Ente gut, alles gut

Friedhelm Enser aus Trier schreibt über Donald Trump, den (wahrscheinlichen) Präsidentschaftskandidaten der Republikaner: Drängen sich da nicht einige Parallelen auf zu seinem Namensvetter Donald Duck? Zum Beispiel ganz viel Kohle, aber unterm Strich nur ’ne Witzfigur!

Lieber Herr Enser,

ich bin kein Donaldist, kein Verehrer und Kenner der Duck-Dynastie aus Entenhausen. Versuche aber mal einer zu sein. Also, Donald Duck, das ist doch der Faulpelz, der Schluffi, der ewige Verlierer, der nichts auf die Reihe kriegt, oder?! Der mit dem Geldspeicher heißt Dagobert, Onkel von Donald. Geizhals, Griesgram, Großkapitalist, reichste Ente der Welt.

Die Finanzanalysten von der Wall Street sind sich nicht einig, wie viele Taler der Zausel mit dem Zylinder gebunkert hat. Mal ist von „50 Phantastilliarden“ die Rede, mal von „5 Pimpillionen 396 Tripstrillionen“ (deutsche Übersetzung des Comics), im Original von „five billion quadroplatillion umtuplatillion multiplatillion fantasticatillion centrifugalillion dollars and sixteen cents“. Oder so.

Der andere Donald, der tumbe Trump(el), macht in Immobilien und neuerdings in Politik. Er trägt eine betonierte Helmfrise mit entenähnlichem Bürzel. Sonst ist nichts lustig an ihm, im Gegenteil. Ein Narziss und Egomane, ein ungehobelter Choleriker, ein brachialrhetorischer Maulheld, der pausenlos Sprechblasen voller Gemeinheiten absondert – einfache Botschaften in sehr einfachen Worten (Grammatik und Sprache auf dem Niveau eines Viertklässlers). Trump hetzt gegen Einwanderer, Trump hetzt gegen Muslime, Trump hetzt gegen Frauen, Trump hetzt gegen Schwule. Und wenn er nicht Hass schürt, beschwört er den Geist des amerikanischen Imperialismus in seiner aggressivsten Form herauf.

Trump ist der Archetyp des Wutbürgers, ein gehässiger Simplizissimus, der seinen Anhängern verspricht, „aufzuräumen“ und die Nation zu Ruhm und Ehre zu führen. Die einen vergöttern ihn, die anderen fürchten ihn, kaum jemand lacht noch über ihn. Dieser Rambo im Weißen Haus? Als 45. Präsident der Vereinigten Staaten? Oh no!

Dann lieber Donald Duck, der Schluffi, oder Onkel Dagobert, der Exzentriker – die Comicfiguren wären die bessere Wahl.

Ente gut, alles gut? Wird wohl nichts draus. Hilf, Hillary, hilf!

Herzliche Grüße!

Peter Reinhart