Am Tag, als Roosevelt starb

Und es hat bumm gemacht. Vor 13,82 Milliarden Jahren. Der Urknall. Unser Universum entsteht – aus einem Punkt, kleiner als ein Atom. Zum Vergleich: In den Punkt am Ende dieses Satzes ließen sich eine Million Atome quetschen. Unvorstellbar.

Der Big Bang ist der Anfang der Zeit, des Raums, der Materie, der Anfang der Geschichte. 13,82 Milliarden Jahre danach grübeln wir Erdlinge: Woher kommen wir, was sind wir, wohin gehen wir?

Irgendwie ist der November der  Monat des Erinnerns und Gedenkens. Nebel wallen, Blätter fallen. Bonjour tristesse. Blick zurück. Nicht zum Urknall. Bloß auf die letzten hundert Jahre. Zwei Weltkriege, Diktatur, Holocaust. Immer wieder Tage des Erinnerns und Gedenkens. Manche sagen: Ist’s nicht mal genug damit? Nein. Nie vergessen!

9. November 1938: Pogrome gegen Juden, überall in Deutschland, überall in unserer Region. Zerstörte Synagogen. Verwüstete Geschäfte. Hass. Brutale Gewalt. Ein Zeitzeuge, Julius Müller, damals sieben Jahre alt, berichtet, was er auf seinem Weg zur Schule in Trier gesehen und erlebt hat. Die ganze Geschichte: demnächst im Volksfreund.

11. November 1918: Der Erste Weltkrieg endet. Hunderttausende deutsche Soldaten kehren von der Front in Frankreich zurück. Zwischenstopp: Trier. Und hier wird, wenig später, Weltgeschichte geschrieben. In einem Salonwagen des Marschalls Foch, der im Hauptbahnhof steht, verhandeln Sieger und Besiegte dreimal über die Verlängerung des Waffenstillstands von Compiègne, zuletzt im Februar 1919. Die ganze Geschichte: demnächst im Volksfreund.

Erinnerungskultur. Aha-Effekte. Neulich bin ich auf ein Interview mit Benjamin Ferencz gestoßen, einem bald hundert Jahre alten amerikanischen Juristen, Chefankläger in einem der Kriegsverbrecherprozesse in Nürnberg. Zitat: „Am 12. April 1945, als ich vom Tod des Präsidenten Roose­velt erfuhr, saß ich in dem zerbombten Hotel Porta Nigra in Trier an einem weißen Tisch und bereitete mich auf meine Aufgabe vor. Im Keller stand der ausgelaufene Wein aus zerstörten Fässern kniehoch, die Soldaten schöpften den Wein mit ihren Helmen und tranken ihn.“

Spannend. War das wirklich so? Wissen Sie etwas darüber, liebe Leser? Schreiben Sie mir! Die ganze Geschichte: demnächst im Volksfreund, vielleicht.

Herzliche Grüße

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur