Paul Anker und die Eisprünge

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie müssen jetzt tapfer sein. Das Forum geht in die vierwöchige Sommerpause. Zuvor gibt’s zur Erheiterung – fast schon eine Tradition – neue Fundstücke aus der Hexenküche des Lektorats. Verhacker, Vertipper, Verhunzer, die beim Korrekturlesen aufgefallen sind und nie in die Zeitung gelangten. Zum Glück!

Hier einige der schönsten schrullig-schrägen Buchstabendreher und Stilblüten, verpackt in eine Geschichte voller Fehler, wie sie im richtigen Leben natürlich nie vorkommt:

Im Anfang war das Wort. Eigentlich mehrere Wörter. Um genau zu sein: Weiterlesen

Die perfekte Welle

Kurt Weiser aus Herforst schreibt (in Kopie an den Verein Deutsche Sprache): Als Franke in der Eifel gelandet, sehe ich gern die Frankenschau des Bayrischen Fernsehens, aus der ich Ihnen Folgendes berichten will. Vor einigen Tagen stellte ein Reporter eine neue Sportart vor, mit der die Verantwortlichen für Tourismus neue Gäste auf die Seen zwischen Gunzenhausen und Pleinfeld locken möchten. Dabei stehen Paddler auf einem Brett und bewegen sich mit langen Paddeln über das Wasser. Diese Tätigkeit nennen sie Stand-Up-Paddling.

Ich hoffte, dass der Reporter fragen würde, warum diese bei vielen Völkern verbreitete Art zu paddeln nicht schlicht und zutreffend Stehpaddeln genannt werden könnte, doch hoffte ich vergebens. Stattdessen genoss der Reporter spürbar diese idiotische Bezeichnung, Weiterlesen

Von der Wiege bis zur Bahre

Herr P. aus L. an der Mosel fragt (halb scherzhaft): In letzter Zeit ist ständig von Facebook die Rede. Wenn ich das auf Trierisch ausspreche, hört es sich an wie das Schimpfwort Faozboaken. Sprachhistorisch gibt es wohl keine Verbindung, oder etwa doch?!

Lieber Herr P.,

ein witziger, vielleicht ein bisschen onkelhafter Ansatz. Die Buddhisten glauben ja, dass auf Erden alles mit allem zusammenhängt. Jedoch ausgerechnet ein Maledictum aus der Trierer Mundart und der englische Weiterlesen

Rotkäppchens Rache

Hubert Bier aus Prüm schreibt zur Titelgeschichte vom 30. Mai („Rekorde in der Region: Minirenten für Frauen, Spitzenpensionen für Beamte“): Manche große Überschrift im Volksfreund erinnert an die Bild-Zeitung. Wenn Sie schon die Minirente für Frauen so darstellen, dann sollten Sie auch die Spitzenpensionen der Frauen nur benennen und nicht die der Beamten. Richtig wäre: „Minirenten für Frauen, Spitzenpensionen für Frauen.“ In Ihren Ausführungen erläutern Sie zwar die wirkliche Lage, jedoch ist die Überschrift beamtenfeindlich.

Lieber Herr Bier,

vielen Dank für Ihren Brief, der beweist, wie wichtig es ist, sich klar und verständlich auszudrücken. Offenkundig ist das im vorliegenden Fall nicht gelungen. Wie sonst wäre das Missverständnis zu erklären?

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Gib dem Affen Zucker

Peter Fuchs aus Österreich schreibt zur Berichterstattung über Thilo Sarrazin: Man kennt das ja, keiner weiß wirklich etwas, aber jeder muss unbedingt kritisieren. Wer andere Menschen öffentlich ächtet, sollte dies wenigstens mit Anstand tun. Argumente auf den Tisch legen und mit Beispielen belegen.

Zeitungen sind dazu verpflichtet, Ereignisse wahrheitsgetreu wiederzugeben. Sonst könnte es schnell zum Vorwurf böswilliger Weiterlesen