Versuch und Irrtum

Walter Ferner aus Bitburg schreibt: An der täglichen Zeitung merkt man gleich, dass der Volksfreund eine neue Druckmaschine hat, die viel mehr kann als die alte. Mir fällt nämlich auf, dass mehr und mehr Fotos von allen möglichen Festen oder sonstigen Angelegenheiten in die Zeitung gepackt werden. Vielleicht gefällt das vielen Abonnenten, auf alle Fälle werden mit den großformatigen Fotos die Seiten schneller voll, ohne viel Information abzugeben.

Was mich aber mehr noch bewegt ist die Art, wie die TV-Redakteure Berichte mit reißerischen Überschriften verfassen, wie sie sonst in der Zeitung mit den großen Buchstaben zu lesen sind. So steht in der Volksfreund-Ausgabe vom 15. Oktober auf der Eifel-Seite: „Toter Keiler bleibt am Straßenrand liegen.“ Ein Farbfoto zeigt ein totes Wildschwein am Straßenrand. Ein Frischling, soweit in Ordnung. Aber liest man den Bericht, ergibt sich ein total anderes Bild. Ein Autofahrer hat ein Wildschwein gerammt und „durch die Wucht des Aufpralls wird der 80 Kilo schwere Keiler mehr als 20 Meter durch die Luft geschleudert und landet auf einem privaten Acker, wo er sein Leben aushaucht.“ Was ist nun wahr, Frischling am Straßenrand (Foto) oder Keiler auf dem Acker (Text)? Hat der Volksfreund diese Art der Information nötig? Weiterlesen

Die Macht der Worte

Hans-Albert Krämer aus Trier schreibt: Warum gibt es angesichts der Krisen und Kriege auf der Welt keinen Gipfel der Religionsführer und Kirchenoberhäupter? Papst Franziskus hat kürzlich die Mafiosi aus der christlichen Gemeinschaft ausgeschlossen – exkommuniziert. Warum machen die Muslime nicht etwas Ähnliches mit den Terroristen des „Islamischen Staats“? Deren schreckliche Taten sind doch nicht mit den Lehren des Korans vereinbar! Warum leistet sich die Weltbevölkerung überhaupt so viele Religionen in ihren unterschiedlichsten Varianten und Auslegungen? Überflüssig! Führt eh nur zu Konflikten!

Lieber Herr Krämer,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Religionsfreiheit, Glaubenskriege, Friede auf Erden – ein weites, ein sehr weites Feld. Sie erinnern sich: Anfang des Jahres habe ich mich auf Ihre Anregung hin ausführlich damit befasst (zum Nachlesen:  http://forum.blog.volksfreund.de/?s=Jeder+nach+seiner+Fasson).

Die Ausführungen von damals will ich nicht wiederholen. Stattdessen habe ich Ihre Kernfrage zum interkulturellen Dialog dem Trierer Bischof Stephan Ackermann gestellt, Weiterlesen

Ehre, wem Ehre gebührt

Dr. Wilhelm Wendling aus Altenahr meint: Die Vergabe des Medizin-Nobelpreises an Alexander Fleming muss überprüft werden; denn hier hat die schwedische Akademie sehr schlecht und peinlich oberflächlich recherchiert. Ich lese in meinem Buch „Schlag nach – Natur“ (Lpz. Bibl. Inst. 1952, Seite 565): „1872 berichtet A.G. Poletebnow, dass Wunden nach Betäubung mit Sporenpulver von Schimmelpilzen schneller heilen und sieht damit die Heileigenschaften eines später ,Penicillin’ genannten Inhaltsstoffs der Schimmelpilze voraus.“ Dieses Kapitel Medizingeschichte – wenn auch peinlich für das Nobelpreis-Komitee – muss als Ehrenrettung für den wirklichen Entdecker überprüft werden.

Niemand traut sich, meinen Leserbrief zu veröffentlichen. Als Beleg füge ich die entsprechende Seite des zitierten Buches aus dem renommierten Verlag Bibliographisches Institut bei, wo man wohl ordentlich recherchiert. Weiterlesen

Mit Kanonen auf Spatzen

Klaus Erzig aus Newel schreibt zum Artikel „Falsche Post vom Finanzamt“ (13./14. September in einigen Lokalteilen erschienen):

Wo Menschen arbeiten, passieren hin und wieder Fehler. Wenn diese Fehler schwerwiegend sind, kann das unter Umständen sehr tragisch und folgenreich sein, und sie gehören auch angesprochen. Leichte Fehler lassen sich meist unproblematisch und ohne Folgen beheben.

Hier hat das Finanzamt versehentlich Herrn Karlo Kopper aus Osburg einen Brief mit persönlichen Unterlagen zugesandt, der nicht für ihn bestimmt war. So etwas darf natürlich nicht passieren. Es kann aber passieren, insbesondere bei immer größer werdendem Leistungsdruck und Stress durch immer umfangreichere und kompliziertere Gesetze und Arbeitsabläufe bei gleichzeitigem massiven Stellenabbau. Weiterlesen