Alleyn uff gewynn und groß beschisß

Johannes Mohr aus Trier schreibt „zur Frage der Machtausübung“: Wir haben erlebt, wie eine Gewerkschaft ihr „Recht“ auf Streik ausgeübt hat, nicht nur im Kampf gegen den Arbeitgeber, sondern auch gegen eine konkurrierende Gewerkschaft. Wenn Arbeiter gegen ihren Arbeitgeber streiken, wird in der Regel nur der betroffene Betrieb lahmgelegt.

Wenn aber Lokführer und Flugzeugpiloten streiken, nehmen sie zahlreiche neutrale Personen (Pendler, Schüler und andere) in Geiselhaft und erhöhen damit erheblich das Druckpotenzial. Es gibt also Personengruppen, die aufgrund ihrer Tätigkeit eine wesentlich größere Macht ausüben können als normale Bürger. Da erhebt sich die Frage: Inwieweit ist diese Machtausübung zulässig und verantwortbar?

Zu den Gruppen mit besonderem Einfluss gehören auch die Redakteure von Zeitungen und Zeitschriften. Andere Personen können nicht mit den gleichen Mitteln antworten und sich verteidigen, wenn es vor Ort keine konkurrierende Zeitung oder Zeitschrift gibt. Ein Bericht zu einer Straftat kann durch Vermutungen und vorauseilende Unterstellungen Stimmungen erzeugen. So kann eine Kampagne entstehen, zum Beispiel beim Bischof von Limburg oder anderen Personen des öffentlichen Lebens, die Fehler begangen haben und medial ins Abseits gestellt werden. Weiterlesen

Frieda Frech und Archibald Angeber

Frau F. meint: Ich würde sehr gern Leserbriefe schreiben, bitte aber ausdrücklich darum, meinen Namen und meinen Wohnort nicht zu veröffentlichen. Könnte ich mir nicht einen Künstlernamen zulegen, um meine Anonymität zu wahren? Ich lese im Volksfreund doch des öfteren Artikel, wo Menschen aus Gründen des Personenschutzes anonym bleiben dürfen oder einen anderen Namen erhalten. Haben Leserbriefschreiber keine Lobby? Falls dem so wäre, fände ich es sehr schade.

Liebe Frau F.,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Ich habe Verständnis für Ihren Wunsch, anonym zu bleiben, kann aber keine Ausnahme zulassen. Warum?

Immer wieder erreichen uns „Leserbriefe“ ohne Absender oder mit Fantasie-Namen gezeichnet – mit der Bemerkung, wegen der Brisanz des Themas müsse der Schreiber Weiterlesen

Falsche Freunde

Frau L. aus der Eifel (will nicht namentlich genannt werden) schreibt öfters über dies und das, sie wünscht keine Veröffentlichung in der Zeitung. Es sei jedoch gestattet, eine ihrer Beobachtungen aufzugreifen:

Wenn ich Politiker in Talkshows Sätze sagen höre wie „Da bin ich ganz bei Ihnen“, graut es mir. Wer hat eigentlich diese dämliche Sprachwendung zum ersten Mal benutzt?

Liebe Frau L.,

vielen Dank für diese Vorlage. Das Phrasenschwein grunzt verzückt. Oink, oink!

Also, wo kommt das her? Dieser Schwulst: Da bin ich ganz bei Ihnen. Oder: Das macht doch, am Ende des Tages, nicht wirklich Sinn.

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Versuch und Irrtum reloaded

Wilfried Schnatmeyer, Schatzmeister der Deutschen Gesellschaft für Baukybernetik aus Graach an der Mosel, meint:

Sehr geehrter Herr Reinhart,

Ihre Antwort bei „Versuch und Irrtum“ im Leserforum macht mich stutzig. Sie wollen also dem Leser Ihrer Zeitung vorschreiben, wie er Ungereimtheiten im TV zu verstehen hat! Bilder sind zwar ganz schön, sie erinnern mich aber an eine große Groschen-Zeitung. Es ist auch anzumerken, wenn Sie Text aus der Rhein-Zeitung übernehmen, den ganzen Text zu übernehmen und nicht Absätze wegzulassen, weil wegen der Bildchen kein Platz mehr ist!

Weiter muss ich bemängeln, dass kritische Leserbriefe, die Ihnen nicht gefallen, nicht gebracht werden. Anstatt die Reklamationen zu akzeptieren, müssen Sie Ihren Leser Walter Ferner auch noch kritisieren und ihn als flüchtigen Leser hinstellen. Glauben Sie, Herr Reinhart, Sie hätten damit was Gutes getan?

Lieber Herr Schnatmeyer,

vielen Dank. Als ich Ihre Zuschrift las, dachte ich spontan, dass mein Versuch über „Versuch und Irrtum“ ein Irrtum war. Der Irrtum, dass es möglich sei, anhand einfacher Beispiele zu erklären, dass jeder Versuch, das Beste aus einer Geschichte Weiterlesen