Elf Freunde, alle Linksaußen

Es ist erstaunlich, was dieser Karl Marx aus Trier, von dem dauernd die Rede ist, zustande gebracht hat. Er war Berufsrevolutionär, Journalist, Gesellschaftstheoretiker, Ökonom, Kapitalismuskritiker, Erfinder des Marxismus (angeblich ohne selbst Marxist gewesen zu sein), Vordenker der Arbeiterbewegung, Ikone des Kommunismus, Lieblingsmodell von Bildhauern … und Fußballphilosoph.

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Der Stoff, aus dem die Träume sind

Im Supermarkt, zwischen Wursttheke und Käsetheke, klopft mir ein älterer Herr auf die Schulter und sagt: Sie kennen mich nicht, aber ich kenne Sie. – Ich: Schön, Sie zu treffen. – Er: Ich kenne Sie aus  der Zeitung, das Foto, die Kolumne. – Ich: Ja, ich bin’s. – Er: Was ich schon immer mal fragen wollte: In der Welt ist unheimlich viel los, ihr Zeitungsleute braucht doch bloß abzuwarten, was geschieht, und der Rest erledigt sich von alleine, oder? – Ich: Na ja, ganz so einfach ist es nicht …

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Fliegt ein Kuckuck übers Meer …

Das ist nicht witzig! Herr K. schimpft, seine Mail ist scharf im Ton. Eieiei. Nein, es geht nicht um Karneval und die Berichte über Kappensitzungen, Umzüge und sonstige närrische Lustbarkeiten. Herr K. findet die Witze, die in der Zeitung veröffentlicht werden, nicht witzig. Ganz besonders solche nicht, in denen Beamte lächerlich gemacht werden.

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Bohei um Wu wei und Macho-Gene

Es ist, wie es ist, oberflächlich betrachtet, schreibt ein bekennender Esoteriker zur Kolumne von neulich über die Petrolheads: Die Leute rasen durch die Gegend und denken nicht nach. Oder sie werden beim Rasen erwischt und regen sich auf und denken nicht nach. Oder sie regen sich über diejenigen auf, die durch die Gegend rasen und denken nicht nach.

Das Ding sei aber doch: Der Autowahn der Deutschen müsse spirituell analysiert werden. Allein weil „Auto“ auf Deutsch „Selbst“ bedeute, weil das Auto ein Spiegel unserer inneren Welt sei, unseres Selbstverständnisses.

Oha!

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Ach, diese Petrolheads

Pomp, Pathos, Protzerei: Leser Rudi Uhl aus Trier ist genervt von einer speziellen Variante des Journalismus. Er schreibt:

Verzeihen Sie die drastischen Worte, aber seit Jahren ärgere ich mich über die hirnlosen Darstellungen in den Automobil-Rezensionen. Es kotzt mich an, wie dieser Tage wieder auf eine Jubelmeldung zu stoßen, dass der Absatz weltweit ansteige bei einer an sich ganz und gar gewöhnlichen Familienkutsche (Audi A4 Kombi), die aber dank der Genialität deutscher Automobilingenieure „mit einem modernen V6-Benzinmotor“ auf einen Ausstoß von 199 Gramm CO2 pro Kilometer kommt. Ich will das nicht weiter ignorieren, und ich finde, auch bei Ihnen muss die Ignoranz da irgendwann mal Grenzen kennen. Ich würde mich freuen, wenn die Konsequenzen von Ihrer Seite gezogen werden könnten.
Hochachtungsvoll träfe die Sache wohl nicht richtig, aber meine Hochachtung weiterhin all jenen, die sie verdienen.
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Zwischen Himmel und Erde

Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber … und er küsste sie auf den … Fortsetzung folgt. So endete die Folge 520 dieser Kolumne, und Sie, liebe Leser, wollen jetzt erfahren, wohin er sie küsste. Weil diese neue Folge, die 521, ja die Fortsetzung der 520 ist. Nun, ich weiß nicht, wohin er sie küsste. Es war nie meine Absicht, es Ihnen zu verraten (selbst wenn ich es wüsste).

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Ein Pamphlet aus dem Netz

Caramba! Das gibt’s doch nicht! Schon wieder! Ausgerechnet diejenigen, die von „Mainstream“ und „Lügenpresse“ schwadronieren, von „Medienmafia“ und „gleichgeschalteter Meinungsindustrie“,  die uns Journalisten unterstellen, wir würden lügen … ausgerechnet diejenigen versuchen, uns zu betuppen. Etwa mit gefälschten Leserbriefen.

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Die Vergänglichkeit des großen Rums

Niemand ist vollkommen, niemand ist unfehlbar. Kein Papst, kein Kaiser, kein Nobelpreisträger, nicht einmal, ähem, der Autor dieser Zeilen.

In der Textproduktion widerfahren uns Unvollkommenen und Fehlbaren die wunderlichsten Malheurs! Wie schnell ist ein Buchstabe verdreht, verschluckt, versemmelt – und keiner merkt’s, trotz Kontrollen und Kontrollen und Kontrollen. Das ist ärgerlich, manchmal zum Schreien komisch.

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Willkommen im Winterwunderland

Oje! Ojemine! So sieht sie also aus, die Apokalypse: lustige Flocken, die sanft vom Himmel rieseln, sich auf rätselhafte Weise zusammenballen und Deutschlands Straßen in eine furchterregende Hölle aus Schnee und Eis verwandeln. Als wären Luftlawinen niedergeprasselt, versinkt die Nation der Dichter, Denker und Autofahrer im Chaos. Jawohl: Chaos. Das Wort dröhnt uns aus allen Medien, auf allen Kanälen entgegen. Chaos. Der Beginn einer neuen Eiszeit und der Anfang vom Ende? Brrrr!

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