Gefällt mir, gefällt mir nicht

Na, noch neugierig? Was meinen Sie? Klar doch, Sie haben eine Meinung. Wir alle haben eine Meinung. Ach was, eine Meinung – wir sind: Meinungsvulkane. Dazu gleich mehr. Erst mal drei Meinungen von drei Männern, die sagen, dass sie den Volksfreund nicht lesen:

Einer schreibt: „Ihre Zeitung ist die konservativste in der ganzen Republik.“ Ein anderer: „Es gibt genügend Menschen, die wissen, wo die Wahrheit liegt – jedenfalls nicht in den Verlautbarungen der westlichen Leitmedien.“ Ein dritter: „Information und Meinung bilden im Volksfreund eine subtile Melange, die beeinflussen, ja belehren und umerziehen will. Wozu also etwas lesen, von dem ich vorher schon weiß, was (welche Meinung) drin steht? Schlimm, diese Hofberichterstattung. Geschriebene Drehbücher ohne Überraschung. Papiermüll.“

Menschen fällen ein Urteil, äußern eine Meinung über etwas (hier: eine Zeitung), das sie nicht kennen (hier: nicht lesen). Wie wollen sie wissen, dass der Volksfreund konservativ wie kein zweites Blatt ist, die Unwahrheit verbreitet oder wohlwollend vom Hofe der Regierenden berichtet? Hmm.

Die Erklärung ist nicht einfach, trifft aber auf alles und jeden zu, nicht nur auf unsere drei Beispiel-Männer. Stimmungen sind meist stärker als Argumente. Und beim Meinungsbilden sucht sich der Mensch das heraus, was am besten zu seinen (Vor-)Urteilen passt. Niemand geht an was auch immer „objektiv“ heran. Niemand.

Bestsellerautor Rolf Dobelli („Die Kunst des guten Lebens“) fasst es so zusammen: „Unser Hirn ist ein Meinungsvulkan. Es versprüht nonstop Meinungen und Ansichten. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Fragen relevant oder irrelevant, beantwortbar oder unbeantwortbar, komplex oder einfach sind. Unser Hirn pustet Antworten heraus wie Konfetti.“

Es gibt Ereignisse, die Menschen zwingen, ihre Meinung zu ändern. Die werden schnell vergessen. Und es gibt solche, die ihre Meinung bestätigen. Die wirken wie Beschleuniger. Sie verstärken das, was man für die Wahrheit hält. Und was nicht passt, wird passend gemacht.

Psychologen wie der Amerikaner Jonathan Haidt sagen: Meinung entsteht blitzschnell, im Affekt. Positiv oder negativ, „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“. Erst danach befragen wir den Verstand, um nach Gründen zu suchen, die unsere Position untermauern. Ich meine, das klingt schlüssig. Was meinen Sie?

Herzliche Grüße!

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

2 Gedanken zu „Gefällt mir, gefällt mir nicht

  1. Verstand kommt von verstehen und umgekehrt! Dieser setzt sich aus den 5 Sinnen zusammen, die über Nerven zum Hirn übertragen und in der Schaltzentrale“ Hirn verarbeitet werden! Funktioniert einer dieser Sinne nicht, kann das Hirn auch diese Spezifikation nicht verarbeiten (verstehen)!!! Ja, das Hirn ist der sichtbare Verstand und ich glaube kaum das einer sein eigenes Hirn gerne sehen würde! Man kann sich aber gerne Videos ansehen, wo man die Zentrale bei OPs auch sehen kann! Wer das mag Zeige einem Blinden ein Bild, wird er nicht verstehen, er kanns ja nicht sehen! Erzähle einem Tauben ein Märchen, wird er nicht verstehen, er kanns ja nicht hören! Zwicke einem Gefühls-Nerv Geschädigtem in den Arm, wird er nicht verstehen, er kanns ja nicht fühlen! Lasse einen Geruchs-Nerv Geschädigten an einem Parfüm riechen, wird er nicht verstehen, er kanns ja nicht riechen! Lasse einen Geschmacks-Nerv Geschädigten ein Schokoladen-Eis essen, wird er nicht verstehen, er kanns ja nicht schmecken! Alle diese Sensoren“ sind mit dem Core“ verbunden und wenn eine Leiterbahn“ unterbrochen ist, bekommt der Core“ keine Informationen zum verarbeiten. Funktioniert genau so wie ein Computer!

Kommentare sind geschlossen.