gar nichts einf&#228;llt, der versucht&#8217;s eben mit „sale&#8221; - was nicht mehr und nicht weniger hei&#223;t als: Verkauf, Ausverkauf, Schlussverkauf, R&#228;umungsverkauf. Albernes Anbiedern, nervig, &#252;berfl&#252;ssig.<br />
All das ist jedoch nicht ungew&#246;hnlich: Wenn f&#252;r einen bestimmten Sachverhalt ein Wort gebraucht wird, entsteht auch eines - und zwar mittlerweile vorwiegend im Internet, schreiben die Autoren Kathrin Passig und Sascha Lobo in ihrem Aufsatz „Wortwoselungen&#8221;. Im weltweiten Netz tauchen jeden Tag Ideen, Prozesse und Funktionen auf, die es vorher nicht gab. H&#228;ufig ganz normale englische W&#246;rter, die daf&#252;r sorgen, dass den Anglizismus-Kritikern die Klagelieder nicht ausgehen.<br />
Einen Beleg daf&#252;r, wie schnell Sprache sich wandelt, liefert der Rechtschreib-Duden. Alle paar Jahre kommt eine &#252;berarbeitete Version auf den Markt, darin stets einige Tausend neue W&#246;rter - oft aus dem Englischen &#252;bernommen oder abgeleitet.<br />
Ein h&#252;bsches Beispiel ist „googeln&#8221;, das sich l&#228;ngst in der Alltagssprache etabliert hat und soviel meint wie: im Internet nach etwas suchen. Der Firmenname „Google&#8221; ist laut Passig und Lobo eine Verballhornung des Wortes „Googool&#8221;, das 1938 von dem amerikanischen Mathematiker Edward Kasner publiziert wurde. Kasner mangelte es an einem Namen f&#252;r eine sehr gro&#223;e Zahl, eine Eins mit hundert Nullen. Er fragte seinen neunj&#228;hrigen Neffen. Der schlug „Googool&#8221; vor und pr&#228;gte so die Sprache des Internets, noch bevor es &#252;berhaupt erfunden war.<br />
Die aktuelle Wortbildung ist stark vom Englischen beeinflusst, aber nicht nur. Manchmal blitzt auch im Deutschen Neues auf. So hat es Peter Hartz, der einst f&#252;r Gerhard Schr&#246;der die Agenda 2010 ausheckte, zum Verb und zum Substantiv gebracht, wie j&#252;ngst „Die Zeit&#8221; notierte. „Hartzen&#8221; bedeutet in der Umgangssprache „rumh&#228;ngen, gammeln&#8221; (zum deutschen Jugendwort des Jahres gew&#228;hlt), mit „Hartzer&#8221; bezeichnen junge Leute in Berliner Problem-Stadtteilen ihren Traumjob als staatlich gest&#252;tzte Berufs-Arbeitslose.<br />
Es geht auch andersherum. Zum englischen Wortschatz z&#228;hlen seit langem „Kindergarten&#8221;, „Blitzkrieg&#8221; oder „wunderbar&#8221;. Erstaunliches vernahm ich k&#252;rzlich von einem britischen Fu&#223;ball-Schiedsrichter. In einem Interview verwendete er wie selbstverst&#228;ndlich das schwierige deutsche Wort „Fingerspitzengef&#252;hl&#8221;. Und im Kino-Film „Inglourious Basterds&#8221; kn&#246;delt Brad Pitt als US-Soldat im breitesten S&#252;dstaaten-Slang pl&#246;tzlich das deutsche Adjektiv „kaputt&#8221;.<br />
Die Sprache ist immer in Bewegung, wie ein m&#228;chtiger Strom, der bisweilen &#252;ber die Ufer tritt und sich nicht b&#228;ndigen l&#228;sst. Altes verfl&#252;chtigt sich, Neues flie&#223;t unabl&#228;ssig und f&#252;llt den W&#246;rter-See. Was heute noch als Dummdeutsch gilt, geh&#246;rt morgen vielleicht schon zur Standardsprache. Beim Volksfreund bem&#252;hen wir uns jedenfalls, den gr&#246;bsten Unfug zu vermeiden &#8230;<br />
Herzliche Gr&#252;&#223;e!<br />
Peter Reinhart</p>
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		<title>Der ewige Mahlstrom</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 15:43:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Reinhart</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Evolution]]></category>

		<category><![CDATA[Fehler]]></category>

		<category><![CDATA[Terror]]></category>

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		<description><![CDATA[Walter F. Caspari schreibt per E-Mail: Ihren Bericht &#252;ber den versuchten Terroranschlag auf ein Flugzeug haben Sie mit einem Foto illustriert (TV vom 28. Dezember). Die dargestellte Maschine ist auf keinen Fall der Airbus A330 der Delta Airlines, auf den der Anschlag ver&#252;bt wurde, wie Sie in der Bildunterschrift behaupten. Vielmehr handelt es sich bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Walter F. Caspari schreibt per E-Mail:</strong> Ihren Bericht &#252;ber den versuchten Terroranschlag auf ein Flugzeug haben Sie mit einem Foto illustriert (TV vom 28. Dezember). Die dargestellte Maschine ist auf keinen Fall der Airbus A330 der Delta Airlines, auf den der Anschlag ver&#252;bt wurde, wie Sie in der Bildunterschrift behaupten. Vielmehr handelt es sich bei dem abgebildeten Flugzeug um eine DC-9 von Douglas-MacDonnell. Dies ist nur ein Beispiel f&#252;r die relativ hohe Anzahl von Fehlern, sei es in der Berichterstattung oder Rechtschreibung in Ihrer Zeitung. Sie sollten f&#252;r Abhilfe sorgen.</em><br />
<span id="more-80"></span>Lieber Herr Caspari,<br />
vielen Dank f&#252;r Ihre Zuschrift. &#220;ber Fehler in der Zeitung und ganz allgemein im Leben haben wir an dieser Stelle schon des &#214;fteren philosophiert. Was unternommen wird, um sie zu vermeiden, und warum sie trotz aller Vorkehrungen unvermeidlich sind. Ich will das nicht wiederholen, nur so viel: Irren ist menschlich, und ohne Fehler (in der Evolution!) w&#252;rden wir vermutlich noch immer als Einzeller in der Ursuppe schwimmen und uns nicht so viele Gedanken machen.<br />
F&#252;r sachdienliche Hinweise auf Irrt&#252;mer sind wir dankbar - nur wer erkennt, was er falsch gemacht hat, kann daraus lernen. Mancher Fehler bleibt unerkl&#228;rlich, andere lassen sich nachvollziehen. Der Flugzeug-Fall etwa. Wie kam es dazu?<br />
Texte und Fotos werden von Reportern, Korrespondenten, Agenturen auf unterschiedlichen Kan&#228;len zur Verf&#252;gung gestellt. Tausende von Meldungen pro Tag, dazu f&#252;nfhundert und mehr Bilder. Stichw&#246;rter erleichtern die Zuordnung (hier: Terror, Nigerianer, Detroit). Die Redakteure sichten und gewichten die Nachrichten, w&#228;hlen aus und verwerfen wieder, bearbeiten und komponieren die Seiten.<br />
Das alles in Echtzeit: Die Informationen flie&#223;en unabl&#228;ssig, wie in einem gewaltigen Mahlstrom. Die pausenlose &#220;berflutung mag eine Fehlerquelle sein. Immer mehr, immer schneller. Jemand hat ausgerechnet, dass Zeitungsleser in einer Woche mehr Wissen aufnehmen als die Menschen im 18. Jahrhundert in ihrem ganzen Leben.<br />
Zur&#252;ck zum Flugzeug: H&#228;tte der zust&#228;ndige Redakteur die Beschreibung des Fotos genau gelesen, w&#228;re ihm aufgefallen, dass es sich nicht um die Maschine handelt, die beinahe explodiert w&#228;re, sondern um ein Motiv, das symbolisch f&#252;r die Flotte der Delta-Linie steht.<br />
Damit Sie eine Vorstellung davon bekommen, hier der Original-Text der Deutschen Presse-Agentur (dpa): <em>Delta planes are parked at the gate at Detroit Metropolitan Airport in Romulus, Michigan USA on 26 December 2009. A terror suspect who claimed to have al-Qaida connections could face charges as soon as today for attempting to blow up a Delta-Northwest flight as it was landing at Detroit Metro Airport on Friday. The man responsible for the attempted attack has been identified by U.S. officials as Umar Farouk Abdul Mutallab of Nigeria, a student reportedly studying in London. EPA/JEFF KOWALSKY +++(c) dpa - Bildfunk+++</em><br />
Nun, der TV-Redakteur hat offenkundig nicht genau hingeschaut, er nahm an, dass es sich um den Terror-Flieger handelt, platzierte das Bild und betextete es mit, &#228;hm, dichterischer Freiheit („Der Airbus 330 der US-Fluggesellschaft Delta &#8230; nach der Landung in Detroit&#8221;). Voll daneben.<br />
Fehler sind &#228;rgerlich. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht daran arbeiten, sie zu verhindern. Und doch passieren sie, beim Volksfreund wie in jeder anderen Redaktion und &#252;berall im richtigen Leben.<br />
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Artikel der ber&#252;hmten Encyclopaedia Britannica im Schnitt drei Fehler enthalten, und jeder Eintrag im Online-Lexikon Wikipedia deren vier. Der Schriftsteller Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) meinte: „Jeder Fehler erscheint unglaublich dumm, wenn andere ihn begehen.&#8221;<br />
Herzliche Gr&#252;&#223;e!<br />
Peter Reinhart</p>
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