Jeder nach seiner Fasson

Hans-Albert Krämer aus Trier schreibt: Zur Demokratie gehört ohne Zweifel auch die Religionsfreiheit. Aber in vielen Ländern dieser Erde gehört die Religion nicht zur Demokratie, sondern bestimmt die Staatsform des jeweiligen Landes. Warum passt das nicht zusammen? Warum gibt es keine Gipfel der Kirchenoberhäupter, gleich denen der Staatsoberhäupter? Warum nimmt keiner das Wort Glaubenskriege in den Mund? Viele offene Fragen, die keiner beantworten will. Ich jedenfalls verstehe nur noch Bahnhof.

Lieber Herr Krämer,

oje, das ist ein weites Feld. Heerscharen von Gelehrten und Publizisten haben es abgeschritten, vermessen, begutachtet; ihre Befunde füllen Bibliotheken. Ich versuche in aller Bescheidenheit, einige Gedanken zur Begriffsklärung beizusteuern.

„Die Demokratie ist die schlechteste Regierungsform, abgesehen von all den anderen.“ Ein Bonmot von Winston Churchill aus einer Unterhaus-Rede im Jahr 1947. Dem Weiterlesen

Ultrapeinlich

Eberhard Hoos aus Trier schreibt zu einem wiederkehrenden Sprachproblem: Einer meiner Lieblinge ist der doppelte Superlativ, diesmal „zum bestaussehendsten Affen“ (TV vom 7. Januar, Seite 28). Wird gerne genommen, ist dennoch unsinnig …

Lieber Herr Hoos,

Sie haben ja so recht: Da bricht man sich beim (Vor-)lesen fast die Zunge!

Hat wohl jemand gedacht, die Meldung über den verschollenen Affen-Opa in Japan sei nicht einzigartigst genug, und mühte sich, das Optimalste, das Maximalste, das Weiterlesen

Si cadaver essent oder: Warme Worte

Diana Hartig schreibt per Mail zur Berichterstattung über die vermeintlich von Tierquälern getötete Perserkatze in Neumagen-Dhron: Mir wäre eine kurze Kritik wichtig. Der Gebrauch des Begriffs „Kadaver“ (und in Erweiterung „verenden“) ist etwas, auf das eine seriöse Zeitung, die auch den Zeitgeist und die gesellschaftliche Entwicklung berücksichtigt, vielleicht besser verzichten sollte. Er ist respektlos und spiegelt eine Geisteshaltung wider, die bedauerlicherweise mit verantwortlich ist für das, was wir an Tiermissbrauch dieser Tage verstärkt sehen müssen (nicht in diesem Fall, der sich ja als Unfall herausstellte). Danke.

Liebe Frau Hartig,

ja, das hört sich schlimm an: eine verendete Perserkatze, von der nichts geblieben ist als ein entsetzlich zugerichteter Kadaver (ich habe das Polizeifoto gesehen, gruselig; den Zeitungslesern wollten wir es nicht zumuten). Kalte, herzlose Sprache? Hmm. Man kann Weiterlesen

Maulkörbe und Marotten

Dieter Loeding aus Badem schreibt zum Bericht über Ungereimtheiten beim Bau der Hochmoselbrücke (TV vom 4./5. Januar): Dem Artikel entnehme ich, dass das (grüne) Wirtschaftsministerium in Rheinland-Pfalz den Volksfreund aufforderte, eine entscheidende Passage aus dem Interview mit Herrn Ehses (Direktor des Landesamtes für Geologie und Bergbau) zu streichen. Herr Ehses machte hierin auf die Gefahren deutlich und führte aus, dass „… schon vor mehr als zehn Jahren darauf hingewiesen wurde, dass es sich um einen Rutschhang handelt.“

Dieser Vorfall muss doch mit Blick auf zwei Aspekte sehr nachdenklich stimmen:

a) In welchem Rechtsstaat leben wir, dass die Politik die Presse auffordert, über bestimmte, für sie nachteilige Sachverhalte nicht zu berichten?

b) Warum ist dies dem TV nur einen Nebensatz in einem längeren Beitrag wert, ohne Weiterlesen

Die schärfsten Kritiker der Elche …

Happy New Year, liebe Freunde der deutschen Sprache. Vielen Dank für die mannigfachen best wishes, die mich vor, während, nach X-Mas erreicht haben und immer noch erreichen. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ebenfalls Peace, Hope & Togetherness of your Family & Friends. Und, ja: We are looking forward for an ongoing positive relationship in 2014!

Puh! Während hippe New Yorker und Moskauer sich des deutschen Idioms bedienen, wenn sie Weltläufigkeit demonstrieren wollen, plappern die deutschen Idio … äh, also, wird das nun immer schlimmer mit dem denglischen Gedöns oder was?

Nein, Anglizismen machen weniger als zwei Prozent unseres Wortschatzes aus, sagen Weiterlesen