Abgelehnt. Abgelehnt. Abgelehnt.

Ja, es ist fürchterlich, was in Köln passiert ist. Ja, das muss aufgeklärt werden. Ja, die Medien machen Fehler, die Politiker, die Polizei. Der Aufschrei ist verständlich, die Verunsicherung groß. Plötzlich scheint hinter jeder Ecke ein fieser Krimineller zu lauern.

All das prangern Sie, verehrte Leser, in Ihren Zuschriften an. Wir veröffentlichen das, selbstverständlich, und wir gehen bis an die Schmerzgrenze (manchmal darüber hinaus).

Was wir nicht veröffentlichen: menschenverachtende Hasstiraden von Spackos und Honks, die aus der Erregungsmaschine Internet purzeln. Oder Pamphlete, in denen wüst gegen „die Fremden“ gehetzt wird.

Solche Gifterei ist genauso widerlich wie die Attacken des Sex-Mobs in der Silvesternacht. Und sie verstößt genauso gegen Recht und Gesetz.

Klartext ist prima, ich bin sehr dafür. Aber bitte: Bleiben Sie sachlich. Thesen. Argumente. Beispiele. Schlussfolgerungen.

Keine Beschimpfungen und Beleidigungen. Keine Behauptungen, die Sie nicht belegen können. Keine Gerüchte, kein Gemunkel.

Sie glauben, die Presse sei „gleichgeschaltet“? Beweisen Sie es (ein bisschen plausibler als mit der angeblichen Aussage von Peter Scholl-Latour, eine Handvoll grauer Eminenzen würde in Deutschland bestimmen, was gesagt werden darf). Abgelehnt.

Sie fordern, das „Gesocks auszumerzen“ oder „die Geschwüre der Nation auszutrocknen“? Schtonk! Wer wie ein Nazi spricht, setzt sich dem Verdacht aus, ein Nazi zu sein. Abgelehnt.

Sie wünschen sich, dass rechtsextremistische Parteien „an die Macht kommen“, damit „die Ordnung“ wieder hergestellt wird? Abgelehnt.

Sie prügeln verbal auf „Gutmenschen“ ein? Sie berufen sich auf Verschwörungstheoretiker? Sie laufen Volksverhetzern nach? Abgelehnt. Abgelehnt. Abgelehnt. Sie wissen, warum.

Herzliche Grüße!

Peter Reinhart

4 Gedanken zu „Abgelehnt. Abgelehnt. Abgelehnt.

  1. Guten Tag Herr Reinhart,
    auf den ersten Blick klingen Ihre Ausführungen ja ganz plausibel. Bei näherer Betrachtung offenbaren sie aber ihre Schwächen: 1. Sie fordern Beweise für behauptete Gleichschaltung der Presse. Wie wäre es mit der mangelnden Berichterstattung im ZDF als Beispiel? Ist keine Presse, aber eben auch ein wichtiges Medium. Zudem: nur Ihnen liegen ja gesammelt die Meinungen vor und Sie entscheiden, was sie drucken. Da fällt es dem Außenstehenden naturgemäß schwer, einen Beweis zu liefern, wenn er die Grundgesamtheit nicht kennt. Sie entscheiden schließlich, was als Hetze anzusehen ist, was veröffentlichungswürdig ist. Ihrer Entscheidung ist es zu verdanken, wann, ob und in welchem Umfang Tatsachen, Augenzeugenberichte, Polizeiangaben Eingang in die Berichterstattung finden. Gleichen Sie doch mal die Einsatzlisten der Polizei (Datum, Uhrzeit, Täterbeschreibung) mit dem Zeitpunkt der Erstveröffentlichung z.Bsp. durch den TV ab. 2. Sich dem Verdacht aussetzen, ein Nazi zu sein, rechtsextremistische Parteien zu fordern und Volksverhetzern nachlaufen. D’accord, ein gewisses Maß an sprachlichem Anstatt und Sitte sollte herrschen, schließlich wird an anderer Stelle ja auch auf die Werte unserer aufgeklärten Gesellschaft gepocht. Aber der leichtfertige Umgang mit den vorgenannten Attributen scheint mir nicht minder gefährlich. Wenn Frau Klöckner sagt “Gastrecht in unserem Land gewähren wir Menschen in Not. Wer das zum Dank mit Füßen tritt, wird vor die Tür gesetzt!”, dann ist das Regierungspolitik. Noch vor einem Monat wäre das doch sicher von den Medienvertretern mindestens als „fremdenfeindlich“, wenn nicht schlimmerem, klassifiziert worden. Ich sehe die Diskussionen in Internetforen und Netzwerken nicht als Versammlung von Rechtsextremisten, Fremdenfeinden und derlei ähnlicher Betitelungen sondern einfach nur als Ausdruck besorgter und mitdenkender Menschen. Und selbst wenn die AfD in den Bundestag gewählt werden würden, dann wäre dies nichts anderes als der Ausdruck eines gewissen Teils des Volkswillens. Daraus leichtfertig den Ruf nach rechtsextremistischen Parteien abzuleiten halte ich für überzogen. Zumal sich in der Programmatik & Leitlinien dieser Partei keine rechtsextremistischen Äußerungen finden (aber dieser Begriff ist ja ohnehin interpretierungsbedürftig).
    Freundliche Grüße,
    Dr. Uwe Stein

  2. Was mir unangenehm auffällt ist, dass Journalisten reagieren, wohl weniger selbst recherchieren.
    So muss Abgeordnetenwatch – unabhängig, weil durch Spenden finanziert, die
    von den Bürgern kommen – dafür sorgen, dass an die Öffentlichkeit kommt, wenn ein Abgeordneter wie zum Beispiel Michal Fuchs für einen Vortrag vor Wirtschaftsbossen bis zu 30 000 Euro bekommt. Mit der Wirtschaft reden, das gehört zum Beruf. Wie unabhängig sind unsere Politiker?
    Die gute Nachricht ist, dass die CDU jetzt auch keine geheimen Ausweise mehr abgeben darf an Wirtschaftslobbyisten. Viele wussten gar nichts davon.
    Da sind Helmuth Kohls Spenden, die er nicht für sich genommen hat, Thema gewesen.

  3. Zu Herrn Dr.Stein, dem ich in vielem zustimme:
    Allerdings sehe ich in der AFD eine große Gefahr. Dass sie Rechtsextremes nicht im Programm hat, sollte da nicht beruhigen.
    Papier ist geduldig. Was haben auch die Parteien oft in ihrem Programm….
    Wenn – wie ich hoffe – die NPD mal verboten wird, dann werden viele zur AFD gehen. Und das muss Sorgen machen – ebenso wie die Europapolitik einer schwachen Gruppe von „fleischgewordenen Belanglosigkeiten“
    Ein Beispiel:
    Strenge Auflagen für den Iran von der EU, so wie die strengen Auflagen zum Eintritt in die EU. Aha. Gott schütze Israel.
    Journalisten sollten Widersprüche aufdecken, selbst Themen setzen und nicht nur wachsweiche Kommentare schreiben, die niemandem weh tun, oft einfach zu belanglos sind.

  4. Und dann zum Schluss:
    Wenn Claudia Zimmermann prompt nach dem WDR Protest erkennt, dass sie Unsinn geredet hat, muss man sich wundern. Aha!
    Selbstverständlich sollte man gegen die polnische „Pressefreiheit“ protestieren.
    Vielleicht sollten aber die Deutschen da mal die Klappe halten und es anderen überlassen.

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