Ruhe in Frieden, grässlicher Grisli

Und nun, tata-tata, eine äußerst erfreuliche Nachricht. Eine Nachricht, die davon kündet, dass die Welt so schlecht nicht sein kann, wie uns immer weisgemacht wird. Die davon zeugt, dass es Leute gibt, die nichts unversucht lassen, um die Menschheit von Plagen aller Art zu erlösen.

Solch eine unerhörte Leistung ist unlängst einer Gruppe von furchtlosen Wissenschaftlern gelungen. Sie hat uns befreit von einem gewaltigen Ärgernis.

Nein, die Rede ist nicht von Donald Trump. Wäre der weg, gäbe es +++Breaking News+++ und Blitzmeldungen, die im Netz ganz oben stünden und in den Zeitungen ganz vorne.

Es geht um andere Zumutungen, andere Heimsuchungen, andere Monster, von denen wir uns verabschieden. Nicht so eitel wie der frisurproblembeladene amerikanische Präsident, in der ästhetischen Wirkung jedoch nicht minder verheerend. Es handelt sich … um ein grässlich-hässliches Doppeldutzend Wörter:

Anschovis. Belkanto. Bravur (inklusive bravurös). Campagne. Frotté. Grislibär. Joga. Jockei. Kalvinismus. Kanossa(gang). Kargo. Ketschup. Kollier. Kommunikee. Komplice. Majonäse. Masurka. Negligee. Nessessär. Passee. Rakett (Tennisschläger; Gang). Roulett. Varietee. Wandalismus.

Wörter, die zu lesen schmerzt. Brrrrh! Variantenschreibungen, sagen die Spezialisten. Nach irgendeiner orthografischen Reform waren sie plötzlich da, verseuchten die, ähem, makellose deutsche Sprache wie Gülle das Grundwasser. Bis es den Heroen des Rechtschreibrats glückte, die fiesen Giftlinge aus dem amtlichen Wörterverzeichnis auszufiltern. Ein für allemal, hoffentlich. Ruhet in Frieden, aber ruhet …

Ebenfalls eliminiert: Goali/Goalie und Cherub/Kerub sowie die morphologische Variante Poulard.

Zugelassen dagegen: Canapé, Entrée, Praliné und Soirée als Alternativen zu Kanapee, Entree, Pralinee und Soiree sowie Buffet, Casino und Vademecum für jene, die Büfett, Kasino und Vademekum nicht so doll finden.

Wir lernen: Es ist möglich, das Böse zu bannen …

Herzliche Grüße!

Peter Reinhart