Übelkrähen und Schmutzfinken

Herr M. aus Trier beklagt „die negative Grundhaltung“ der Redaktion: Bischof, Bürgermeister, Böhr, Billen … immer wird alles runtergemacht. Ich habe manchmal das Gefühl, dass Ihre Reporter erst dann zufrieden sind, wenn sie etwas Schlimmes zu berichten haben, selbst wenn sich oft herausstellt, dass es nur „Fliegenschiss“ ist.

Lieber Herr M.,

ich versichere Ihnen: Wir suchen nicht gezielt nach schlechten Nachrichten, um miese Stimmung zu verbreiten und die Leser zu erschrecken. Sondern bilden die Welt ab, wie sie ist, beschreiben, was sich ereignet und erklären, warum es passiert.

Für missliebige Mitteilungen wird traditionell der Bote abgewatscht, nicht der Verursacher Weiterlesen

O du fröhliche oder: Djangos Gesetz

Doris Wendler aus Pronsfeld schreibt: Seit ich den Artikel über den Neuerburger Weihnachtsmarkt (TV vom 7. Dezember, nur Eifel-Ausgaben) gelesen habe, frage ich mich, wie stellt man eine lebende Grippe eigentlich dar?

 Gibt es da statt blökender Schafe hustende und schniefende Virengrüppchen? Was zieht man Bakterien an? Sind die Geschenke der Heiligen Drei Könige Taschentücher? Gibt es für das „Grippespiel“ Vorlagen, insbesondere hinsichtlich der Kostüme? Bei dem großen Erfolg in Neuerburg möchten bestimmt auch andere Veranstalter mit einer solchen Aufführung ihren Markt aufwerten. Auf jeden Fall hat das Vier-Augenprinzip des Korrekturlesens wohl mal wieder versagt.

Liebe Frau Wendler,

vielen Dank, die Diagnose ist eindeutig: schlimmer Virenbefall trotz Schutzimpfung; der Patient fiebert, rotglühend – vor Scham. Ich hoffe, dass der Nikolaus sich nicht infiziert hat.

Was tun? Statt der x-ten Spurensuche, wie diese abscheuliche Mikrobe ins Blatt gekrochen sein mag, schauen wir uns einige Verhacker-Verhunzer-Vertipper an, die NICHT gedruckt worden sind – weil das Lektorat sie entdeckt und in Quarantäne gesteckt Weiterlesen

Don Quijote und der Dass-Satz

Hartmut Schmidt aus Daun schreibt: Hallo verehrter Herr Reinhart, zu meiner regelmäßigen Lektüre gehören Ihre Beiträge zur Sprache in der Zeitung. Es vergeht allerdings kein Tag, an dem nicht in irgendeinem Text im TV der oder die Verantwortliche für den Text mit „das“ und „dass“ grundsätzliche Probleme hat.

Ein Beispiel finden Sie etwa in der Ausgabe vom 30. November auf Seite 16: „Du wirst für ein Verbrechen angeklagt, dass du nicht begangen hast“ (im „Extra zur Person“ über Rechtsanwalt Otmar Schaffarczyk). Aber auch der umgekehrte Fall, dass anstelle „dass“ das langgesprochene „das“ im Text erscheint, ist ständige Übung im TV.

Sehen Sie eine Möglichkeit, das (!) abzustellen / dass das (!) abgestellt werden kann?

Ihr treuer Leser Hartmut Schmidt

Lieber Herr Schmidt,

vielen Dank für Ihren Brief.

O weh! Fehler passieren, doch solche Fehler sind peinlich.

Das oder dass? Wer mit dem Schreiben und Bearbeiten von Texten sein Geld verdient, muss wissen, dass sich das Das im Das-Satz von dem Dass im Dass-Satz unterscheidet. Punkt.

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