Ein Irrenhaus voller Idioten

Im Grundgesetz, Artikel 5, steht: Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten …

Hans-Albert Krämer aus Trier hakt nach: Seit Wochen versuche ich, einen Leserbrief zu schreiben. Ich finde es unabdingbar, mehr Schärfe in meine Formulierungen zu bringen, weiß aber nicht, wie weit ich gehen darf. Freie Meinungsäußerung okay, Satire oder Beleidigung?! Wo ist hier die Grenze, wo wird sie überschritten, oder ist Satire dem Leserbriefschreiber untersagt? Wer ordnet das ein? Ist Satire nur dem Büttenredner im Karneval, der Heute-Show im ZDF, dem Kabarettisten Dieter Nuhr et cetera erlaubt? Persönliche Beleidigungen schließe ich aus, aber im TV ist vieles grenzwertig, und deshalb bitte ich Sie, mir auf die Sprünge zu helfen.

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Gefällt mir, gefällt mir nicht

Na, noch neugierig? Was meinen Sie? Klar doch, Sie haben eine Meinung. Wir alle haben eine Meinung. Ach was, eine Meinung – wir sind: Meinungsvulkane. Dazu gleich mehr. Erst mal drei Meinungen von drei Männern, die sagen, dass sie den Volksfreund nicht lesen:

Einer schreibt: „Ihre Zeitung ist die konservativste in der ganzen Republik.“ Ein anderer: „Es gibt genügend Menschen, die wissen, wo die Wahrheit liegt – jedenfalls nicht in den Verlautbarungen der westlichen Leitmedien.“ Ein dritter: „Information und Meinung bilden im Volksfreund eine subtile Melange, die beeinflussen, ja belehren und umerziehen will. Wozu also etwas lesen, von dem ich vorher schon weiß, was (welche Meinung) drin steht? Schlimm, diese Hofberichterstattung. Geschriebene Drehbücher ohne Überraschung. Papiermüll.“

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Marx-Mania, anschwellend …

Marx macht mobil: Bald jährt sich der Geburtstag des nicht nur in Trier weltberühmten Rauschebarts zum zweihundertsten Mal. Die Stadt feiert Karl, den sie längst als Großen für sich entdeckt hat, mit einer Blockbuster-Ausstellung und Hunderten Events von Mai bis Oktober. Spötter sagen, dass der Kapitalismuskritiker, der als Jüngling aus dem Provinznest Trier flüchtete, jetzt das Kapital nach Trier zurückbringt. In die Wiege des Kommunismus. Marx vermarkten? Funktioniert anscheinend bestens. Das Jubiläum beschert Trier Aufmerksamkeit. Die Times in New York berichtet, Renmin Ribao in Peking, Le Monde in Paris. Und der Volksfreund sowieso.

Alfred Pelzer aus Trier meint: Im Rahmen des Karl-Marx-Jahres wünsche ich mir vom TV den Abdruck einer Biografie über Karl Marx. Oder vielleicht sogar den Abdruck eines Werkes von ihm selbst. Damit die Leser erfahren, was er dachte, was er schrieb, wie er lebte. Eintauchen in seine Zeit. Nicht nur aus unserer heutigen Sicht urteilen über den Mann, den von uns niemand kannte. Bringen Sie uns den Menschen Karl Marx, eingebunden in seine Zeit, näher. Früher hat der TV Romane in täglicher Fortsetzung abgedruckt. So etwas, über oder von Karl Marx in Ihrer Zeitung, wäre doch ein toller Beitrag zum Marx-Jahr. Weiterlesen

Elf Freunde, alle Linksaußen

Es ist erstaunlich, was dieser Karl Marx aus Trier, von dem dauernd die Rede ist, zustande gebracht hat. Er war Berufsrevolutionär, Journalist, Gesellschaftstheoretiker, Ökonom, Kapitalismuskritiker, Erfinder des Marxismus (angeblich ohne selbst Marxist gewesen zu sein), Vordenker der Arbeiterbewegung, Ikone des Kommunismus, Lieblingsmodell von Bildhauern … und Fußballphilosoph.

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