Angestupst

Haben Sie Lust auf ein Gedankenexperiment? Okay, los geht’s.

Ich verspreche, dass 80 von 100 Menschen, die diese Kolumne lesen, gut drauf sein werden, wenn sie bis zum Ende durchhalten. Na, was tun Sie? Dranbleiben am Text, vermutlich.

Die Entscheidung fällt Ihnen leicht, weil ich Ihre Neugier wecke, weil ich einen Glücksmoment in Aussicht stelle. Und wegen des Nudge. Wegen was?!

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Urteile und Vorurteile

Cornell Bach aus Trier schreibt:

Frage: Wie verhält sich der TV zu der Richtlinie 12.1 vom Presserat? So wie ich das gelesen habe, will man weiter daran festhalten. Es stand zu lesen, dass Diebe von Smartphones in der Metternichstraße in Trier festgenommen wurden. Oder waren es wirklich Deutsche? Der Verdacht wird jedenfalls auf diese Volksgruppe gelenkt. Trier-Nord und Metternichstraße passen doch gut.

Frage: Was berichtete der TV im Januar 2015 über die erschreckenden Vorkommnisse im Hamelner Krankenhaus? Bei meiner Recherche war in den Medien nur von einer Großfamilie zu lesen. Jetzt lese ich wegen 12.1, dass es sich um eine 30-köpfige Großfamilie aus dem Libanon handelte.

Ich will es einfach nicht glauben, was hier abgeht.

Sehr geehrter Herr Bach,

weil es mal wieder um Grundsätzliches geht – Presserat, Ethik, Lügenpresse – und all das dutzendfach diskutiert worden ist, versuche ich zur Abwechslung eine historische Annäherung und versorge Sie mit ausführlichen Zitaten.

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Der Tarzan-Jane-Faktor

Ich Tarzan. Du Jane.  Schön romantisch, diese Anmache, jedenfalls in den schnulzigen Verfilmungen des Dschungel-Klassikers von Edgar Rice Burroughs. Ein paar Wörter bloß. Dazu ein bisschen techteln und mechteln, also das, was die Wissenschaft „nonverbale Kommunikation“ nennt. Und einige gezielt eingesetzte Urlaute. Uuuaaahhhh, uuuaaahhh. Fertig.

Ich Tarzan. Du Jane. Ich dich lieben. Mehr braucht es nicht. Kurz. Klar. Knackig. Sie hat ihn verstanden, er hat sie verstanden, sie haben sich gekriegt. Der Tarzan-Jane-Faktor. Satzbau nicht korrekt? Egal.

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Alles Müller, oder was?!

Berthold Backes aus Ayl schreibt: Eigentlich hatte ich vor, die Zeitungsausgaben einer ganzen Woche auf Namen zu filzen, habe aber davon abgesehen, nachdem es wesentlich mehr geworden sind als erwartet und der geplante Zeitaufwand sich vervielfacht hatte. Es war die Saarburger Ausgabe vom Montag, 22. Februar. Vermutlich tauchen in meiner Liste so viele Namen von Sportlern auf, weil viele Veranstaltungen am Wochenende stattfinden. Formalitäten: In der Spalte „Funktion“ meiner Liste habe ich auf die Männlich-Weiblich-Unterscheidung verzichtet. Namen werden nur mehrfach erwähnt, wenn sie auf verschiedenen Seiten erscheinen. Namen in Familienanzeigen sind nicht erfasst.

Was schließen wir daraus? Namen sind „Schall und Rauch“ (Dr. Heinrich Faust in Goethes Faust I) oder „Namen sind was für Grabsteine“ (Bösewicht Kananga in James Bond „Leben und sterben lassen“). Man liest sie und vergisst sie im selben Augenblick, ex und hopp, null Relevanz und Information. Weiterlesen