Es geht wieder los …

Der Pressesprecher einer Partei erkundigt sich, warum der Fall X so und nicht anders in der Zeitung behandelt worden ist.

Der Spitzenfunktionär einer Gewerkschaft holzt in einem Interview gegen die Landesregierung – weil er seine Klientel vertritt, oder weil er für seine Partei, die in der Opposition ist, die Werbetrommel rühren will?

Eine Politikerin legt der Redaktion nahe, demnächst doch bitte schön ausführlich über die von ihr geplanten Podiumsdiskussionen („garantiert keine Parteiveranstaltungen, gaaanz wichtige Sachthemen“) zu berichten.

Eine staatliche Institution weist darauf hin, dass die Veröffentlichung bestimmter Fotos eines Hobby-Politikers, zugleich Mitarbeiter dieser Institution, unerwünscht sei.

Und so weiter.

Was ist da los, liebe Leser? Ganz einfach: Das Fieber steigt, das Spiel beginnt – Wahlkampf in Rheinland-Pfalz. Juchhu! Endlich wieder Stimmung in der (politischen) Bude!

Bis zum 13. März 2016, dem Tag der Entscheidung, ist es noch lange hin. Doch wenn nicht alles täuscht, haben die Protagonisten und ihre Fans längst auf Wahlkampf-Modus umgeschaltet. Angriffslustig, empfindlich, übernervös. Die Nickligkeiten nehmen zu.

In solchen Zeiten werden die Medien noch kritischer beäugt als sonst. Sie sind „Mittler“, transportieren Themen, Thesen, Temperamente von A (Politiker) zu B (Bürger). Und tragen dazu bei, dass sich die Leser/Hörer/Zuschauer eine Meinung über Politiker und deren Programme bilden.

Manche sagen: Medien machen Meinung, oder: Medien manipulieren Meinung (meist die Verlierer von Wahlen, die im Nachhinein nach Schuldigen suchen).

Das Bemühen der Kandidaten, sich als volksnah und tatkräftig zu inszenieren, möglichst gut rüberzukommen, sich als beste Wahl zu empfehlen, ist zu spüren – das Spiel beginnt …

Herzliche Grüße!

Peter Reinhart