Buchstabenlawine im Olympiabad

Friedhelm Oeffling aus Bitburg schreibt: Ihre Zeitung ist recht interessant und aufwendig gestaltet, aber warum investieren Sie nicht ein paar Euro in ein vernünftiges Rechtschreibprogramm, damit die Ausgaben ohne beziehungsweise mit weniger Fehlern zu den Lesern kommen?

Lieber Herr Oeffling,
vielen Dank für Ihren Brief. Eins fünf null null null null null null null. Das ist nicht die Nummer gegen Kummer und nicht die telefonische Fehler-Seelsorge. Sondern, grob überschlagen, die Zahl der Buchstaben, die jedes Jahr im Volksfreund gedruckt werden: 150 Millionen.

Die Kalkulation basiert auf Durchschnittswerten: täglich 75 Seiten mit allen Lokalausgaben, davon zwei Drittel redaktionelle Inhalte, davon wiederum zwei Drittel Text; pro Seite etwa 10.000 Buchstaben, Weiterlesen

Rauchende Colts

Kristina Punze macht darauf aufmerksam, dass in der Berichterstattung über (vermeintliche) Straftaten genau auf das Vokabular zu achten ist. Beispiele:

Wenn von einer vorgetäuschten, also frei erfundenen Vergewaltigung die Rede ist, gibt es keinen Täter und kein Opfer – es ist ja nichts passiert. Wenn das Mannheimer Landgericht urteilt, der Wettermoderator Jörg Kachelmann habe seine Ex-Freundin nicht vergewaltigt, darf nicht von Täter und Opfer gesprochen werden. Die Polizei in Sigmaringen hat kürzlich den „Anwalt des Opfers im Weiterlesen

Arsch huh, Zäng ussenander

Herr S. aus G. (Name und Anschrift bekannt) schreibt: Das allgemeine Erstaunen über den Rechtsterrorismus hat mich so bitter gemacht, dass ich Ihnen dazu einen Leserbrief schicke. Wenn möglich, bitte ich, ausnahmsweise meinen Namen nicht zu nennen, da ich vor einigen Jahren nach einem Leserbrief zum Thema „Juden als Täter“ einen kurzen, unschönen anonymen Anruf erhielt: „Sind Sie Deutscher? Für mich sind Sie ein Judenschwein!“ Auch vom Alter her bin ich kaum in der Lage, mich eines Angriffs mit Baseballschlägern zu erwehren.

Weiterlesen