Na, so was!

Politiker der Alternative für Deutschland beklagen, dass ihre Partei ideologisch in die Nähe der Nazis gerückt wird.

Na, wer kommt denn bloß auf so was? Und warum? Wegen der Reden von Provokateuren wie Björn Höcke etwa? Missverständnisse, nichts als Missverständnisse, melden sich besorgte Bürger, die den AfD-Mann aus Thüringen und seine Schwestern und Brüder im Ungeiste verunglimpft sehen.

Und das völkisch-rassistische Vokabular? Überfremdung, Volksverräter, lebensbejahender afrikanischer Ausbreitungstyp, der Gemütszustand eines total besiegten Volkes … das wird man doch wohl noch sagen dürfen, heißt es. Ach ja?!

Das ist: übelste Hitlerei.

Niemand behauptet, dass alle AfD-Politiker Nazis sind. Niemand behauptet, dass alle AfD-Anhänger Nazis sind. „Man“ darf in diesem Land so ziemlich alles sagen, „man“ darf alles kritisieren. Die Frage ist: wie.

Wer wie ein Nazi redet, setzt sich dem Verdacht aus, ein Nazi zu sein. Hetzer wie Höcke bringen die AfD in Verruf. Statt darüber erstaunt zu tun, sollten die gemäßigten Alternativen klären, wie sie mit ihren ultrarechten Parteifreunden umzugehen gedenken. Und mit ihrem Verständnis von Öffentlichkeit. Journalisten aussperren, Anfragen der Medien ignorieren und sich gleichzeitig über die fiesen Methoden der System-, Lügen- und Pinocchio-Presse mokieren – was soll das?!

Dazu passt: Leserbriefschreiber bieten zuhauf angebliche Fakten über Flüchtlinge auf, die belegen sollen, wie kriminell, gefährlich, zersetzend, sozialschmarotzend alle Asylbewerber sind. Mündend in den Appell: höchste Zeit, dass die AfD den Laden aufräumt.

Meinung ist das eine, die Behauptung von Tatsachen das andere. Die Meinung ist frei, die Tatsachenbehauptungen müssen einer Überprüfung standhalten.

Wenn die Informationen von einem Internetportal stammen, das bieder wirkt, aber von Extremisten betrieben wird und unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht, sind Zweifel erlaubt. Wenn die „Fakten“ gefälscht sind, um Stimmung zu machen, erst recht. Veröffentlichung als Leserbrief in dieser Zeitung: nein. Und wenn das Geheul noch so laut ertönt, das Establishment unterdrücke die Wahrheit, mal wieder ….

Schöne Grüße!

Peter Reinhart

3 Gedanken zu „Na, so was!

  1. Selbstverständlich ist die AfD rechts. Es mag auch 33 Menschen gegeben haben, die sagten, dass sie ja eigentlich nichts gegen Juden haben, aber da die Politiker so schlecht sind, so belanglos….
    Erinnern muss sein, wobei ich aber dafür plädiere, die Orte der Schande – die Konzentrationslager – zu erhalten. Die sind hart und machen deutlich, was war.
    Wenn Schüler in Buchenwald zum Appell stehen – nur eine kurze Zeit in der Kälte – dann löst das etwas aus. Ob dies auch unsere Denkmäler, Künstlerobjekte schaffen, das weiß ich nicht,
    Was wir alle wissen – wissen könnten – das ist, dass es noch 45 000 altersarme Holocaustopfer in Israel gibt, die wählen müssen zwischen Heizen, Essen und Medikamenten.
    Kein Scherz und einfach unglaublich.
    Gegen eine AfD sein ist nicht genug.
    Für etwas sein und etwas tun. „Himmel, Herrgott, Sakrament.“
    Wie konnte es einer Weltgemeinschaft egal sein, obHolocaustopfer ein gutes Leben im Alter haben?
    „Höchste Zeit für Würde.“
    Ob die vergessenen alten Opfern sich versöhnen wollen, das sollten wir sie fragen.
    Gedenken ist ja immer gut,
    Taten zählen.
    „HelpAge.“

  2. Wer mit Nazis heult, darf sich nicht wundern, Nazi genannt zu werden. Zudem ist es kein Zufall, dass die NPD in die verdiente Bedeutungslosigkeit versinkt. Wer dient denn wohl als Auffangbecken? Die rechten Horden wittern gerade Morgenluft. Und aus eben diesem Grunde werde ich auch den Teufel tun, unter Klarnamen im Internet Kommentare abzugeben.

    Nationalismus war nie die Lösung. Nationalismus war immer das Problem.

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