Wir. Haben. Keine. Angst.

Yes, we can. Ja, wir schaffen das. Wir sind stark. Wir wehren uns. Wir lassen nicht zu, dass der Terror sich in unsere Gehirne schleicht und unsere Gedanken frisst. Wir lassen nicht zu, dass diese Psychopathen ihr Ziel erreichen: uns zu schockieren, unseren Verstand zu infizieren, uns Angst einzujagen. Wir unterwerfen uns nicht.

Die Strategie der Terroristen ist, so zynisch es klingen mag, ein Lehrstück der Werbung, der Propaganda, der Kommunikation: Sorge für Spektakel, sorge für Aufsehen, und du bekommst Aufmerksamkeit für dein Produkt, für deine Botschaft. Je heftiger es knallt, desto lauter das mediale Echo. Die ganze Menschheit erfährt davon.

Umso wichtiger für Journalisten: berichtet, erklärt, analysiert – aber verbreitet keine Panik, schürt keine Angst, macht euch nicht unbewusst zu Helfershelfern dieser widerwärtigen Wirrköpfe, die behaupten, im Namen ihrer Religion zu morden!

Yes, we can. Wir trauern um die Toten. Wir hoffen, dass die Verletzten gesund werden. Wir leiden mit den Familien der Opfer. Wir sind Manchester. Manchester United. So wie wir Berlin sind. Nizza. Brüssel. Paris. Charlie Hebdo. London. Kopenhagen. Madrid. New York.

Der Terror kann uns mal.

Yes, we can. Wir wissen um den Irrsinn dieser Welt, auf der es wimmelt von Spinnern, Besessenen, Verblendeten. Wir zucken bei jedem neuen Anschlag, wir halten inne, wir fragen uns, was zu tun ist und ob das denn nie ein Ende nimmt. Nein, nimmt es wohl nicht. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich. Es ist wahrscheinlicher, vom Blitz getroffen zu werden als bei einem Attentat zu sterben.

Yes, we can. Wir singen, lachen, feiern. Wir. Haben. Keine. Angst.

Herzliche Grüße!

Peter Reinhart